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    Euerbach

    Auch Euerbach stimmt für Fortführung der Öko-Modellregion

    Der Kindergartenneubau in Euerbach schreitet voran. Als nächstes sollen die Zimmerer-, Dachdeck- und Spenglerarbeiten in Auftrag gegeben werden.
    Der Kindergartenneubau in Euerbach schreitet voran. Als nächstes sollen die Zimmerer-, Dachdeck- und Spenglerarbeiten in Auftrag gegeben werden. Foto: Bastian Reusch

    Weitere Auftragsvergaben für die Großbauprojekte

    Ein straffes Programm hatte der Gemeinderat in Euerbach bei seiner Sitzung vergangenen Dienstag abzuarbeiten. Zunächst wurde über eine weitere Verlängerung der Öko-Modellregion Oberes Werntal entschieden. Zudem vergab das Gremium weitere Aufträge für den Kindergartenneu- sowie den Grundschulausbau. Ebenso wurde eine neue Friedhofs- und Bestattungsordnung beschlossen, bedingt durch das Auslaufen des Vertrages mit dem bisher zuständigen Bestattungsunternehmen Meder.

    Bürgermeister Artur Arnold erinnerte jedoch zunächst daran, dass der aktuelle Gemeinderat noch für den Beschluss des Haushaltes 2020 zuständig ist. Nach einleitenden Worten übergab das Gemeindeoberhaupt dann das Wort an Anna Katharina Paar, der Leiterin für das Projekt Öko-Modellregion Oberes Werntal. Diese erklärte in einem anschaulichen Vortrag Sinn und Zweck des Projekts, den unmittelbaren Nutzen für Gemeinden sowie Bürger und was im Falle einer Verlängerung desselben noch geplant sei.

    Bundesweit und vor allem in Bayern sei man bestrebt, die ökologisch genutzten landwirtschaftlichen Flächen auszubauen erläuterte Paar, hierzu gebe es aktuell in Bayern, Hessen und Baden Württemberg Öko-Modellregionen, davon drei in Unterfranken. Diese verfolgen das Ziel, die regionalen Wertschöpgunsketten für Bio-Produkte auszubauen und damit den ländlichen Raum zu stärken. Ebenso soll die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel sowie das Bewusstsein für regionale Identität vorangebracht werden. Vor allem das Bewusstsein für ökologische Landwirtschaft solle gestärkt, den Landwirten Informationen an die Hand gegeben werden. Besonders lobend erwähnte Paar die Gemeinde Euerbach, die sich vorbildlich in das Projekt einfüge.

    Kritik von Landwirt

    Neben viel Lob in der folgenden Diskussion kam aber insbesondere von Gemeinderat Günter Hutter auch Kritik. Dieser ist selbst konventioneller Landwirt, produziert regional, machte aber deutlich, dass ihm in der Öko-Modellregion die Anerkennung für die konventionellen Produzenten fehlt und kritisierte, dass man diese praktisch ignoriere. Dem hielt Paar entgegen, dass fast sämtliche durch sie organisierte Veranstaltungen für jedermann offen seien und man ebenso Referenten beider Produktionsarten einlade. Man dürfe nicht schwarz-weiß malen, sondern solle bedenken, dass die Öko-Modellregion Ansätze für und nicht gegen etwas biete. Letztlich votierte der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen für die Verlängerung des Projektes.

    Die Verbindungsstraße zwischen Sömmersdorf und Obbach weist erhebliche Schäden auf. Nun soll eine reine Deckensanierung im Bestand für Abhilfe sorgen.
    Die Verbindungsstraße zwischen Sömmersdorf und Obbach weist erhebliche Schäden auf. Nun soll eine reine Deckensanierung im Bestand für Abhilfe sorgen. Foto: Bastian Reusch

    Marode Verbindungsstraße

    Im Anschluss erläuterte Bürgermeister Arnold das geplante weiter gemeindliche Vorgehen bei der Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Sömmersdorf und Obbach. Nach einer Kostenschätzung würde die geplante Verbreiterung auch mit Zuschüssen teurer als eine reine Deckensanierung im Bestand. Diese belaufe sich auf 70 000 bis 80 000 Euro. Mit einem einstimmigen Beschluss wurde dieser Vorschlag angenommen.

    Bei den fortschreitenden Arbeiten an der Erweiterung der Grundschule und dem Kindergartenneubau gaben die Räte einen Vorratsbeschluss für die Vergabe der Dachdecker-, Zimmerer- und Spenglerarbeiten. Dies war laut Arnold notwendig, da die Prüfung der Angebote bis zum nächsten Sitzungstermin am 21. Januar nicht abgeschlossen sein werde, hernach die Zeit aber dränge. Die Gemeindeverwaltung wurde ermächtigt, die Aufträge an den günstigsten Anbieter zu vergeben.

    Neuregelung am Friedhof

    Für Diskussionsstoff sorgte im weiteren Sitzungsverlauf die Änderung der Friedhofs- und Bestattungsordnung. In Obbach sowie Sömmersdorf wird nach wie vor die Gräberöffnung und -schließung durch den von der Gemeinde beauftragten Bestatter übernommen. In Euerbach durch ein fachlich geeignetes Bestattungsunternehmen. Arnold erläuterte, dass dieser Wechsel notwendig sei, da das bisherige Bestattungsunternehmen Meder den Vertrag mit der Gemeinde nicht mehr zu ähnlichen Konditionen wie bisher verlängern wollte. Diese Regelung werde in der Gemeinde Wasserlosen sowie im Nachbarlandkreis Bad Kissingen schon ohne Probleme praktiziert. Das heißt, dass die Hinterbliebenen statt wie bisher die Gemeinde zum Auftraggeber werden, auch in Bezug auf die Graböffnung und -schließung. Arnold betonte ebenfalls, dass man sich von der Gemeindeseite behelfen könne, sollte einmal der Fall eintreten, dass man diese hoheitliche Aufgabe erfüllen müsse. Daraufhin verabschiedete der Gemeinderat bei einer Gegenstimme die neue Satzung.

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