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    Schweinfurt

    Aufschwung für das Turnfest auf dem Wasser

    Nur beim Absprung nicht das Ziel verfehlen, könnte nass werden. Felix Remuta (links) und Marcel Nguyen, die beide für den TSV Unterhaching starten, gehen eventuell als erste Boot-Barrenturner in die Geschichte ein. Foto: Anand Anders

    Leinen Los für das Landesturnfest!  Und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn die Pressekonferenz, sozusagen der vorgezogene Startschuss zum immer näher rückenden Breitensport-Großereignis in Schweinfurt (30. Mai bis 2. Juni), fand auf der "Franconia" statt. Das 65 Meter lange Schiff, das auch tatsächlich zu einer kleinen Rundfahrt aufbrach, wurde so zur Kulisse für Informationen rund um den letzten Stand in Sachen Landesturnfest und zu einer  sportlichen Premiere, die es so noch nicht gab.    

    Olympiamedaillengewinner Marcel Nguyen und Nationalturner Felix Remuta, die schon vor so mancher Kulisse geturnt haben, zeigten auf dem fahrenden Schiff und unter freiem Himmel eine Barrenübung.  Nicht nur für die beiden erfolgreichen Sportler eine völlig neue Herausforderung, sondern sozusagen eine "Weltpremiere", denn Barrenturnen gehört normalerweise nicht zu den auf Ausflugsschiffen gepflegten Übungen. "Es hat Spaß gemacht, aber man spürt schon die Bewegungen des Schiffes", bilanzierte Remuta diese neue Erfahrung, die auch noch bei einsetzendem Regen über den Holm ging.  Mit Landesturnfesten, in deren Rahmen viele Meisterschaften ausgetragen werden, haben beide Turner nur gute Erfahrungen gemacht. "Es sind viel mehr Menschen da als bei normalen Meisterschaften, die Begeisterung ist ungleich höher, dazu tragen auch die vielen Mitmachaktionen bei".

    Turnfest Gala im Viererpack – Show mit Flow

    Geturnt wurde nur zum Auftakt. Alfons Hölzl, Präsident des Bayerischen Turnverbandes und Deutschen Turner-Bundes, Andy G. Krainhöfner, Organisationskomitee-Chef und Vizepräsident des Bayerischen Turnverbandes, und Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé standen Rede und Antwort rund um das Mega-Ereignis.  Dazu gesellte sich Marcel Geißler von der Dancefloor Destruction Crew. Die DDC führt Regie bei den vier Turnfest-Galas, steuert das Zusammenwirken der eigenen Darbietungen mit denen der Gastgruppen. "Eine gemeinsame Show und nicht nur einzelne Showteile, eine Show mit Flow", versprach Geißler. Viermal haben die Gäste die Gelegenheit dabei zu sein.

    Das Turnfest rockt. Steffi List performte mit der Dancing Crew der Lebenshilfe die Hymne des sportlichen Großereignisses mit dem programmatischen Titel "Einer für alle". Foto: Anand Anders

    Und davon kommen reichlich. Andy G. Krainhöfner sprach von 8000 Aktiven, mit denen man ursprünglich geplant habe, jetzt sei man bei über 11 000. Das ist zwar schön, zieht aber noch mehr Helferbedarf nach sich. "Wir brauchen dringend noch zusätzliche Freiwillige", räumte er denn auch ein, zeigte sich aber überzeugt, das dies auf den letzten Metern noch zu schaffen sei. Wie viel Arbeit in der Versorgung der Gäste steckt, zeigt sich schon in den Frühstückszahlen.

    13 000 davon müssen den zumeist in Turnhallen übernachtenden Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit einem Lebensmittelanbieter zur Verfügung gestellt werden. Krainhöfner sprach von 600 Kilo Käse, ebensoviel Wurst und 20 000 Äpfeln, die dabei nicht nur bewegt werden.  Um das Frühstück rechtzeitig anbieten zu können, müssen die Helfer um vier Uhr Früh aus den Federn. Allein für den "Wahlwettkampf" für den sich jeder Teilnehmer das Paket seiner sportlichen Herausforderungen selber schnüren kann, sind 1514 Teilnehmer gemeldet, was Arbeit für knapp 150 Kampfrichter schafft.    

    Letzte Neuigkeiten rund ums Turnfest. Darüber informierten von links Marcel Geißler (DCC), Andy G. Krainhöfner, Vizepräsident des Bayerischen Turnverbandes, OB Sebastian Remelé, Alfons Hölzl, Präsident des Bayerischen Turnverbandes und Deutschen Turnerbundes. Rechts im Bild die beiden erfolgreichen Turner Marcel Nguyen und Felix Remuta. Foto: Anand Anders

    OB Sebastian Remelé zeigte sich erfreut darüber die Industrie- und Kulturstadt Schweinfurt während dieser Tage als das präsentieren zu können, was sie eben auch ist – eine Stadt des Sports. Das Landersturnfest werde so zur guten Gelegenheit, Menschen auf diese entdeckenswerte Stadt aufmerksam zu machen. Die Stadt hat sich nicht nur finanziell am Landesturnfest beteiligt, sondern auch im Vorfeld ihre Hausaufgaben gemacht, was zum Beispiel die Sicherheit betrifft und sieht sich hier im engen Schulterschluss mit den Behörden.

    "Idealerweise werden Sie als Besucher des Turnfestes nichts davon spüren", so der OB. Auch der Bezirk Unterfranken, dem die sportliche Inklusion besonders am Herzen liegt, beteiligt sich mit 21 000 Euro, wie Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel im persönlichen Gespräch ergänzt.  Mit wie viel Freude Inklusion verbunden sein kann, demonstrierte "Unterfrankens Rockröhre Steffi List", wie sie von Moderator Thomas Schall betitelt wurde. Gemeinsam mit der "Dancing Crew" der Schweinfurter Lebenshilfe performte sie die offizielle Landesturnfest-Hymne "Einer für alle". Der Song wird zusammen mit dem dazugehörigen Flash-Mob einer der musikalischen Höhepunkte des Landesturnfestes sein. 

    "Es gibt kein vergleichbares Breitensportfest" skizzierte Alfons Hölzl die Dimensionen dieses Events, das ein Mix aus Breitensport und Leistungssport sein wird. Neben Party, Spaß und Spannung finden alleine 68 Wettbewerbe und 28 Bayerische Meisterschaften statt. "Wenn das Wetter mitspielt, dann wird es eine tollte Veranstaltung mit ganz vielen lachenden Gesichtern", so Hölzl. Die Puzzleteile fügen sich zusammen, das Fest rückt näher, jetzt hofft nicht nur er auf das, was so ein Landesturnfest auf jeden Fall auch braucht: richtig gutes Wetter.    

    Sponsoren, Organisatoren und zwei erfolgreiche Turner. Marcel Nguyen (Mitte links) und Felix Remuta (daneben) sorgten für die sportliche Seite der Eröffnungs-Pressekonferenz und stellten sich hier mit den Hauptsponsoren zum Erinnerungsbild. Foto: Helmut Glauch

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