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    REGION STEIGERWALD

    Auf dem Weg vom Steigerwald nach Europa

    Das Kloster Ebrach ist Dreh- und Angelpunkt des Projektes „Vielfalt in der Einheit – Zisterziensische Klosterlandschafte... Foto: Arnulf Koch

    Mit zwei Einträgen in das Bayerische Landesverzeichnis inklusive Vorschlag für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes und einem Projekt auf dem Weg zum Europäischen Kulturerbe-Siegel trägt die Kulturlandschaftsinventarisation des Steigerwaldes nun Früchte. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises Bamberg hervor.

    „Mit der starken Zusammenarbeit der Steigerwald-Landkreise konnten wir in kürzester Zeit nicht nur Bäuerliche Gemeinschaftswälder und Dörrobst-Tradition eintragen lassen, sondern uns auch auf europäischer Ebene mit den Kulturlandschaften der Zisterzienserklöster vernetzen“, zieht der Bamberger Landrat Johann Kalb eine positive Zwischenbilanz.

    Die von einem Fachbüro erstellte 500 Seiten starke Kulturlandschaftsinventarisation des Steigerwaldes war zu dem Schluss, gekommen, dass neben den Chancen auf ein Unesco-Weltkulturerbe und das Europäische Kulturerbe-Siegel im Rahmen serieller, länderübergreifender Antragswege gerade auch die Bewahrung und Pflege von Traditionen wie im Hinblick auf die bäuerlichen Gemeinschaftswälder und die Dörrobst-Baumfelderwirtschaft in Fatschenbrunn sehr gute Aussichten auf eine Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe besitzen. Hier sei nun ein wichtiges Etappenziel erreicht, so Johann Kalb.

    Im „Paket“ der bäuerlichen Gemeinschaftswälder sind bekanntlich auch der Gemeinsame Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen, die Waldgenossenschaft Kammerforst und die Rechtlerwälder auf dem Gebiet der Gemeinde Rauhenebrach (Geusfeld, Prölsdorf, Theinheim) enthalten. „Wir sind mit dem Steigerwald in Europa angekommen“, freut sich Landrat Kalb, der zusammen mit der Europaabgeordneten Monika Hohlmeier das Projekt „Vielfalt in der Einheit – Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa“ bereits mit großer Resonanz den französischen Kollegen in Straßburg vorgestellt hat.

    „Es geht uns darum Landschaften zu verbinden und den Blick für gemeinsame europäische Geschichte und Traditionen zu schärfen. Unser Fernziel ist auch hier ein Welterbetitel“, betont Kalb für den Landkreis Bamberg als Träger des erfolgreichen grenzübergreifenden Projektes im Europäischen Kulturerbejahr 2018. Es vereint die Steigerwaldregion mit Klosterregionen der Zisterzienser in Frankreich, Deutschland, Österreich und Tschechien. Ab 2019 ist ein transnationales Folgeprojekt mit 20 Partnern in acht Ländern zur Bewerbung um ein serielles Europäisches Kulturerbesiegel geplant.

    „Die Abtei Ebrach ist der Dreh- und Angelpunkt der Süd- und Ostausbreitung der Zisterzienser, deshalb werden wir, über die bestehenden Partner hinaus, den Steigerwald mit weiteren zisterziensischen Kulturlandschaften verbinden und das Netz engermaschig ziehen. Als neue Länder werden Polen und Slowenien hinzukommen“, erläutert die Projektleiterin im Bamberger Landratsamt Birgit Kastner. Das Thema Kulturlandschaft sei dabei das verbindende Element zur Prädikatisierung.

    „Kulturlandschaften stellen die übergreifendste Stufe des materiellen kulturellen Erbes dar“, so Thomas Gunzelmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, „sie sind sozusagen der Container, der alle anderen Gruppen dieses Erbes enthalten kann, seien es Einzelgebäude und damit auch Denkmale, Dörfer, Städte und die freie Landschaft.“

    Noch heute lassen sich Reste vom Wirken des Ordens, Spuren der zisterziensischen Landnutzung und Besiedlung entdecken: ehemalige und noch intakte Weinberge, bewahrte historische Formen des Waldbaus, Relikte der Wasserbautechnik mit Kanälen, Wehren und Mühlen, die alten Wirtschaftshöfe mit ihren Fischteichen, Feldern, Streuobstwiesen und Wäldern, Wallfahrtswege und Kapellen.

    Das „Sehenlernen“ und „Lesen der Landschaft“ will das laufende Projekt mit einem breit aufgestellten Vermittlungsprogramm für alle Generationen erfahrbar machen. Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit solchen historisch geprägten Landschaften entwickelt werden, vor allem in Hinblick auf Vermittlung und Bewahrung.

    Das Projekt zum Kulturerbejahr ist ein Förderprojekt des Bundes, des Landes und der EU in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Die diesbezügliche Ausstellung in Ebrach ist noch bis 9. September zu sehen.

    Das Programm in Sachen „Vielfalt in der Einheit – Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa“ ist zum Download auf der Website www.cisterscapes.eu verfügbar.

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