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    Garstadt

    Baumpflanzung als Naturerlebnis für Schüler

    In der Naturschutzfläche Garstädter Holz durften die Drittklässer der Grundschule Bergrheinfeld beim Pflanzen von Flatterulmen, dem Baum des jahres 2019, kräftig mit anpacken - ein Naturabenteuer im Fokus von Klimawandel und dem Wald der Zukunft. Foto: Ruth Volz

    Zu einem besonderen Unterrichtsvormittag hatte Bürgermeister Ulrich Werner die Drittklässler der Grundschule Bergrheinfeld eingeladen. Zusammen mit Revierförster Bernd Müller verbrachten die Klassen der Lehrerinnen Verena Schmitt und Özlem Ferber den Vormittag im Wald bei einer Baumpflanzaktion. 350 Flatterulmen-Setzlinge warteten darauf in den Waldboden des Garstadter Holzes umzuziehen und dort einen neuen Standort zu finden. Die von den Kindern gepflanzten Bäume sollen als Wald der Zukunft künftigen Trockensommern standhalten. Mit Feuereifer und großem Interesse erlebten die 33 Drittklässler das Naturerlebnis bei strahlender Frühjahrssonne im Naturschutzgebiet.

    Initiiert hatte die Aktion Bernd Müller vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er stieß bei Bürgermeister Werner auf offene Ohren. Etwas Nachhaltiges zu schaffen sei unverzichtbar, sagte er. Vielleicht könnten die Kinder in 20 Jahren ihren selbst gepflanzten Baum besuchen und an diesen besonderen Tag zurückdenken.

    Die Baumpflanzaktion war der krönende Abschluss des Lehrplanthemas Wald. Im Oktober gab es zum Auftakt bereits einen Ausflug ins Kaltenhauser Holz, einem Eichenwaldbestand. Baumarten erkennen und Baummandalas auf dem Waldboden legen waren damals Schwerpunkte. Nun durften sie den Wald mit allen Sinnen erleben und selbst Bäume pflanzen.

    Mit dem Bus ging es auf die andere Mainseite in Richtung Garstadter Holz. Seit Begradigung des Mainlaufes liegen große Teile der Bergrheinfelder Gemarkung auf der anderen Mainseite. Bei der einstündigen Wanderung zum Pflanzort im Garstädter Naturschutzgebiet erfuhren die Kinder vieles zum Leitthema Nutzen und Schützen und zum Eschentriebsterben. Am Pflanzort warteten die Setzlinge, Spaten, feuchte Jutesäcke und Maßstäbe auf ihren Einsatz. Gespannt lauschten die Kinder den Erklärungen von Bernd Müller.

    Bäume sind auch nur Menschen, sagt er. Die Würzelchen wollen vorsichtig behandelt werden. Es ist wichtig, dass das Pflanzloch groß genug ist. Das Loch muss von unten her sorgfältig aufgefüllt werden. Mit großem Eifer machen sich die Kinder ans Werk. Sieben Bauhofmitarbeiter, Revierförster Müller und Bürgermeister packen mit an. Nach zwei Stunden Arbeit hat es eine Jungengruppe geschafft 15 Bäumchen zu pflanzen.

    Revierförster Müller dankte vor allem der Gemeinde für die Bereitschaft, Personal des Bauhofs bereit zu stellen. Ohne die Unterstützung der siebenköpfigen Mannschaft mit Max Müller an der Spitze wäre die Aktion unmöglich gewesen. Das Bauhofteam hatte das rund 1000 Quadratmeter große Pflanzareal vorbereitet. Geschädigte Eschen wurden gefällt, der Bereich eingezäunt, im Vorfeld rund 100 Setzlinge, Winterlinden und Feldahorn, als Schattenbäume gepflanzt und das gesamte Areal mit farbigen Eisenstäben markiert, um Anhaltspunkte für das Pflanzen mit den Kindern zu haben. Schließlich hatte man noch Bänke und Tische ins Naturparadies transportiert und aufgestellt. Die Gemeinde lud nach getaner Arbeit zur Abschlussvesper.

    Die Flatterulme ist der Baum des Jahres 2019. Das Garstadter Holz ist eines der wenigen Gebiete, wo man vom Urzustand her noch Flatterulmen findet, erklärt der Forstmann. Große Restvorkommen findet man am Mittellauf des Maines, hier und im Elmuß. Es gab ausgedehnte Auwälder mit regelmäßigen Überschwemmungsbereichen. Entstandene Lücken, bedingt durch das Eschentriebsterben, können durch das Imitieren des Ur-Waldes mit Ulmen, Ahorn und Linden, nachhaltig ausgeformt werden. Mit der Pflanzaktion unterstützt die Gemeinde so den Nachhaltigkeitsgedanken und trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

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