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    Handthal

    Ausstellung: „Kein Wald vor lauter Bäumen“

    Eine ausdrucksstarke Tanzperformance stimmte optisch und akustisch ein auf die Eröffnung der neuen Fotoausstellung im Steigerwald-Zentrum. Foto: Constanze Stern

    Die Axt schlägt rhythmisch auf den Stamm ein, die Bäume fallen, einer nach dem anderen. Doch die Natur des Waldes, ständig in fließender Bewegung, schafft immer wieder neues Wachstum und hat letztlich den längeren Atem. Eine ausdrucksstarke Tanzperformance stimmte optisch und akustisch ein auf die Eröffnung der neuen Fotoausstellung im Steigerwald-Zentrum. Die Fotokünstler Peter Eberts und Gerhard Schlötzer erläuterten im Anschluss daran, wie sie sich dem Phänomen Baum auf unterschiedliche Weise nähern. So der Wortlaut einer Pressemitteilung.

    Peter Eberts macht die Flüchtigkeit der Wahrnehmung zum gestalterischen Inhalt seines ersten Zyklus, mit dem er die Sensibilität der Betrachter für die Natur steigern will. Auf den ersten Blick wirken diese Fotografien wie Malerei, kommen aber, ohne digital verändert worden zu sein, direkt aus der Kamera, lediglich Kontrast und Farbe wurden intensiviert.

    Im zweiten Teil seiner Arbeiten zeigt Eberts Blätter in unterschiedlichen Lebens- und Verfallsstadien als Symbol für die Endlichkeit des menschlichen Lebens. Äußerst detailreiche Strukturen von Blattadern werden sichtbar und verweisen auf die Vernetzung und Durchdringung des menschlichen Lebens mit der Natur.

    Gerhard Schlötzer zeigt den Baum im Raum. In seinen meist schwarzweißen Fotocollagen versucht er, die raumgreifende Erstreckung des Baumes von der Wurzel bis zu den Zweigen zu erfassen und gleichzeitig die Strukturen in hoher Detailauflösung wiederzugeben. Mehrere, sich überlappende Einzelfotografien, die er mit einer analogen Großformatkamera aufgenommen hat, ergänzen sich zur Gesamtansicht des Baumes, während jedes einzelne Foto nahsichtig feinste Strukturen zeigt. Mit den Mitteln dieser Collagetechnik übersetzt er die menschliche Raumwahrnehmung in Fotografien, bei deren Betrachtung ein deutlich wahrheitsgetreuerer Eindruck der Raumsituation im Wald entsteht als es eine einzelne Fotografie leisten könnte.

    Andreas Leyrer vom Steigerwald-Zentrum, der die Ausstellung eröffnete, zeigte sich beeindruckt vom detailscharfen Blick der Fotografen, die mit zurückhaltenden Mitteln künstlerischer Verfremdung eine neue Sichtweise auf den Wald eröffnen: „Aus dem Schattenspiel der Blätter scheinen plötzlich Waldgeister hervorzutreten. Und manche Fotografien wirken wie impressionistische Gemälde.“

    Die Ausstellung „Kein Wald vor lauter Bäumen“ ist noch bis zum 26. Mai im Steigerwald-Zentrum in Handthal zu sehen. Am Sonntag, 19. Mai, um 15 Uhr können die Besucher bei einem Künstlergespräch Näheres zur Arbeitsweise und zu den Zielen der beiden Fotografen erfahren.

    Ausstellung mit kleinem Gruppenbild: (von links) Fotograf Peter Eberts, Andreas Leyrer, forstlicher Leiter des Steigerwald-Zentrums, und Fotograf Gerhard Schlötzer. Foto: Constanze Stern

    Bearbeitet von Wolfgang Hüßner

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