• aktualisiert:

    SCHWEINFURT

    Allen Generationen eine Plattform bieten

    Beide Projekte sind vor allem eines: spannend – weil das Diakonische Werk bei Null angefangen hat und der Weg das Ziel ist. Die Mehrgenerationenhäuser in Schwebheim (im Bürgerhaus) und in Schweinfurt (am Martin-Luther-Platz) sind Plattformen für Begegnungen.

    Auf ein Jahr seit Eröffnung können die zwei Häuser in Trägerschaft des Diakonischen Werks zurückblicken, deren Herzstück jeweils ein Offener Treff ist, der nicht in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten tritt, sondern sich mit diesen vernetzen will. Und weil man zusammen stärker werde, sehen die Leiterin Helmtrud Hartmann und die Koordinatorinnen Monika Hofmann (Schwebheim), Christine Barthelme sowie Christine Fellows (beide Schweinfurt) in den Mehrgenerationenhäusern eine Basis für das Mitgestalten einer Zukunft, in der die Generationen wieder zusammenwachsen.

    Jeder ist Willkommen

    Geboten werden Räume für gemeinsame Aktivitäten und ein nachbarschaftliches Miteinander – unabhängig von Alter oder Herkunft. Jeder ist willkommen. Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Deutschlandweit existieren 540 Mehrgenerationenhäuser, wobei die beiden in Schweinfurt Stadt und Landkreis nicht an eine bestehende Einrichtung angedockt sind, sondern sich eigene Konzepte schaffen.

    Der Offene Treff ist Café-Stube, Erzählsalon, Lese-Stube, Hausaufgaben-Treff, Kontaktstelle, Werkstatt, Spiel- und Wohnzimmer. Analog zu den vielfältigen Nutzern fallen die Angebote mannigfaltig aus. So wird aktuell vom Mehrgenerationenhaus in Schweinfurt ein Fotowettbewerb veranstaltet; es gibt einen Interkulturellen Treff, Bewerbungshilfen, eine Wohnungsbörse, den Spieletreff, einen Malkreis, die Nähstube, das Mitbringfrühstück oder etwa die Hausaufgabenhilfe – nebst Festen, Tauschring und Workshops. In Schwebheim wird gesungen, geredet, erzählt, gebastelt, experimentiert, gekocht, getanzt und gefeiert. Auch gibt es Vorträge von der Energieberatung bis zu Hilfestellungen bei Demenz.

    Brücken schlagen und Gemeinschaft erleben

    Anfangs hatte Helmtrud Hartmann ein Konzept für Schwebheim und Schweinfurt im Visier. „Nach zwei Wochen war klar, das geht nicht.“ Zu unterschiedlich seien die Bedürfnisse in der großen Stadt mit für Neues sehr offenen Menschen und mit vielen bestehenden Angeboten – auch und gerade für Senioren. Schwebheim sei überschaubarer. Von den etwa 1000 Senioren in der Stadtrandgemeinde mit regem Vereinsleben ist nur ein Zehntel der über 65-Jährigen irgendwo Mitglied. Alle Senioren mit verschiedenen Angeboten zu erreichen und in Kontakt mit den Jüngeren zu bringen, das hat sich das Mehrgenerationenhaus vorgenommen.

    „Brücken schlagen – Gemeinschaft erleben“, sagen die Koordinatoren Hofmann, Barthelme und Fellows über den Alltag im Mehrgenerationenhaus. Favorisiert werden nicht mit Terminen gespickte Programme (fast alle Angebote sind kostenfrei), sondern der Aufbau von Kontakten auf der gebotenen Plattform. Voraussetzung sind die Räumlichkeiten, in denen es Kaffee und Tee (gegen Spende), die Schweinfurter Tageszeitung und kostenloses WLAN gibt.

    Gebraucht zu werden und Talente einzusetzen – wollen die Einrichtungen bieten. Die Teilnahme an den Angeboten schafft Kontakte, aus denen im besten Fall neue Initiativen entstehen. „Viele, viele Ideen haben wir ausprobiert, sagt Christine Barthelme. Nicht jede war erfolgreich, das müsse auch nicht sein, allein die Aktivität sei ein großer Schritt.

    „Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Mit einem solchen Andrang haben wir nicht gerechnet“, freut sich Helmtrud Hartmann. Und weil dem Team wie auch den Gästen die Ideen nicht ausgehen, ist die Leiterin zuversichtlich, dass die rasante Entwicklung ungebremst weitergeht. Konkret in Vorbereitung sind ein Mittagstisch (vorerst einmal pro Woche) und eine Handysprechstunde, in der die Jugend den Umgang mit den Alleskönnern erklärt.

    Öffnungszeiten in den Mehrgenerationenhäusern

    In Schwebheim lädt das Mehrgenerationenhaus zur Jubiläumsfeier am Samstag, 17. März, ein. Das Programm beginnt um 15 Uhr und dauert bis in den Abend hinein. Geöffnet hat der Offene Treff im Schweinfurter Mehrgenerationenhaus am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr, am Dienstag und Freitag von 10 bis 14 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten finden Veranstaltungen statt und es treffen sich verschiedene Gruppen im Haus am Martin-Luther-Platz. Betreut wird auch der Offene Treff im Schwebheim von den Koordinatoren und Ehrenamtlichen. Junge Erwachsene aus dem Bundesfreiwilligendienst sind ebenfalls im Einsatz (und werden gesucht). Das Mehrgenerationenhaus in Schwebheim öffnet nach Aushang. Finanziert werden beide Projekte durch einen jährlichen Bundeszuschuss in Höhe von 30 000 Euro, mit 10 000 Euro von der Kommune und mit jeweils 20 000 Euro aus der Kasse des Diakonischen Werks. Das Haus in Schweinfurt hat das einjährige Bestehen bereits mit einer Kaffee- und Kuchentafel gefeiert. In Schwebheim wird am Samstag, 17. März, ab 15 Uhr und bis in den Abend hinein gefeiert. Programmpunkte: Artisten und Clownine, Singen, „Gschichtli“ und „Line Dance mit Crazy Feet“. la

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!