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    Gerolzhofen

    Auf dem Maisacker: Szenen wie im Horrorfilm

    Wenn ein Maishäcksler auf Dosen mit Tomatenmark trifft, kann dies zu unschönen Szenen führen. Foto: PhotoSG

    Szenen wie in einem Horrorfilm spielten sich dieser Tage bei der Mais-Ernte auf Gerolzhöfer Gemarkung in der Nähe des Vetter-Sees am Silberbach ab. Während der moderne Häcksler zügig durch das Maisfeld pflügte und ein Traktor mit Großraumanhänger ihn seitlich begleitete, um das Häckselgut aufzunehmen, gab es plötzlich einen Schlag. Was dann folgte, sorgte bei allen Beteiligten erst einmal für einen gehörigen Schrecken.  

    "Die komplette Seite meines Anhängers wurde von oben bis unten mit einer roten Flüssigkeit bespritzt", erzählt der Mann, der den begleitenden Traktor fuhr. "Auch an der hinteren Scheibe meines Traktors lief die rote Brühe runter." Es sah aus wie Blut - mit kleinen Stückchen drin.

    Der Schock ist groß. Ist irgendein ein größeres Lebewesen in den Häcksler geraten? Was könnte dieses Blutbad angerichtet haben? Der Fahrer des Häckslers traut sich zunächst nicht, bei der mutmaßlichen Unfallstelle nachzuschauen, weil er dort mit einem schlimmen Anblick rechnet. Wer oder was liegt dort?

    Es riecht nach Tomaten

    Doch dann löst sich die Anspannung. "Wir haben plötzlich gemerkt, dass es nach Tomatenmark riecht", sagt der Traktorfahrer, der inzwischen über den Vorfall schmunzeln kann. Tatsächlich: Am Bulldog und am Anhänger tropft in Strömen frischer Tomatensaft herunter.

    Die Nachschau an der mutmaßlichen Unfallstelle sorgt dann für die endgültige Entwarnung. Auf dem Feld, unweit des Silberbachs, liegen vier aufgeplatzte Zehn-Kilo-Dosen mit Tomatenmark. Der schwere Häcksler hatte sie mit seinen Reifen überfahren und dadurch zum explosionsartigen Platzen gebracht, so dass in der unmittelbaren Umgebung ein blutrot-schleimiger Regen niederging. Wie in einem billigen Horrorfilm.

    Wie die vier Tomaten-Dosen dort hin kamen, ist ungeklärt. Entweder hat sie jemand dort widerrechtlich entsorgt. Oder: "Ich denke, dass sie bei einem Hochwasser angeschwemmt worden sind", meint der Landwirt, "denn sie lagen gleich neben dem Silberbach." Gut möglich, dass es sich bei den Dosen um die Reste eines Zeltlagers handelt. Auf einer Wiese am Oberlauf des Silberbachs trifft sich nämlich gelegentlich Jugend, um hier für ein paar Tage zu campen.

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