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    Gerolzhofen

    Bananen-Sammler: Exotische Schönheiten im Steigerwaldvorland

    Er hat einen grünen Daumen, besonders wenn es um Bananenstauden geht: Christoph Mößlein vor seiner "Roten Abessinischen Banane". Übrigens: Das Bild entstand in Gerolzhofen und nicht in der Karibik. Foto: Annette Mößlein

    Man glaubt es kaum, dass man sich noch im Steigerwaldvorland befindet, wenn man den Garten von Christoph und Annette Mößlein in Gerolzhofen betritt. Große kräftige Bananenstauden sorgen hier am Schießwasen für eine exotische Stimmung. Man fühlt sich wie in der Karibik, dabei plätschert in der Nähe nur der Volkachbach.

    Unter hiesigen Gartenfreunden sind Bananenstauden kaum verbreitet. Das verwundert. Denn die Pflanzen bestechen durch ihren üppigen Wuchs und durch eine herrliche Farbgebung ihrer Blätter, Blüten und Früchte. In zahlreichen Online-Gärtnereien kann man heutzutage Bananenpflanzen der unterschiedlichsten Sorten und Größen bequem übers Internet bestellen. Nach dem Eintreffen der Lieferung braucht man dann nur noch einen ausreichend großen Pflanzkübel, idealerweise ein auf die Bedürfnisse von Bananen abgestimmtes Substrat und den berühmten "grünen Daumen".

    Bananen sind grundsätzlich recht pflegeleicht. Einige Sorten vertragen sogar einstellige Minusgrade und können deshalb bei einem milden Winter - die in unseren Breitengraden ja immer häufiger vorkommen - sogar im Freien bleiben. Man sollte sich vorab darüber informieren, welche Ansprüche die jeweilige Bananensorte hat, ehe man eine Staude kauft. Freilich empfiehlt es sich, wie Familie Mößlein einen geräumigen Wintergarten zu besitzen, um die Bananen mit Beginn der kälteren Jahreszeit umziehen zu lassen. Dann behalten sie auch ihre grünen Blätter, während die Blätter von Stauden, die der Kühle oder gar Kälte ausgesetzt sind, braun werden und absterben. Allerdings besteht da kein Grund zur Sorge: Im zeitigen Frühjahr treiben die schnellwüchsigen Bananenstauden wieder kräftig durch.

    Pinkfarbene Mini-Bananen

    In diesem Jahr neu in der "Bananen-Sammlung" von Christoph Mößlein ist eine Rosa Zwergbanane - auch als Kenia-Banane bezeichnet - mit dem botanischen Namen Musa velutina.  "Sie stammt, wie der Name schon vermuten lässt, ursprünglich aus Kenia und beeindruckt durch die skurrile Farbe ihrer Bananen", schwärmt Mößlein. In der Tat hat die Staude im Mößlein'schen Garten kleine, pinkfarbene Bananen angesetzt. Der absoluter Hingucker.

    Die Kenia-Banane im Garten am Schießwasen in Gerolzhofen bildet kleine pinkfarbene Früchte aus. Ein absoluter Hingucker. Foto: Christoph Mößlein

    Die Pflanze wird nur rund eineinhalb Meter hoch und ist damit relativ bequem zu transportieren. Sie kann auf der Terrasse beziehungsweise im Winter in der Wohnung gehalten werden. Ihre etwas wachsartigen Blätter haben rosa Blattrippen, die Blüten sind rosa-orange. "Sie blüht bereits nach einem Jahr und bildet bei richtiger Pflege dann auch schon Früchte aus", erklärt Christoph Mößlein. Und da es sich über Wochen hinzieht, bis alle Früchte entwickelt sind, zieht die Rosa Zwergbanane so lange die Blicke der Gartenbesucher geradezu an.

    Harte Samenkerne

    Selbstverständlich, so möchte man fast meinen, hat der grüne Daumen des Gerolzhöfer Bananenfreunds dafür gesorgt, dass die Kenia-Banane bei ihm in diesem Jahr schon Früchte trägt. "Die kleinen Bananen sind essbar und sollen recht recht süß sein", sagt der Gartenfreund. "Ich werde es testen, sobald sie reif sind." Allerdings: Das Fruchtfleisch der pinkfarbenen Früchte soll voller Samen sein. "Bei den ursprünglichen Bananensorten sind solche harten Samenkerne aber die Regel", weiß Mößlein. "Bei den heutzutage im Einkaufsmarkt erhältlichen Bananen wurden die Kerne nur weggezüchtet."

    Ein weiterer Exot wird am Schießwasen gehegt und gepflegt: die Chinesische Zwergbanane (Musella lasiocarpa), auch Golden-Lotus-Banane genannt. Sie galt lange als ausgestorben, nun ist sie aber eine beliebte Kübelpflanze und findet weltweit als Zierpflanze Verbreitung. Sie wird nur etwa 1,5 Meter hoch und bildet in ihrer Heimat kleine rundliche Früchte aus, die von den Chinesen oft als Viehfutter verwendet werden. "Das Augenmerk bei dieser Bananenstaude liegt nicht wie gewohnt auf den Früchten, sondern in diesem Fall punktet die Schönheit der Blüten", schwärmt Christoph Mößlein.

    Monatelang wohlriechende Blüten

    In der Tat: Die Musella lasiocarpa bringt mehrere Monate lang wohlriechende Blüten hervor, die ein strahlendes Gelb an den Tag legen und in ihrer Form an Lotusblüten erinnern.  "Daher kommt auch ihr Name." Die dicke Blütenknospe sitzt oben auf dem Stamm der Pflanze und kann an warmen Plätzen ununterbrochen bis zu neun Monaten offen bleiben.

    Die Knospe der Chinesischen Zwergbanane klappt über Monate immer neue Deckblätter zu Seite, an deren Basis sich reihum jeweils die Mini-Bananen entwickeln. Foto: Christoph Mößlein

    Schritt für Schritt klappen immer neue Deckblätter der Knospe zur Seite und formen dadurch ein dekoratives Kunstwerk, das an eine Lotosblüte erinnert. "An der Basis der gelben Deckblätter sitzen die kleinen Blüten." Daraus entwickeln sich Früchte, die durch ihren Samenreichtum und ihre kleine, rundliche Wuchsform gekennzeichnet sind. Die Blätter der Staude sind ebenfalls sehr dekorativ: Sie lassen einen sanften, bläulichen Schimmer im sattgrünen Blattwerk erahnen.

    Unumstrittene Herrscherin im Garten von Familie Mößlein ist allerdings die Rotblättrige Zierbanane (Ensete ventricosum Maurelli oder Rote Abessinische Banane). Ihre sehr dekorativen, rot-grünen Blätter haben eine Länge von bis zu zwei Metern erreicht. Die Staude selbst kann bis zu sechs Metern hoch werden. "Meine bringt es auf knapp vier Meter Höhe", sagt Christoph Mößlein und blickt stolz an dem mächtigen Gewächs nach oben. Die Banane erreicht ihre Blühfähigkeit allerdings erst nach sechs bis acht Jahren, sofern sie zwischendurch nicht - aus Platzgründen - zurückgestutzt werden musste. "Das war leider bei mir der Fall." Denn Wintergärten mit sechs Meter Höhe hat nicht jeder.

    Auffälliges Farbenspiel

    Der optische Reiz bei dieser Pflanze liegt aber sowieso nicht bei den Blüten, sondern bei den Schmuckblättern. "Ein intensives Bordeauxrot findet sich im kräftigen Stamm und im dichten Blätterdach wieder und kreiert in Kombination mit dem frischen Grün so ein auffälliges Farbenspiel. Aufgrund der schlanken Wuchsform versprüht diese Bananenstaude stets einen eleganten Charme", beschreibt es treffend ein Garten-Fachmagain. Wenn die Staude einigermaßen windgeschützt steht, dann fransen auch die großen Blätter nicht allzu sehr aus.

    Und wenn sich Christoph Mößlein zum Fototermin unter die mächtige Staude seiner Abessinischen Banane stellt, dann vergisst man tatsächlich, dass das Bild in Mainfranken aufgenommen wurde...

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