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    Schonungen

    Arbeiterwohlfahrt blickt auf 95-jährige Geschichte zurück

    Glückwünsche zum 95-jährigen Bestehen überbrachten die Kinder des AWO-Naturkindergartens. Foto: Ursula Lux

    Vor hundert Jahren wurde die Arbeiterwohlfahrt gegründet. In Unterfranken allerdings dauerte es noch 40 Jahre, bis ein AWO-Bezirksverband ins Leben gerufen wurde. In Schonungen entstand aber schon nach fünf Jahren ein AWO-Ortsverband. Auf dessen Geschichte blickte Vorsitzende Thea Kupfer zur Eröffnung der 95-Jahr-Feier des Verbandes zurück.

    "Auf eine lange Zeit mit Höhen und Tiefen, in der auch viel erlebt wurde" blickte die Vorsitzende.  Ab 1933 von den Nationalsozialisten verboten, begann die Arbeit 1946 neu. Kriegsheimkehrer, Heimatvertriebene, Kriegerwitwen standen damals im Fokus. Seitdem aber werde ehrenamtlich geholfen. Kupfer erinnerte an herausragende Personen, die den Ortsverein geprägt haben, allen voran "den Ehrenvorsitzenden Franz Endres", der 50 Jahre lang Vorsitzender war und dessen Einsatz bis heute Vorbild sei.

    Die Oberndorfer Barden gestalteten gekonnt die Feier, auch wenn sie des "Geyers schwarzen Haufen" besangen und man doch eher ein "roter Haufen" sei, so Bezirksvorsitzender Stefan Wolfshörndl. Er betonte in seiner Festrede, dass die AWO so vielfältig und bunt wie das Leben selbst sei. Was einst mit Nähstuben begonnen habe, sei heute ein Wohlfahrtsverband mit 2800 Mitarbeitern und 100 Auszubildenden allein in Unterfranken. War vor 100 Jahren die Wohlfahrt noch kirchlich bestimmt und auf Almosen angewiesen, so sei bei der AWO von Anfang an auf Hilfe zur Selbsthilfe gesetzt worden. Mit dem Bau der Tagespflege, der Zusammenarbeit mit der Caritas, mit dem Seniorenzentrum und dem Naturkindergarten sei dem Ortsverein ein besonderer Coup gelungen, so Wolfshörndl.

    Das unterstrich auch Bürgermeister Stefan Rottmann. Diese Errungenschaften der letzten fünf Jahre seien ein "Quantensprung" für den Ortsverein gewesen, und nichts davon sei ihm in den Schoß gefallen. Landrat Florian Töpper, der gerne die Schirmherrschaft für die 95-Jahr-Feier übernommen hatte, weil er "hinter der Sache steht", überbrachte den Dank des Kreistages. Es sei eine Feierstunde "mit Liedern, die passen, herzlich, aber auch kämpferisch". Wie schon Wolfshörndl betonte auch er den politischen Aspekt der AWO. Es brauche Menschen, die die Grundfesten der Demokratie verteidigten und sich für Gerechtigkeit einsetzten.

    Anlässlich der Feierstunde zum 95. Geburtstag des AWO-Ortsverbandes wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Im Bild (von links) Bürgermeister Stefan Rottmann, Roland Spörlein, Marlene Canic, Vorsitzende Thea Kupfer, Kreisvorsitzende Gaby Sander und Landrat Florian Töpper. Foto: Ursula Lux

    Die Werte der AWO "Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit" beschwor auch Kreisvorsitzende Gaby Sander. Die Aufgaben in der Gesellschaft hätten sich zwar geändert, aber auch heute müsse man "kämpfen, aufstehen, helfen und die Finger in die Wunden legen, damit unsere Werte nicht mit Füßen getreten werden und verloren gehen". Das Motto der AWO, "der Mensch braucht den Menschen", verliere zu keiner Zeit an Aktualität, meinte Sander.

    Die Kinder des Naturkindergartens gratulierten der AWO dann mit Liedern und sorgten dafür, dass die Ehrengäste das Tanzbein schwangen. Anlässlich der Feierstunde wurden auch langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Ortsverein geehrt: für 25 Jahre Marlene Canic, Thea Kupfer, Theresia Papst und Ernst Wolf; für 40 Jahre Roland Spörlein. Die Auszeichnung für 65 Jahre Mitgliedschaft bekommt Richard Scheller persönlich nachgereicht.

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