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    Kolitzheim

    Bäume schaffen Umweltbewusstsein

    "Kolitzheim blüht": Diese Botschaft stellten die Kindergartenkinder aus Kolitzheim bei der Baumpflanzung zum Abschluss der Obstbaumaktion der Dorferneuerung Kolitzheim visuell dar. Knapp 200 Obstbäume wurden in Kolitzheim innerhalb weniger Tage neu gepflanzt. Organisiert wurde die Aktion von der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft unter der Regie von Christine und Rudolf Bender.
    "Kolitzheim blüht": Diese Botschaft stellten die Kindergartenkinder aus Kolitzheim bei der Baumpflanzung zum Abschluss der Obstbaumaktion der Dorferneuerung Kolitzheim visuell dar. Knapp 200 Obstbäume wurden in Kolitzheim innerhalb weniger Tage neu gepflanzt. Organisiert wurde die Aktion von der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft unter der Regie von Christine und Rudolf Bender. Foto: Dominik Dorsch

    Eine Pflanzaktion, bei der innerhalb weniger Tage knapp 200 Obstbäume in einem Ort neu gesetzt wurden, das ist einzigartig in der Region, waren sich die Anwesenden beim feierlichen Abschluss des Projektes "Kolitzheim blüht auf" einig. Bei einer öffentlichen Pflanzung am Anwesen von Christine und Alfons Strobel im Kolitzheimer Ortskern nutzten die Verantwortlichen der Dorferneuerung um den örtlichen Beauftragten Rudolf Bender die Gelegenheit zum Dank und Rückblick auf die gelungene Aktion, die anlässlich des Abschlusses der Dorferneuerung Kolitzheim 2 durchgeführt wurde.

    Die Maßnahme betraf zunächst allerdings nur die Hausgrundstücke im Fördergebiet der Dorferneuerung. Jedes dieser Hausanwesen konnte einen Obstbaum erhalten, der auf dem eigenen Grundstück gepflanzt werden musste. Der Eigentümer kümmert sich künftig um Pflanzung, Pflege, Schnitt und Ernte. Die Kosten für die Bäume wurden durch die Förderung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken und den Kostenanteil der Gemeinde Kolitzheim gedeckt.

    Damit auch die Eigentümer der Hausgrundstücke, die außerhalb des Fördergebietes liegen, einen kostenlosen Obstbaum erhalten konnten, sprang die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft ein. Diese hatte im Laufe der Jahre ihre Sitzungsgelder auf ein gemeinsames Konto angespart und hat nun eine nachhaltige Verwendung gefunden. Das war Rudolf Bender auch deshalb wichtig, da außerhalb des Fördergebietes gerade viele junge Familien mit Kindern leben, betonte er.

    Neben den geförderten und von der Teilnehmergemeinschaft gezahlten Bäumen wurden noch knapp 50 Stück von den Eigentümern selbst gezahlt, weil sie mehr als einen Baum pflanzen wollten. Zusätzlich wurden bereits Ende Oktober in Kolitzheim 25 Obstbäume auf öffentlichem Grund gepflanzt. Die Kosten dafür übernahm das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALEF) Schweinfurt im Zuge der bayernweiten Streuobst-Aktion. Für diese Bäume stehen Baumpaten zur Verfügung.

    Ein "sichtbares Zeichen" zum Ende der Dorferneuerung, damit diese "nicht unbemerkt zu Ende geht", wollte die Vorstandschaft mit dieser Pflanzaktion setzen, sagte Rudolf Bender bei der Begrüßung der Gäste. Eingeladen waren alle Bürger, die einen Obstbaum erhalten haben, sowie einige Ehrengäste. Nachdem man schon ein Denkmal habe, sollte es etwas sein, an dem man sich lange erfreuen kann, blickte Bender zurück. So wurde die Idee mit den Obstbäumen geboren.

    "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen", zitierte Bender den Reformator Martin Luther. Was für Luther und seine Zeitgenossen der Weltuntergang gewesen sei, könne in der heutigen Zeit in Klimaerwärmung und der fortschreitenden Zerstörung natürlicher Ressourcen liegen. "Zwar können wir mit dem zusätzlichen Baum im eigenen Garten allein die Welt nicht retten", so Bender, allerdings "können wir einen Beitrag leisten, hierfür Bewusstsein zu schaffen". Er dankte allen, die an der Aktion beteiligt waren, insbesondere auch den Behörden sowie der Gemeinde Kolitzheim mit Bürgermeister Horst Herbert an der Spitze, für die finanzielle Beteiligung.

    Herbert dankte in seinem Grußwort den Verantwortlichen für die gelungene Aktion. Bäume seien vor allem für das Ortsbild prägend und er hoffe, dass von der Pflanzung ein Signal nach außen ausgehe. Insbesondere hob er hervor, dass die Dorferneuerung im Ort ein voller Erfolg gewesen sei und geradezu beispielhaft zur Innenentwicklung beitragen hätte. Den nächsten Schritt sieht Herbert darin, ein Flurneuordnungsverfahren durchzuführen.

    Auch Landrat Florian Töpper lobte, wie auch Robert Bromma (ALE) und Herbert Lang (ALEF), das erfolgreiche Projekt und betonte die Wichtigkeit von Umweltbildung in der Zeit des Klimawandels, damit man den Kindern etwas für die Zukunft mitgeben könne. Lang, Behördenleiter am ALEF, ging auf die Streuobstwiese als "wahren Schatz der Biodiversität" ausführlich ein.

    Christine Bender, die aufgrund ihrer beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Aktion die beteiligten Institutionen zusammengeführt hatte, kündigte an, dass weitere Planungen für Baumschnittkurse, Verarbeitung von Obst oder Aktionen mit Kindern folgen sollen.

    Nach der Baumpflanzung und einer kleinen Vorführung der Kindergartenkinder erklärte Winfried Grünert, Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege, den Pflanzschnitt und die weitere Pflege der Bäume. Schließlich wurde der gepflanzte Baum noch symbolisch mit Apfelsaft begossen.

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