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    EUERBACH

    Ausschließlich nicht störende Betriebe zulässig

    Seit einigen Tagen wird für den Kreiselbau auf der B 303 bei Euerbach die Umfahrungsstraße für die Dauer der Bauzeit vor... Foto: Silvia Eidel

    Formal hat der Gemeinderat Euerbach den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet „Südlich der B 303“ aufgestellt, so dass mit dem begonnenen Kreiselbau der Weg für die Errichtung eines Einkaufsmarkts beschritten ist.

    Seit Wochenbeginn wird am Bau des Verkehrskreisels auf der B 303 vor Euerbach gearbeitet. Die Umfahrungsstraße für die Dauer der Bauzeit ist ausgeschoben, so dass der Verkehr dann ohne Ampelregelung fließen kann. Von dem Kreisel weist der südliche Abzweig in das neue Gewerbegebiet, wofür der Bebauungsplan vom Ratsgremium einstimmig gebilligt wurde. Parallel dazu wurde auch der Flächennutzungsplan geändert.

    32 sogenannte Träger öffentlicher Belange, also Ämter, Behörden und Organisationen, waren beteiligt, 25 davon brachten ihre Anregungen ein. Auch sieben Gemeindebürger hatten schriftlich ihre Einwände eingereicht. Deren Bedenken habe man ernst genommen und aus Sicht der Gemeindeverwaltung in mehreren Treffen und Gesprächen ausräumen können, sagte Bürgermeister Arthur Arnold.

    Dabei ging es unter anderem darum, dass nur „nicht störende Gewerbebetriebe“ zulässig sind, dass Lärmkontingente einzuhalten sind, dass Lieferverkehr und Nachtanlieferung zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ausgeschlossen sind, wie Dieter Heinrich vom Planungsbüro Kirchner konkretisierte.

    Die Firsthöhe der Gebäude wurde auf zwölf Meter beschränkt. Um die Lärmemissionen zu minimieren müssen zudem die Gebäude im Gewerbegebiet abschirmend zur Wohnbebauung gestellt werden, müssen Zu- und Abfahrten sowie das Parken im Osten erfolgen. Gutachten zur Schallemission wurden erstellt, was die Nutzung im Gewerbegebiet weiter einschränkt.

    Zur Wohnbebauung hin wird ein Grüngürtel unter der 110 000-Volt-Stromleitung und über der Ferngasleitung angelegt, der allerdings aus Sicherheitsgründen nur bedingt gestaltet werden darf. Begrüßt wurde aus dem Rat, dass der Grünstreifen auf die nötige Ausgleichsfläche angerechnet wird.

    Von den Nachbargemeinden Geldersheim und Poppenhausen wurde die gewerbliche Entwicklung insofern kritisiert, als doch in den Conn Barracks bald ebenfalls Flächen auf einem Interkommunalen Gewerbegebiet zur Verfügung stünden und daher mit diesen in Konkurrenz treten würde. Die Antwort der Gemeinde Euerbach: Die ausgewiesenen Flächen dienten dem örtlichen Bedarf, zudem seien in den Conn Barracks andere Standortvoraussetzungen als am Ortsrand von Euerbach vorhanden. Mit dem Lebensmittelvollsortimenter solle zudem die wohnortnahe Grundversorgung in Euerbach gesichert werden.

    Gemeinderätin Andrea Lettowsky monierte, dass das Ratsgremium die Einwendungen erst jetzt erhalte, noch dazu in geballter und umfangreicher Form, wo doch die Beteiligung der Bürger und der Behörden bereits im September 2017 erfolgt sei. Arnold rechtfertigte, dass es Auftrag der Verwaltung und des Bürgermeisters sei, die Angelegenheit vorzubereiten und der Gemeinderat dann die Beschlüsse fasse. Die Gemeinde habe zwar die Planungshoheit, der rechtliche Rahmen aber müsse eingehalten werden, was den Spielraum eines Gemeinderats einenge.

    Nach dem Billigungs- und Auslegungsbeschluss erklärte sich der Gemeinderat auch einstimmig mit der Änderung des Flächennutzungsplanes einverstanden. Die Öffentlichkeit wird erneut über die Auslegung der Planunterlagen beteiligt.

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