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    Werneck

    "Aufwind" für psychisch erkrankte Menschen

    Der „Aufwind – Verein für gemeindenahe Psychiatrie e. V.“, begleitet psychisch erkrankte Menschen und macht ihnen Hilfsangebote in den Bereichen „Wohnen“ sowie „Tagesstruktur und Arbeit“. Mit der therapeutischen Übergangseinrichtung „Der Gutshof“ bietet er laut einer Pressemitteilung zudem Stabilisierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen an.

    Den Mitgliedern des Aufwind e. V. wurde bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung vom Vorsitzenden Paul Strobel der Stand der Vereinsarbeit berichtet. Ein besonderes Erfolgsprojekt sei weiterhin das Café Balthasar im Schloss Werneck und dessen Zweigstelle, das Café und Bistro im Kreisaltenheim Werneck. Hier gelänge es hervorragend, psychisch erkrankten Menschen wieder Selbstsicherheit, Zuversicht und Perspektiven für ihre berufliche Weiterentwicklung zu geben. Das Café Balthasar wird als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb des Aufwind e. V. geführt und fungiert als sogenanntes „Zuverdienstprojekt“.

    Psychisch erkrankte Menschen können zwischenzeitlich bayern- und bundesweit solche Zuverdienstprojekte als Maßnahme der sozialen und beruflichen Eingliederung nutzen. Sie stehen dann nicht in einem Arbeitsverhältnis. Vielmehr können sie sich, z. B. bei Bezug einer Erwerbsminderungsrente, bis zu 15 Stunden pro Woche im Sinne einer Arbeitsförderung ganz nach ihren Bedürfnissen und Entwicklungszielen erproben und erhalten dafür ein Motivationsgeld. Sie werden bei ihren praktischen Tätigkeiten angeleitet und fachlich betreut und machen oftmals sehr rasch positive persönliche Entwicklungen mit ihren Erfolgen in der Küche oder im Kundenkontakt an der Verkaufstheke.

    Dank der Förderung durch den Bezirk Unterfranken steht im Café Balthasar auch eine Sozialarbeiterin als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie bietet regelmäßige Einzelgespräche und Unterstützungen an und trägt mit gemeinsamen Aktivitäten zur sozialen Integration aller bei. Auf dieser Basis, so Strobel, konnte im Verlauf des vergangenen Jahres 28 Personen ein Angebot zur Begleitung und Förderung gemacht werden. Neun konnten im Laufe des Jahres 2018 eine Ausbildung beginnen oder in eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln. Für alle aber galt: sie konnten auf ein Jahr ohne eine längere stationäre psychiatrische Behandlung und ohne schwere gesundheitliche Krisen zurückblicken.

    Betreutes Wohnen und Tageszentrum wurden im Laufe des zurückliegenden Jahres von insgesamt 44 Betroffenen in Anspruch genommen. Die Übergangseinrichtung „Der Gutshof“ bot weiteren 18 Klientinnen therapeutische Hilfen. Die Kassiererin Irmtrud Wahler konnte den Mitgliedern des Aufwind e. V. mit einer „schwarzen Null“ ein positives wirtschaftliches Jahresergebnis berichten. Sie bedankte sich ausdrücklich bei den Zuschussgebern, insbesondere beim Bezirk Unterfranken, sowie bei den vielen Förderern und Spendern für ihre finanzielle Unterstützung. Die Mitgliederzahl sei, so Wahler, bei ca. 100 Mitgliedern stabil geblieben, so dass auch deren Beiträge wieder eine verlässliche Größe gebildet hätten.

    Bearbeitet von Helmut Hickel

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