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    Hambach

    "Bauland ist noch in Gemeindehand"

    Zweiter Bürgermeister Peter Härterich hatte beim Stammtisch der SPD sensationelle Neuigkeiten, zum Thema Vollsortimenter. "Südlich von Hambach hat die Gemeinde Land erworben, das für einem Markt zur Verfügung stehen könnte", sagte Härterich. Allerdings war das Treffen am 1. April, die Ankündigung nur ein Aprilscherz.

    Konzept mit Pflegeheim

    Unter Moderation von Holger Schmitt ging es dann ernsthaft um den Dauerbrenner der Gemeindepolitik. Die lokale SPD legt Wert darauf, auch abweichende Meinungen zu zuzulassen. "Mir ist immer noch nicht klar, warum man von einem Gesamtkonzept mit Markt ausgeht.  Ärztehaus, Pflegeheim, Mehrgenerationenhäuser und so weiter ließen sich auch ohne Markt realisieren," meinte Lydia Bünner. Für Peter Härterich ist das Gesamtkonzept nicht zu trennen: "Ein Investor  möchte die Mehrgenerationenhäuser und einen Markt als Konvolut errichten.  Man ist auch jetzt wieder auf das ursprüngliche Konzept mit dem Pflegeheim auf dem Gelände des Grund zurückgekommen."  Das Schreiben von tegut sei zudem ein "Knebelvertrag" gewesen.

    Ein Bürger sagte, man hätte seitens der Gemeinde das Gespräch suchen müssen, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Ähnlich sah es Carsten Schmitt, der auf der Bürgerversammlung den Antrag gestellt hat, die Nahversorgung vor Ort zu sichern.

    Martin Pfeiffer verwies seitens der Bürgerinitiative auf 1300 gesammelte Unterschriften, für das Bürgerbegehren contra Markt. Nun soll ersteinmnal das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht werden.  Basis ist ein Rats-Beschluss, den Markt bis Ende 2021 aus dem Bebauungsplan zu nehmen, aber im Flächennutzungsplan zu belassen.

    "Die Unterschriften wurden bereits im Rathaus überreicht, weiteres Sammeln ist nicht mehr nötig", so Pfeiffer auf eine Anfrage von Anne Lindner.  Diese betrachtete  die Flächenversiegelung als nicht vertretbar.  Dem pflichtete Karoline Bohrer-Modigell bei: "Das ist konträr zu den  Schülerprotesten und dem Volksbegehren Rettet die Bienen."

    "Wählerwille wird ignoriert"

    Gemeinderat Rainer Patzke ging auf seinen als Kompromiss gedachten Antrag ein: einen "lukrativen, zukunftsfähigen" Markt komplett neu im Süden Hambachs zu errichten, den auch Dittelbrunner leicht erreichen könnten,gebaut unter umweltverträglichen Bedingungen. Wolfgang Stoll geht davon aus, dass die Gemeinde an den "Hühneräckern" bereits nötige Ausgleichsflächen vorhält. Der ehemalige Gemeinderat übte Kritik: "Das  Verhalten  im Gremium wird man bei der nächsten Gemeinderatswahl  wohl spüren, auch an der Wahlbeteiligung."

    Christel Weger war entsetzt, dass man nach gut einem Jahr das Thema wieder auf die Tagesordnung bringt: "Der Wählerwille wird total ignoriert."

    Für Rainer Patzke ist noch nichts endgültig  entschieden. Man habe zwar einen Bebauungsplan aufgestellt, das Bauland sei aber in Gemeindehand. Es brauche erst eine Ratsmehrheit, um in ein bis zwei Jahren mit der Errichtung eines Supermarkts zu beginnen.

    Es gibt auch noch andere Termine: Am Sonntag, den 30. Juni wird es wieder einen "Tag der Natur" am Brönnhof  geben. Bereits am 7. Mai stehen die Wahlen der SPD-Ortsvereine und des Dachverbandes auf dem Programm. Neben Landrat Florian Töpper werden auch Kerstin Westphal (MdEP) und der SPD-Kreisvorsitzende Kai Niklaus als Gäste erwartet.

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