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    Pfersdorf

    Alle Register ziehen beim Orgelschnuppertag in Pfersdorf

    Am Spieltisch entlockte Rainer Aberle der Pfersdorfer Orgel viele Klänge. Er erklärte, was die Register mit der Klangfarbe zu tun haben und wie man mit den Händen und Füßen spielt. Foto: Hans-Peter Hepp

    "Ihre Orgel ist eine Grande Dame!" Regionalkantor Rainer Aberle schwärmte beim Schnuppertag in Pfersdorf über das alt-ehrwürdige Instrument und dessen Möglichkeiten. Pfersdorf war einer der Orte im Bistum, bei dem die Kirchorgeln von innen und außen bestaunt werden konnte. Sogar spielen durften die Gäste an den wertvollen Instrumenten.

    Rainer Aberle beleuchtete die Geschichte des Pfersdorfer Gotteshauses  von der ursprünglichen Kirchenburg, die an gleicher Stelle gestanden hatte,  bis hin zu den Renovierungen in der Kirche, zuletzt im Rahmen des Ortsjubiläums im Jahr 2013.

    Bemerkenswertes Instrument 

    Die Orgel stammt von der Firma Steinmeyer, ist ursprünglich aus dem Jahr 1871. Immer wieder wurde das Instrument renoviert und neu gestimmt, letzteres geschieht durch die Orgelbauer und ist, so Aberle, ziemlich teuer. 17 Register hat die Steinmeyer Orgel - das entspricht 17 verschiedenen Klangfarben. Beim Anspielen zeigte Rainer Aberle die vielen Möglichkeiten, zog ein Register nach dem anderen: und aus der Orgel erklangen tiefe Bässe und hohe Töne, die Pfeifen ahmten den Klang vieler Orchesterinstrumente nach: Flöte, Kontrabass und Klarinette konnte man deutlich erkennen. Das "Klarinetten-Register" ist eine der Besonderheiten dieses alt-ehrwürdigen Musikinstruments, erklärte Aberle. Nur wenige Orgeln können diesen Klang erzeugen, ganz besondere Pfeifen sind hierfür erforderlich. Durch das Zusammenwirken vieler Register ergibt sich der volle orchestrale Klang der Pfersdorfer Orgel.

    Prinzip Blockflöte

    Auch einen Blick in die Orgel ermöglichte der Regionalkantor. Er zeigte, wie der Motor den großen Blasebalg mit Luft füllt und damit das Spielen erst möglich macht. Im Prinzip, so erklärte es Aberle den Gästen, funktioniere das Ganze nach dem Prinzip der Blockflöte. An der Seite der Orgel befindet sich noch ein Hebel, um mechanisch Luft in das Instrument zu bringen. Früher, das erzählten die Pfersdorfer Zuhörer, musste man dort noch mitarbeiten. Immer wieder Mal, wenn der Strom ausgefallen waren.

    So sieht eine Orgelpfeife aus: Rainer Aberle holte ein paar kleinere Exemplare aus dem Instrument, zeigte die Details und demonstrierte, wo die Luft in die Pfeife geblasen wurde und wie der Ton erzeugt wird. Foto: Hans-Peter Hepp

    Die großen und kleinen Pfeifen im Inneren der Orgel zeigen die Vielfalt an Klangfarben sehr deutlich. Da gibt es riesige Exemplare und beinahe winzige. Alle gehören jeweils zu einem Register. Die tragen in ihrer Bezeichnung auch die Größen der Pfeifen, gemessen, wie es damals üblich war, in Fuß. Die gesamte Technik baut auf den großen acht Fuß-Pfeifen,  das entspricht etwa einer Länge von 2,40 Meter, auf. Je kleiner die Pfeifen werden, desto höher ist der Klang, den sie erzeugen: das bewies Rainer Aberle am Spielen an den Tasten, Pedalen  und Registern, oder in der Fachsprache: am Spieltisch.

    Zwischen den vielen Pfeifen ist nur wenig Platz für den Orgelbauer, der die einzelnen Pfeifen stimmen muss, wenn der Klang mal verrutscht ist. Beim Orgelschnuppertag in Pfersdorf konnte man einen Blick in das Instrument werfen. Foto: Hans-Peter Hepp

    Viele Zahlen und Fakten

    Aberle ging auf viele Zahlen rund um die Orgel ein: 54 Tasten hat das Instrument in Pfersdorf, dazu zwei Manuale und vier Pedalregister. Alles das untermalte er mit Klängen, die er aus der Orgel zauberte. Dazu erklärte er im amüsanten Plauderton, wie man "alle Register ziehen" kann und dass zum Orgelspielen unbedingt eine "gesunde Atmung", eine gesunde Lunge, eine gesunde Windversorgung notwendig sind – all dies gehört zur Blaseeinrichtung des Instruments, das rein mechanisch funktioniert. 

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