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    SCHWEINFURT

    Ab zum See-Test: Wer prüft eigentlich die Wasserqualität?

    „Ich sehe jetzt schon was, was ich gerne sehe: Keine Algen“, sagt Jürgen Schröer auf dem Weg zur Probenentnahme am Baggersee. Schröer ist beim Gesundheitsamt am Landratsamt auch für den Bereich Wasserqualität zuständig.

    An den vier EU-Badegewässern im Raum Schweinfurt (Ellertshäuser See, Sennfelder See, Baggersee Schweinfurter Kreuz, Naturbadesee Grafenrheinfeld) sind er und seine Kollegen regelmäßig unterwegs, um die Wasserqualität zu checken.

    Sichtweite und Temperatur

    Eine Vorprobe, eine Nachprobe, vier Saisonproben fordert die EU, erklärt Schröer und macht sich mit zwei Plastikfläschen, Thermometer, selbstgebastelter Greifzange für die Probenentnahme und einer so genannten Secchi-Scheibe zur Messung der Sichtweite auf den Weg zum Kinderspielplatz. Dort wird das Wasser entnommen – bei jedem See übrigens immer an der gleichen Stelle –, das nach Erlangen ins Labor des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gebracht wird.

    Persönlich. Denn die Proben müssen 24 Stunden nach der Entnahme untersucht werden, die Post erscheint da nicht als der beste Weg. In eine Flasche kommt die Probe, die vor allem auf Darmbakterien untersucht wird. Die können tierischen und menschlichen Ursprungs sein, ab einer gewissen Konzentration gefährlich sein.

    Badewarnung bei geringer Sichtweite

    In der anderen Flasche wird die Temperatur überprüft. 24 Grad hat der Baggersee. Mit der weißen Plastikscheibe an einer Schnur misst Schröer die Sichtweite. Grund: Unter 50 Zentimeter Sichtweite wird eine Badewarnung ausgesprochen. „Wenn jemand einspringt, würde er nicht sehen, wohin“, sagt Schröer.

    Außerdem wäre es auch sehr schwierig, jemanden zu finden, der untergeht, wenn die Sicht so schlecht ist. Einen Meter beträgt die Sichtweite, das ist gut. Im Lauf der Saison verändert sich dieser Faktor, sagt Schröer. Sind viele Leute im Wasser, wird Sediment aufgewirbelt. Auch Algen können für Trübung sorgen. Und für eine Badewarnung, wie am Ellertshäuser See.

    24,6 Grad, ein Meter Sicht: Auch am Grafenrheinfelder Badesee ist alles perfekt. Schröer hat dann noch zwei Stationen: Den Sennfelder See, auch wenn der zur Zeit gesperrt ist, weil dort nach Weltkriegsbomben gesucht wird.

    Letzte Station ist der Ellertshäuser See, in dem Blaulagen aufgetreten sind (wir berichteten). Warum Algen massiv auftreten, das kann Schröer trotz seiner Erfahrung nicht sagen. „Blaualgen sind eine Wissenschaft für sich.“ Er hofft aber, dass sich die Algen, auch bedingt durch die Wetteränderung, demnächst auflösen.

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