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    SCHWANFELD

    Am Kembach geht der Jugend ein Licht auf

    Leuchtende Vorbilder: Für den Schwanfelder Jahrmarkt wurden gemeinsam die Glühbirnen eingeschraubt Foto: Uwe Eichler

    „Ich schlenderte auf der Avenue, offenherzig gegenüber dem Unbekannten, ich hatte Lust, einem Jeden Guten Tag zu sagen“: Ein ganz besonderes Jubiläumsständchen gab es zum 10. IBG-Workcamp in Schwanfeld.

    Caroline aus Frankreich sang „Aux Champs-Elysées“ im Bürgerzentrum, zusammen mit den übrigen elf Teilnehmern und Bürgermeister Richard Köth als musikalischer Begleitung am Klavier. Zuvor hatte die 18-Jährige Abiturientin aus Bourges das Camp IBG 36 mit einem Gesangssolo auf Italienisch beeindruckt.

    Seit mittlerweile einem Jahrzehnt gibt es die „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten“ am Kembach schon, bei denen Jugendliche aus aller Welt Hand anlegen, im Sinne eines globalen Miteinanders: Egal, ob die Schwanfelder Museumshäuser entstaubt, Grünflächen geschnitten und gepflegt werden, der Ferienspaß unterstützt oder beim Aufbau des alljährlichen Jahrmarkts geholfen wird. Seit 12. August sind die Freiwilligen zwei Wochen lang zu Gange, mit eigenem Kostenanteil. Die Gemeinde revanchiert sich mit einem Taschengeld und einem Freizeitprogramm: sei es einem Besuch beim Schützenverein oder Ausflügen ins fränkische Umland.

    In diesem Jahr besteht die Truppe aus Carla (Spanien), Sencer (Türkei), den beiden Indonesiern Riyan und Acun, Chihiro und Seina aus Japan, den Franzosen Caroline und Francois, der Südkoreanerin Kyung Hee sowie Enis aus der Türkei. Untergebracht sind die Jugendlichen, meist um die 20 Jahre alt, in der Turnhalle, gekocht und zusammengelebt wird im Bürgerzentrum. Betreut werden sie durch Larissa Oppermann aus Hessen und die Röthleinerin Carina Hein, zugleich Regionalmanagerin der Interkommunalen Allianz Main-Steigerwald.

    Bürgermeister Köth, gerade von einer Mongoleireise zurückgekehrt, mit Besuch der Kooperationsgemeinde Altanbulag bei Ulan-Bator, erlebt immer wieder Erstaunliches: „Wir hatten schon angehende koreanische Architekten da, die unsere öffentlichen Gebäude genauer unter die Lupe genommen haben.“ Eine junge Russin hat bei Schwanfelder Asylbewerbern gedolmetscht, ein Highlight war sicherlich der Heiratsantrag eines Ukrainers an seine Freundin aus Lemberg (Lwiw), auf der Mainbrücke in Würzburg.

    Ein Höhepunkt des Besuchs war der Schwanfelder Jahrmarkt, ein Festwochenende mit Partymusik, Kunsthandwerkermarkt und offenen Türen bei den Museen, dem jüdischen Friedhof sowie dem Klostergut Heiligenthal. Für die Festbeleuchtung haben die zwölf ehrenamtlichen Gemeindehelfer gemeinsam die Glühbirnen eingeschraubt: damit nicht nur in Schwanfeld allen ein Licht aufgeht, für mehr internationales Mit- statt Gegeneinander.

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