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    Schweinfurt

    AfD-Politiker zu Kritik bei Mahnwache: "Vorwürfe sind absurd"

    Frank Firsching vom Bündnis "Schweinfurt ist bunt" hatte bei der Mahnwache für die Opfer von Hanau in Schweinfurt die AfD hart kritisiert. Zu Unrecht, findet Richard Graupner.
    Richard Graupner (AfD) weist die Vorwürfe an seine Partei bei der Mahnwache für die Opfer von Hanau in Schweinfurt zurück.
    Richard Graupner (AfD) weist die Vorwürfe an seine Partei bei der Mahnwache für die Opfer von Hanau in Schweinfurt zurück. Foto: Anand Anders

    Es war nicht nur eine Mahnwache im Gedenken an die Opfer von Hanau – es war auch eine Kampfansage gegen rechtes Gedankengut, gegen "Hass und Hetze", wie Frank Firsching vom Bündnis "Schweinfurt ist bunt" es nannte. Die Mahnwache am Samstag, zu der rund 200 Menschen gekommen waren, habe man bewusst an den Albrecht-Dürer-Platz gelegt, so Firsching. Der Platz ist ganz in der Nähe des Abgeordnetenbüros von Richard Graupner, Landtagsabgeordneter der AfD. Die machte Firsching mitverantwortlich für die Bluttat von Hanau. Politiker der AfD lieferten "das geistige Fundament, das Gift, das sich Rassismus nennt, und ihr Hass und ihre Hetze bringt andere Menschen dazu, solche Taten wie in Hanau zu verüben", hatte Firsching erklärt. Nun reagiert Richard Graupner mit einer Pressemitteilung. Tenor: "Vorwürfe gegen mich und meine Partei sind absurd".

    Er weist die "politischen Aussagen" Firschings "mit aller gebotenen Schärfe" zurück. "Es ist absurd, Äußerungen wie die völlig im Einklang mit den deutschen Gesetzen stehende Forderung nach Sicherung unserer Grenze als mit geradezu kausaler Zwangsläufigkeit zu Gewaltexzessen wie Hanau führend zu interpretieren", schreibt Graupner und stellt angebliche Aussagen von "Politikern der Altparteien" in den Raum, welche die AfD als "Abschaum" bezeichnet hätten, der "bis zur letzten Patrone" bekämpft werden müsse. Ihm sei nicht bekannt, so Graupner weiter, dass Vertreter des "bunten Bündnisses je auf das Gewaltpotenzial dieser schweren Ausfälle gegen meine Partei hingewiesen oder gar dagegen demonstriert hätten".

    Er könne durchaus verstehen, so Graupner, wenn Menschen wie die in der Berichterstattung zitierte junge Mutter Angst hätten, im öffentlichen Raum Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Unverständlich dagegen sei die "einseitige politische Instrumentalisierung dieser berechtigten Ängste gegen die AfD durch Bündnisse wie 'Schweinfurt ist bunt'". Nach Ansicht Graupners ist die AfD die einzige Partei, "die dieses Unsicherheitsgefühl permanent öffentlich thematisiert". Die "wahre Ursache" sei die "sogenannte 'bunte' Gesellschaft, welche mit ihrer letztlich menschenverachtenden Ideologie eines von entwurzelten Individuen aus aller Welt bevölkerten multikulturellen Deutschlands den Sicherheitsverlust im öffentlichen Raum durch sprunghafte Zunahme von Kriminalität und extremistischer Gewalt selbst hervorbringt!“.

    Eine Behauptung, die AfD-Politiker immer wieder in den Raum stellen, die letztlich in dieser Dramatik aber weder für Bayern noch für Schweinfurt zutrifft. Auch hier stieg die Kriminalität nach 2015 nicht bemerkenswert an.

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    Bearbeitet von Katja Beringer

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