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    SCHWEINFURT

    Aus der Traube in die Tonne, vom Schoppen zum Gesang

    Bissen sich durch: Bernhard Oberländer, Elmar Leimeister, Heike Bauer und Gisbert Heck bei der musikalischen Weinprobe (von links).
    Bissen sich durch: Bernhard Oberländer, Elmar Leimeister, Heike Bauer und Gisbert Heck bei der musikalischen Weinprobe (von links). Foto: Eichler

    „I muaß im frühern Lebn eine Reblaus gwesen sein“, vermutete einst Hans Moser, in leicht beschwipster Stimmlage. Denn: „sonst wär die Sehnsucht nicht so groß nach einem Wein. Drum tu den Wein ich auch nicht trinken sondern beißen. I hob den Rotn grod so gearn als wie den Weißn“.

    Der Geist des unvergessenen Wiener Volksschauspielers schwebte über dem Pfarrsaal St. Peter und Paul, bei der musikalischen Weinprobe anlässlich des Jubiläumsjahres „150 Jahre Sängerlust“. Die legendäre „Reblaus“ des singenden Weinverkosters bot einen der Höhepunkte des geselligen Abends. Zahlreiche Festgäste durften sich „durchbeißen“, durch insgesamt sechs Gänge, mit jeweils zwei Flaschen aus dem Keller des Garstädter Weinguts Geßner. Zur Reblaus gesellte sich manch weiterer Ohrwurm, vom Jubilar und Gastgeberverein ebenso wie den eng verbandelten „Sängerfreunden“.

    Außerdem erklangen Operetteneinlagen der Solisten, zum Klirren der Weingläser, natürlich alle rund ums Thema Rebensaft. Im sanften Licht grün illuminierter Bocksbeutel begrüßte Heike Bauer als Vorsitzende der Sängerlust den gut gefüllten Saal.

    Winzer Uwe Geßner steuerte Anekdoten und Geschichtli bei, von „Pfarrers Katze“, für die der Seelsorger ganz besonders seine Predigt hält, bis zu den „fränkischen Temperaturschwankungen“, symbolisiert durch Känguru und Pinguin.

    „Im Wein ist die Wahrheit“ lautete eine weitere, flott in Noten umgesetzte Weisheit. Besungen wird außerdem das „lachende Augenpaar“, wie in der Operette „Der Vetter aus Dingsda“. Sopranistin Heike Bauer wechselte sich auf der Bühne ab mit Chorleiter und Tenor Bernhard Oberländer sowie Gisbert Heck (Bass) von den Sängerfreunden 1982. Deren Chorleiter Bernhard Wenzel begleitete am Klavier, dazu gab es manch gelungenes Duett. Sängerfreund Elmar Leimeister bot zu vorgerückter Stunde noch etwas fürs Herz und reichte den Damen „Dunkelrote Rosen“.

    Ansonsten wechselten sich die erlesenen Lagen in den Gläsern ab mit feierlichen Hymnen an Gott Bacchus, durch die Chöre: Mal huldigte ihm die Sängerlust, sei es mit einem „Prost probiert“, sei es mit dem „Heimatlied“ oder eine Ode auf Main und Rhein. Dann übernahmen die Sängerfreunde den Lobgesang, etwa mit „Ein König ist der Wein“, oder dem legendären „Aus der Traube in die Tonne“. Für gute Laune war gesorgt, dank Wein und Liedgut gleichermaßen.

    Erneut zu hören sein wird die Sängerlust am Sonntag, 12. November, um 17 Uhr in der Kirche St. Michael: Beim Jubiläumskonzert werden auch noch 30 Jahre Chorleitung unter Bernhard Oberländer gefeiert.

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