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    Schweinfurt

    Arbeitslosenquote bleibt bei 2,9 Prozent

    "Der Arbeitsmarkt hält Kurs" meldet die Arbeitsagentur im Mai für die Region Main-Rhön. Wie geht es weiter, wenn - wie es scheint - die Konjunktur weiter schwächelt?
    Der regionale Arbeitsmarkt hält Kurs, heißt es im Mai-Bericht der Arbeitsagentur Schweinfurt. Doch habe der langjährige Aufschwung an Dynamik verloren. Foto: Felix Kästle/dpa

    Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön (Stadt und Landkreis Schweinfurt und die Kreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge) hat sich im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt, teilt die Arbeitsagentur Schweinfurt mit. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 2,9 Prozent. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust", stellt Arbeitsagenturchef Thomas Stelzer fest. Im Mai waren 7129 Menschen arbeitslos gemeldet - 122 Personen weniger als im Vormonat, jedoch 572 Arbeitslose mehr als im Vorjahr. Damals fiel die Quote mit 2,6 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger aus als jetzt.

    Viel Bewegung am Arbeitsmarkt

    Allerdings sank in diesem Zeitraum die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 116 Personen (15,9 Prozent) auf 1695 Personen. „Aufgrund der guten Konjunktur konnten viele Menschen eine Beschäftigung aufnehmen, die ansonsten möglicherweise in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten wären“, so Stelzer. Gerade bei einem guten Arbeitsmarkt gebe es viel Bewegung sowohl beim Zugang in Arbeitslosigkeit als auch beim Zugang aus dieser in Beschäftigung. Im Mai kamen mit 874 Personen mehr in Arbeit als aus Beschäftigung heraus arbeitslos wurden (813 Personen).

    Foto: Grafik: Christopher Walter

    An der Kurzarbeit in der Region änderte, wie schon seit Monaten, auch im Mai nicht viel. 23 hatten Kurzarbeit angemeldet (Vormonat 24) Die Anzahl der Kurzarbeiter sank um 120 auf 480. Vor einem Jahr waren die Zahlen niedriger. Im Mai 2018 waren nur neun Betriebe mit 52 Beschäftigten für die Kurzarbeit angemeldet.

    Knapp 5000 offene Stellen

    Die Unterbeschäftigungsquote -betreffend die Arbeitslosen und alle, die etwa wegen gerade laufender Weiterbildungen aus der Statistik fallen - lag im Mai bei 4,1 Prozent. 10 303  Menschen waren "unterbeschäftigt", 289 weniger als im Vormonat, wodurch diese Quote um 0,1 Prozentpunkt sank. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 359 Personen mehr in Unterbeschäftigung verzeichnet. "Viele Menschen mit Fluchthintergrund befinden sich aktuell in Sprach- und Integrationskursen" heißt es im Monatsbericht. Die Teilnehmerzahlen seien im Vergleich zum Vorjahresmonat um 363 auf 615 Personen zurückgegangen.

    Der Bestand an offenen Stellen bleibt im Mai trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt hoch. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei im ganzen Agenturbezirk "verhaltener“, so Stelzer. 4998 Stellenangebote wurden gezählt was einen leichten Rückgang von 274 Stellen (Minus 5,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat bedeute, doch das Niveau sei weiterhin hoch. Die Zahl der Jugendlichen, die im Mai noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren, lag mit 908 um 30 oder 3,4 Prozent höher als vor Jahresfrist. Sie hatten die Wahl zwischen 1649 unbesetzten Berufsausbildungsstellen - 234 oder 12,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit standen im Mai rein rechnerisch jedem jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle 1,8 offene Stellen zur Auswahl.

    Aufschwung verliert an Dynamik

    „Mittlerweile hinterlässt die Konjunkturflaute ihre Spuren“, wird ein Experte des des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)zitiert. Im milden Frühling sei die Arbeitslosigkeit noch durch günstige Wettereffekte entlastet worden. Ein weiterer Abbau sei nun aber auf eine wirtschaftliche Erholung angewiesen. „Der langjährige Aufschwung am regionalen Arbeitsmarkt hat aktuell an Dynamik verloren. Die Rahmenbedingungen haben sich – auch aufgrund politischer Risiken – eingetrübt und treffen vor allem das verarbeitende Gewerbe", sagt Stelzer. Und: "Wegen des Fachkräftemangels halten dennoch viele Firmen möglichst lange an ihren Mitarbeitern fest. So bleibt abzuwarten, ob es einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit geben wird.“

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