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    DITTELBRUNN

    Barockkapelle könnte halbe Million Euro kosten

    Barocke Kosten drohen der Gemeinde Dittelbrunn bei der Sanierung der abgesperrten ehemaligen Filialkirche „St. Antonius von Padua“ in Pfändhausen, bekannt als Barockkapelle: Laut Schätzung aus dem Jahr 2016 würden 535 000 Euro fällig. Vor allem das marode Dach und Holzschädlinge bereiten dem Gemeinderat Sorgen.

    Bislang gäbe es nur einen Zuschuss der Bayerischen Landesstiftung, von 40 000 Euro. Vom Bischöflichen Ordinariat erfolgte bislang keine Rückmeldung. Rechtlich ist die einstige Dorfkirche am Friedhof ein Baudenkmal im Gemeindebesitz: „Ein denkmalgeschütztes Leichenhaus“ nannte es Peter Härterich.

    Ob der vordringlichen Kitaprojekte gab es Bedenken in der Gemeinderatssitzung. Eine Sanierung sei derzeit einfach nicht machbar, meinte Wolfgang Fuhl. Heike Munz plädierte ebenfalls fürs Aufschieben. Allerdings ist durch herabfallende Dachteile der Friedhof gefährdet. „Gehen wir nicht ran, geht das Dach kaputt“, befürchtete Jürgen Markert. In ein paar Jahren könne man bei den Kosten an die Millionengrenze kommen.

    Angedacht wurde nun eine Etappenlösung, bei der zuerst das Dachgebälk gesichert wird. Allerdings müsse dadurch das Gerüst zweimal aufgestellt werden, sagte Bürgermeister Willi Warmuth: „Wenn das Dach 300 000 Euro kostet, kommt es auf 200 000 Euro auch nicht mehr an.“

    Ebenfalls aufgrund des Investitionsbedarfs bei den Kindereinrichtungen hat der Gemeinderat die Umwandlung der alten Schule in ein Bürgerhaus verschoben, bis 2022: ein Aufschub, bei dem die Regierung „etwas ungehalten“ regiert habe, so Warmuth. Die bislang sicheren 60 Prozent Städtebau-Förderung des 2,3 Millionen Euro-Projekts stünden nicht bis 2022 zur Verfügung. Die Gemeinde hofft nun für 2019 auf eine Neuauflage des Programms „Soziale Integration im Quartier“, für das es 90 Prozent Zuschuss gäbe. Gemäß Ratsbeschluss strebt Dittelbrunn ein Programm mit mindestens 80 Prozent Zuschuss an.

    Planer Joachim Perleth wurde ansonsten mit einer erweiterten Machbarkeitsstudie beauftragt, um am Hauptschulgebäude Platz für zwei Kindergarten-Regelgruppen sowie einen vergrößerten Hort zu schaffen. Unter anderem könnte die provisorisch im Container untergebrachte Gruppe in die neuen Räume umziehen.

    Gespart wird bei der Erschließung des Baugebiets Rannunger Höhe II, die nun für 208 000 statt knapp 330 000 Euro beauftragt wird. Beim neuen Radlader für den Bauhof wird das wirtschaftlichste Angebot (des Holzhäuser Unternehmens Müller), nicht das preislich günstigste Angebot gekauft, um Reparaturen und Ersatzteilbeschaffung zu erleichtern: für knapp 85 000 statt 81 000 Euro. Auch in diesem Fall wird der alte Radlader in Zahlung gegeben, für 8500 Euro. Es gab drei Gegenstimmen. Rechnungsprüfer Werner Duske erinnerte an die strikten Vorgaben eines Vergabeverfahrens: „Wir können nur den günstigsten nehmen.“

    Ein „Njet“ aus dem Landratsamt kam bezüglich der Aufstufung der Verbindungsstraße Holzhausen-Maibach zur Kreisstraße, zwecks der Sanierung. Die Befahrung durch 768 Fahrzeuge täglich habe sich seit Jahren kaum verändert, hieß es. „Es gab Straßen, da wurde schon bei 100 Fahrzeugen aufgestuft“, monierte Wolfgang Fuhl.

    Nach schlechten Erfahrungen und Anwohnerbeschwerden bleibt das Turmzimmer des Marienbachzentrums für Jugendfeiern gesperrt. Analog zum Bauhof wird nun auch für die Verwaltung ein Organisationsgutachten in Auftrag gegeben, für 26 700 Euro.

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