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    Bergrheinfeld

    Antrag der CSU-Fraktion zur künftigen Nahversorgung

    Hier im Westen Grafenrheinfelds am 'Bauernwehr' ist der Bau eines neuen Vollsortimenters geplant.
    Hier im Westen Grafenrheinfelds am "Bauernwehr" ist der Bau eines neuen Vollsortimenters geplant. Foto: Horst Fröhling

    Am westlichen Ortsrand von Grafenrheinfeld ist der Bau eines Vollsortimenters geplant. Dies war Anlass für die CSU-Fraktion, einen Antrag an den Gemeinderat auf gesicherte Nahversorgung in Bergrheinfeld zu stellen.

    In einem Gespräch vom 13. November sei er von Grafenrheinfelds Bürgermeister Christian Keller über dieses Projekt informiert worden sowie darüber, dass die Errichtung eines Drogeriemarktes nur in Kooperation mit Bergrheinfeld möglich sei. Laut Projektplaner könnten zwei Vollsortimenter bei 8500 Einwohnern existieren. In diesem Gespräch habe er sich für den Drogeriemarkt ausgesprochen. Grundsätzlich sei er über diesen Standort nicht erfreut.

    Bedenken der CSU-Fraktion

    Fraktionssprecherin Anita Krämer las den Antrag vor. Darin heißt es unter anderem, dass sich der Gemeinderat mit Nachdruck für eine nachhaltige und in Zukunft gesicherte Nahversorgung im Gemeindegebiet von Bergrheinfeld einsetzen solle. Mit großer Sorge sehe die CSU-Fraktion die beabsichtigte Planung der Gemeinde Grafenrheinfeld für einen zusätzlichen Vollversorger mit Getränkemarkt und einer Drogerie im vorgesehenen "MainCenter am Bauernwehr". Dadurch sei die wohnortnahe Versorgung in Bergrheinfeld gefährdet.

    Schließung befürchtet

    "Wir erkennen keinen zusätzlichen Bedarf für einen Drogeriemarkt, da im Umkreis von zehn Kilometer schon einige Märkte vorhanden sind", erklärte Krämer. Damit sei die Versorgung bestens gesichert. In Bergrheinfeld gebe es mit dem zentral gelegenen Edeka-Markt, einem weiteren Getränkemarkt und einem Discounter eine gute Nahversorgung. "Durch den geplanten neuen Markt in Grafenrheinfeld befürchten wir, dass unser Lebensmittelmarkt aus wirtschaftlicher Sicht zur Schließung am jetzigen Standort gezwungen sein wird", so Krämer.   

    Ziel sei die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung, was auch für die Errichtung von Märkten gelten solle. Weiter sei zu berücksichtigen, dass die Gesellschaft weiter altere. Nach einer Studie der Universität Würzburg soll ein Lebensmittelmarkt innerhalb von zehn Minuten fußläufig zu erreichen sein. Dies sei in Bergrheinfeld der Fall.

    Mehr Verkehr

    Beim Neubau werde zusätzliches Verkehrsaufkommen in Richtung Grafenrheinfeld entstehen, welches die Mainstraße mit Kindergarten und Krippengruppen nicht verträgt. Ob die angedachte Lage für die Bürger Grafenrheinfelds verkehrstechnisch günstig ist, werde erheblich bezweifelt, da deren Entwicklung Richtung Osten gehe. In Folge würde durch diesen Markt in Grafenrheinfeld selbst ein höheres Verkehrsaufkommen entstehen.

    "Wie wird sich der künftige Betreiber des Marktes entscheiden, der innerhalb von einem Kilometer zwei Märkte betreibt?", fragte zweiter Bürgermeister Dieter Wagner. Dieser sehe beide Märkte als einen Standort an, doch welche wirtschaftlichen Zwänge liegen auf ihm. Wagner sieht auch keinen Bedarf für einen Drogeriemarkt.

    Kritik am Flächenverbrauch

    Zunehmender Verkehr, Flächenbrauch und der fehlende Bedarf für einen Drogeriemarkt bestimmte die weitere Diskussion. "Der Bürger entscheidet mit seinem Einkauf, ob der Lebensmittelmarkt in Bergrheinfeld erhalten bleibt", stellte Gemeinderat Christian Djalek fest.

    "Wir können den Vollsortimenter nicht verhindern", so Krämer. "Wir wollen mit diesem Antrag ein deutliches Signal nach außen setzen." Bei einer Gegenstimme (Gemeinderat Thomas Posselt) befürwortete das Gremium den Antrag der CSU-Fraktion auf Sicherung der künftigen Nahversorgung in Bergrheinfeld. Abgelehnt hat der Gemeinderat bei einer Gegenstimme (Bürgermeister Ulrich Werner) die Errichtung des Drogeriemarktes. 

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