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    Gerolzhofen

    Bäckermeister Gürsching ärgert sich über Bonpflicht

    Sechs Wochen ist es her, dass die Bonpflicht in Kraft getreten ist. Bäckermeister Markus Gürsching aus Gerolzhofen zeigt Unverständnis.
    Bäckermeister Markus Gürsching mit einem Teil der Kassenbons, die er in zwei Wochen gesammelt hat. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Zwei große volle Papiersäcke mit Kassenbons hat Bäckermeister Markus Gürsching innerhalb von zwei Wochen gesammelt. Auf der Theke der Bäckerei in Gerolzhofen steht ein Korb – ebenfalls bis oben hin gefüllt. Dort gebe die Kunden ihren Bon gleich wieder rein, nachdem er ihnen vom Verkaufspersonal ausgehändigt worden ist. Und die meisten schauen sich den Ausdruck nicht einmal an.

    Auch Wochen nach der Einführung der Bonpflicht ist das Unverständnis groß. "Die Regierung meint, jeder Kleinbetrieb hätte eine Computerkasse, mit der man die Zettel per App oder QR-Code den Kunden mitgeben kann", sagt Gürsching. Dem sei jedoch nicht so. "Wenn wir uns ein neues Kassensystem kaufen müssten, wären das Ausgaben von etwa 7000 Euro."

    Die Bäckerei Gürsching nutzt für ihren Verkauf eine Registrierkasse und ist somit seit 1. Januar 2020 verpflichtet, bei jedem Kauf einen Kassenbon auszugeben. Vor der Bonpflicht habe der Bäcker einen Kassenbon nur auf Anfrage ausgegeben. "90 Prozent der Kunden sagen, dass sie ihn sowieso nicht brauchen". Dann lande er in dem Korb auf der Theke. Was dem Bäcker und seinen Kollegen übrig bleibt ist, die Zettel zu entsorgen – in den Restmüll und nicht in die blaue Tonne, weil es sich um besonderes Thermopapier handelt, sagt Gürsching.

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