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    Schweinfurt

    Auf dem Weg zu einer echten Bildungsregion Schweinfurt

    Bildung als wichtigste Ressource der Region: Die Bildungsregion Stadt und Landkreis Schweinfurt gibt es seit gut zwei Jahren, nächstes Jahr will man sich für die Zertifizierung des Kultusministeriums bewerben. Foto: Patrick Pleul

    Seit gut zwei Jahren gibt es die so genannte Bildungsregion Stadt und Landkreis Schweinfurt, eine Initiative des Kultusministeriums seit einigen Jahren für ganz Bayern. Koordinatorin Kerstin Surauf zog im Jugendhilfeausschuss eine positive Bilanz und sieht die Region auf einem guten Weg, die angestrebte Zertifizierung durch das Ministerium bis Herbst 2020 auch zu bekommen.

    Im Kern geht es darum, dass sich Bildungsakteure vor Ort aus unterschiedlichen Bereichen vernetzen und "durch eine intensive Zusammenarbeit einen qualitativen Mehrwert für alle Bildungsempfänger der Region schaffen", wie es ein wenig sperrig in der Verwaltungsvorlage heißt. Sprich: Natürlich weiß man, wo es welchen Kindergarten, Kita, Grund-, Mittel-, Realschule, welches Gymnasium, welche Privatschule, welche Erwachsenenbildungsstätte gibt. Aber kennen sie sich untereinander? Wissen sie, wer was wie macht? Könnten sie nicht voneinander lernen, Synergien schaffen? Und vor allem: Wie kann man es erreichen, dass diejenigen, die unterrichtet werden, noch besser gefördert werden.

    Surauf sagt, die "Vernetzung war für uns schon jetzt sehr gewinnbringend." Es gab ein großes Dialogforum aller Beteiligten sowie zahlreiche Workshops in Gruppen, in denen die verschiedenen vom Ministerium vorgegebenen Handlungsfelder von der Familie über schulische und außerschulische Bildungsangebote bis zum demografischen Wandel bearbeitet wurden. Das nächste Dialogforum ist für den 23. Januar 2020 geplant. Außerdem wurden 44 Handlungsempfehlungen erarbeitet, die es in den nächsten Jahren auch gilt umzusetzen.

    "Die Vernetzung war für uns schon jetzt sehr gewinnbringend."
    Kerstin Surauf, Koordinatorin der Bildungsregion Stadt und Landkreis Schweinfurt.

    Surauf freut sich über den Aha-Effekt in den Gesprächen untereinander, dass man jetzt schon viel voneinander gelernt habe. "Natürlich", betont sie, "läuft jetzt in Sachen Bildung in der Region schon vieles sehr gut, aber wir sehen die Bildungsregion als Motor für die Vernetzung der Zukunft." In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig gewesen, dass man im Winter 2018 einen siebten Arbeitskreis mit dem Thema Digitalisierung einrichtete und sich auch als "digitale Bildungsregion" bewerben will.

    Bildung sei eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Surauf, deswegen bemühe man sich, ein starkes Netzwerk für die Zukunft zu schaffen. Jedem Kind, Jugendlichen aber auch Erwachsenen müsse die Möglichkeit gegeben werden, seinen eigenen Weg gehen zu können "ohne durchs Raster zu fallen", so Surauf. Menschen mit guter Schul- und später Berufsausbildung seien "die wichtigste Ressource der Region."

    Surauf stellte auch einen Teil der Handlungsempfehlungen für die politischen Gremien vor. Das Spektrum ist weit gefasst – vom gemeinsamen Schulentwicklungsplan für Stadt und Landkreis (im Moment gibt es den in dieser Form nicht), Deutschintensivkursen für Neuzugewanderte, einem Projekt, wie man Jugendliche fürs Ehrenamt gewinnen kann bis zu Projekten, in denen Schulen sich als soziale Zentren verstehen, die vormittags lehren und nachmittags und abends der Öffentlichkeit als Raum für Aktivitäten verschiedener Art zur Verfügung stehen.

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