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    Schonungen

    „Aktion Streuobstwiese“ am Naturkindergarten Schonungen

    Während (von rechts) Behördenleiter Herbert Lang, Bürgermeister Stefan Rottmann und Landrat Florian Töpper noch mit den Schaufeln hantierten, übten sich die Waldkindergartenkinder schon mal im Gießen. Foto: Ursula Lux

    Rund 5000 Tier- und Pflanzenarten sind auf Streuobstwiesen zu finden. Sie zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Bayern und leisten einen erheblichen Beitrag zur Biodiversität. Allerdings geht diese einmalige Kulturlandschaft bundesweit zurück, jährlich verschwinden 100 000 Bäume und ca. 70 Prozent der Streuobstwiesen. Deshalb hat die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zu einer landesweiten Streuobst-Pflanzaktion aufgerufen.

    Mit dem Pflanzen von sechs Hochstamm-Apfelbäumen eröffnete Behördenleiter Herbert Lang vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, gemeinsam mit Landrat Florian Töpper und Bürgermeister Stefan Rottmann diese Aktion nun im Landkreis. Die Bäume, darunter drei alte Sorten mit den blumigen Namen "Geheimrat Oldenburg", "Kaiser Wilhelm" und "Danziger Kantapfel",  wurden auf der Streuobstwiese vor dem Naturkindergarten gepflanzt. Die Naturfreunde werden die Patenschaft übernehmen und die Kinder des Naturkindergartens versprachen eifrig zum Gießen zu kommen. Für den Landkreis treffe der Schwund an Streuobstwiesen nicht zu, informierte Lang. Ca.  26 Hektar, was einer Fläche von 40 Fußballfeldern entspricht würden zurzeit als Streuobstwiesen genutzt und von 116 landwirtschaftlichen Betrieben gepflegt. Rund 8000 Bäume stehen auf diesen Flächen, die seit 2009 um ca. 20 000 Quadratmeter angewachsen seien.

    Landwirtschaftsrätin Christine Bender ergänzte, dass unterfrankenweit zehn Aktionen an den Start gehen, bei denen 90 Bäume gepflanzt würden. Es sei nötig, das Bewusstsein für die Natur neu zu wecken, meinte Rottmann. Wenn man über Land gehe und sehe wie viele Äpfel am Boden verfaulen, während die Leute Äpfel aus aller Herren Länder beim Discounter kauften, dann gebe das schon zu denken.

    Der Landrat erinnerte an die Streuobstinitiativen in Maibach und Hausen und dankte vor allem für die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern. Es sei gut und richtig alte Apfelsorten zu erhalten, aber diese bräuchten halt auch Pflege, worum sich in erster Linie ehrenamtlich gekümmert würde. Dies untermauerte Lang, als er berichtete, dass Bürger aus Kolitzheim die Baumpatenschaften für die zweite Pflanzaktion im Landkreis "Kolitzheim blüht auf" übernehmen. Dort werden 25 Obstbäume gepflanzt, Äpfel, Birnen und Quitten.

    Den Kindern erzählte er, dass Äpfel ebenso gut die Zähne reinigten wie Kaugummi. Die Kleinen aus dem Naturkindergarten gossen dann den frisch gepflanzten Baum an und begrüßten ihn mit einem Lied, bevor sie Langs Rat folgten und ihre Zähne mit einem herzhaften Biss in einen Apfel reinigten.

    Nach dem Gießen ließen sich die Kinder des Naturkindergartens deshalb die Äpfel schmecken. Foto: Ursula Lux
    30 Vitamine, wertvolle Mineralstoffe, gegen einen Apfel kommt kein Kaugummi. Foto: Ursula Lux

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