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    RÜTSCHENHAUSEN

    Bauernhof aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst

    Was man alles mit seiner Hände Arbeit und kreativen Idee hinbekommen kann, wenn man sich ein altes Haus kauft, das haben Ilse Schäfner und Rainer Hörning in Rütschenhausen eindrucksvoll bewiesen. 1999 haben sie sich den verbauten, ja fast schon verwahrlosten Hof in der Ortsmitte gekauft.

    Für verrückt seien sie damals von Freunden und Bekannten erklärt worden, erinnert sich der heute 61-jährige Ingenieur für Solartechnik, der mit seiner heute 66-jährigen Lebensgefährtin vor nun fast 20 Jahren das Wagnis einging, den Hof, zu dem 1800 Quadratmeter Grund gehören, aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

    Wohnhaus wurde komplett entkernt

    Da war eine Menge Basisarbeit zu leisten. Das Wohnhaus mit fränkischer Sandsteinfassade wurde komplett kernsaniert, die alten Ställe, die dem Wohnhaus gleich gegenüber lagen, wurden abgerissen. Weitere kleinere Nebengebäude und Verschläge, in denen offenbar früher diverse Kleintiere gehalten worden waren, mussten weichen. Von der alten Scheune war nur die Giebelwand erhaltenswert, der Rest wurde neu gebaut. Die Nebengebäude bieten heute reichlich Platz für Werkstatt und als Lagerraum. Und natürlich gibt es, wie das früher bei allen Bauernhöfen üblich war, einen großen Gewölbekeller.

    Das Wohnhaus, das heute rund 145 Quadratmeter Wohnfläche bietet, ist heute alleine von außen betrachtet ein echter „Hingucker“. Die Kombination der sanftgelben Fassadenfarbe mit dem satten dunkelrot, mit dem die Holzteile gestrichen sind, funktioniert ausgezeichnet auch im Zusammenspiel mit der Gartenanlage. Dafür, das auch Jahre nach der Fassadensanierung der Lack nicht ab ist, sorgt Rainer Hörning selbst. Alle paar Jahre schwingt er den Pinsel, damit die Farben zum Beispiel der Fensterläden immer wieder schön satt erstrahlen.

    Eigener Bachlauf im Innenhof

    Durch den Abriss der Schweinställe und einiger Nebengebäude im verbauten Innenhof entstand viel Platz für sehr schöne Gartenideen. Heute plätschert ein gemauerter Bachlauf durch die ganze Länge des Innenhofes. Dafür genutzt wird das Regenwasser aller Dächer auf dem weitläufigen Areal. Aus der 9000 Liter fassenden Sammelzisterne wird es hochgepumpt, wird sozusagen zur Quelle des eigenen kleinen Baches.

    Der Innenhof, vor allem mit Rosenstämmen und Buchs bepflanzt, bietet eine gelungene Kombination alter und neuer Gestaltungselemente. So wurde der Hof teilweise neu gepflastert, für den Weg zwischen den Buchsbäumchen wurden die ursprünglichen Pflastersteine verwendet. Wo früher der Misthaufen war steht heute ein großzügiger Freisitz im Grünen. Entstanden ist eine Oase mit Urlaubscharakter. Sitzgruppen laden zum Entspannen ein, das sanfte Plätschern des Baches steuert das seinige dazu bei.

    Ohne Eigenleistung wäre vieles nicht möglich gewesen

    Das alles war nicht ohne sehr sehr viel Arbeit zu haben. Rainer Hörning kennt wahrscheinlich mittlerweile jeden Stein des 1897 erbauten Anwesens persönlich. „Ich habe zugeschaut wenn etwas gemacht wurde und viele der Arbeiten beim nächsten mal selber gemacht“, erklärt er. Es sind also wirklich unzählige Stunden an Eigenleistung, die in den vergangenen 19 Jahren in Haus, Hof und Garten geflossen sind – und ein Ende ist nicht abzusehen, denn es warten immer noch viele Ideen darauf umgesetzt zu werden. Möglich geworden ist dies alles auch durch die „super Dorfgemeinschaft“ in Rütschenhausen. So mancher packte mit an, wenn mal eine helfende Hand gebraucht wurde.

    Im hinteren Bereich, der von Straße zu Straße reichenden Hofanlage plant Rainer Hörning ein eigenes Backhaus, auch eine Weinlaube steckt in der Ideen-Pipeline. Dort steht bereits ein Kinderhaus, das im Stil an Hundertwasser angelehnt ist. Über das und die Spielmöglichkeiten im Hof, freuen sich die Enkel, wenn sie zu Gast sind. Ein Gartengrundstück wartet noch auf Neugestaltung, die Zufahrt für den Rasenmäher (neben der Treppe findet sich eine Rampe) ist bereits gebaut.

    Reichlich Sonnenenergie von den Dächern

    Dafür, dass es auch im Winter mollig warm ist, sorgen diverse Solaranlagen, die auf der hofabgewandten Seite des Wohnhauses und auf Hallen und Scheunen installiert wurden. Für den Ingenieur für Solartechnik waren natürlich auch diese Arbeiten ein Heimspiel.

    Am Tag der Innenentwicklung ist das Anwesen mit der Postadresse „Am Trieb 4“ am Sonntag, 30. September, von 14 bis 18 Uhr zu begutachten. Die Bauherren führen gerne durch Hof und Außenanlagen. Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich, dafür dürfen die Gäste mit Kaffee und Bratwürsten rechnen.

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