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    Schweinfurt

    Apothekerin sauer. Zu viele Leute hier sind in der Corona-Krise unvernünftig

    Uneinsichtige Quarantäne-Patienten und sorglose Angehörige von Riskogruppen: Warum das auch Leute gefährdet, die an vorderster Front stehen. In  Apotheken, zum Beispiel.
    Vorsichtsmaßnahmen wie diese sollen nicht nur die Apotheken-Kunden schützen sondern auch die Angestellten. 
    Vorsichtsmaßnahmen wie diese sollen nicht nur die Apotheken-Kunden schützen sondern auch die Angestellten.  Foto: INA FASSBENDER

    Bei vielen Leuten ist das Ausmaß der Corona-Gefahr  wohl noch nicht angekommen, meint eine Apothekerin aus dem Raum Schweinfurt frustriert. Sie zieht es angesichts der emotional aufgeheizten Situation vor, anonym zu bleiben. Sie möchte ihre Mitarbeiter nicht noch stärkerem Druck aussetzen.  

    Sie beobachtet, dass vor allem Leute, die zur Risikogruppe gehören, also älter sind, rausgehen. Sie sieht aber auch ziemlich viele sorglose Menschen,  die zusammen stehen in Gruppen. Sie hört von Leuten, die sich nach wie vor treffen, als wäre nichts gewesen. 

    Warum sie das frustriert? Weil sie und ihr Team, wie alle im Bereich Gesundheit/Pflege, alles geben, "um den Laden am Laufen zu halten".  Leichtsinnigkeit, Ignoranz, macht sie deshalb besonders wütend. Sie hat eine Autoimmunkrankheit, gehört damit selbst zur Riskogruppe. In ihre Apotheke kommen hustende und schniefende Leute, die Fieber gemessen haben wollen.  Ein Kunde habe sich auch damit gebrüstet, dass er eigentlich noch zwei Tage in Quarantäne sein sollte. Aber keine Lust mehr darauf habe.

    "Erwachsene Menschen bringen andere in Gefahr, die an der Front stehen."  Die Apothekerin kann nachvollziehen, dass ihre Mitarbeiter dann ein Motivationsloch haben, wenn es darum geht, Medikamente auszuliefern.  "Wir versuchen hier alles, dann kriegen wir so eine Watschn. Das ist keine Wertschätzung." 

    Auch wirtschaftlich wird die  Corona-Krise für sie und andere kleine Apotheken ein Problem werden. "Wenn die Leute jetzt verstärkt online einkaufen, sind wir alle weg", befürchtet sie. Schwierig wird die Lage auch dadurch, dass das Geld  für die Rezepte von den Krankenkassen später kommen wird, ihr Großhändler aber abbucht, wie immer. Sie muss also in Vorleistung gehen. "Es geht um viel im Moment. Wir brauchen die Menschen und die Vernunft."

    Infotelefon: In Sachen Corona gibt es für Stadt und Landkreis Schweinfurt Informationen unter Telefon (09721) 55 745. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist unter Telefon (09131) 6808 5101 zu erreichen. Im Internet: www.116117.de

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