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    ÜCHTELHAUSEN

    Basaltschotter an der „Goldenen Nuss“

    Auch im Nordosten der Stadt soll sich das Radwegenetz schließen. 322 Unterschriften hat Helene Memmel in der Region gesammelt, mit der Forderung, vorhandene Wege instandzusetzen („für eine gefahrlose Nutzung“) und Fördergelder für einen Ausbau abzurufen: „damit die Gemeinde nicht länger Schlusslicht bleibt“, so die Formulierung der Bürgerin. Beigefügt waren Bilder von Schlaglöchern und anderen Unebenheiten.

    Bürgermeisterin Birgit Göbhardt legte den Brief dem Gemeinderat vor. Derzeit gibt es den Radweg im Zeller Grund, von Schweinfurt über Zell und Weipoltshausen nach Madenhausen, der Rest sind meist Wald- und Feldwege in Obhut der Jagdgenossenschaft: „Der Bau von weiteren Radwegen ist nicht unproblematisch.“ Auch wenn die Leute in die Natur wollten: Eine Asphaltierung der Waldwege, die nur eine „wassergebundene Decke“ (Schotter) haben, wäre aufwendig und bereits auf Widerstand beim Naturschutz gestoßen. „Bretterleben“ könne ein geschotterter Weg nicht sein. An der „Goldenen Nuss“, zwischen Üchtelhausen und Hesselbach, habe es für Radfahrer früher Probleme mit dem durch die Firma verwendeten Basaltschotter gegeben, „den wir nicht gewollt haben“. Landmaschinen und Traktoren nutzten die Wege ebenfalls, so Göbhardt, mit entsprechenden Schäden und eigenen Anforderungen.

    Die Topografie im Zeller Grund sei schwierig, Steigungen spielten in Zeiten der eBikes aber eine zunehmend untergeordnete Rolle. Naheliegend erscheint der Bürgermeisterin ein Radweg entlang der Staatsstraße, mit Zuschüssen, ebenso Querverbindungen von der „Hauptachse“ Richtung Üchtelhausen, Hoppachshof oder Ebertshausen. Geschäftsleiter Harald Mantel sah es ähnlich und verwies auf die widersprüchliche Interessenlage in der Flur. Die nächste Frage ist, ob der bestehende Radweg Richtung St2280 verlängert oder dort komplett neu gebaut werden soll, im Sinne des Pendlerverkehrs.

    Am Ratstisch entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, plädiert wurde unter anderem für eine naturnahe Anbindung des Ellertshäuser Sees. „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Rad- und Fußwege gebaut werden“, meinte Fred Conrad, auch im Sinne von Elektro-Rollstuhlfahrern. Man brauche allerdings ein Konzept. „Üchtelhausen ist ein weißer Fleck bei den Radwegen“, mahnte Thomas Pfister, Förderungen gebe es noch bis nächstes Jahr. Die Rathauschefin rechnet aber mit künftigen Fördertöpfen. Teresa Schmitt erinnerte an „kritische Situationen“ mit Radfahrern auf der Staatsstraße, sie favorisiere den Radweg dort. Die kritische Stelle liege auf Schweinfurter Gebiet, meinte Göbhardt. Albin Sterzer sah, aufgrund der Abgase, die Route neben der Straße als nicht ideal an. Die Gemeinde will nun mit dem Staatlichen Bauamt sprechen und ergebnisoffen ein Konzept entwickeln. Geklärt werden soll, wann die aktuelle Förderung ausläuft, ebenso das Thema Naturschutz, Grunderwerb und Kosten.

    Etwas über 13 000 Euro fließen in die Fenster-Sanierung des Feuerwehrhäuser in Madenhausen und vor allem Weipoltshausen (eine Gegenstimme). Harald Mantel stellte das neue Bürgerportal vor, mit dem sich Meldebescheinigungen, Ausweis-Statusabfragen, die Bestellung von Briefwahlunterlagen und ähnliches online, über die Gemeindeseite, abwickeln lassen.

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