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    Geldersheim

    Bauprojekte: Kanäle müssen raus und Straßen neu gebaut werden

    "Es ist verwunderlich, dass es so lange gehalten hat." Mit dieser Aussage von Bauingenieur Wolfgang Müller war eigentlich schon alles über den Zustand der Frankenstraße gesagt. Bürgermeister Oliver Brust hatte den Fachmann in die Gemeinderatssitzung geladen, um dem Gremium das Sanierungskonzept sowie die anderen geplanten Straßenbaumaßnahmen vorzustellen.

    Gut eine halbe Million Euro wird der Neubau der Frankenstraße kosten. Ohne die Kanalsanierung, die der Abwasserzweckverband Obere Werntalgemeinden (AZV) parallel dazu vornimmt. Geplant ist ein Inlinerverfahren, nur die Hausanschlüsse sollen in offener Bauweise saniert werden. Das Projekt kann dadurch für die Gemeinde noch etwas günstiger werden, weil der AZV sich an den Kosten für die Wiederherstellung der Straße beteiligen muss. Genaue Berechnungen kann Müller aber erst vorlegen, wenn die Planung erfolgt ist.

    Asphaltdeckschicht "Völlig ungenügend"

    Dass die Straße erneuert werden muss, ist im Gremium unstrittig. Der Asphaltaufbau entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen. Müller zeigt einen Bohrkern mit einer Asphaltdeckschicht von gerade mal 1,5 Zentimetern Dicke. "Völlig ungenügend." Im Fahrbahnbereich brauche man drei bis dreieinhalb Zentimeter. Einen bloßen Austausch der Asphaltdecke hält der Straßenplaner für nicht sinnvoll, weil die tragende Schicht darunter dann abgefräst werden müsse und dadurch geschwächt würde. Weil auch Bord- und Rinnsteine defekt sind, empfiehlt er einen kompletten Neubau einschließlich Gehweg. Auf Nachfrage versichert er, dass beim Ausbau der alten Asphaltmasse kein belastetes Material und damit keine höheren Entsorgungskosten anfallen werden. "Das kommt alles ins Mischwerk und wird wiederverwertet."

    In der Gartenstraße müssen Kanäle ausgetauscht werden

    In der Gartenstraße verhält es sich umgekehrt: Dort müssen zur Verbesserung des Wasserablaufs in den Hauptsammler Kanäle ausgetauscht werden. Zum einen im Bereich Untertorstraße/Biegenbach, zum anderen im Bereich der Stichstraße zu den westlichen Grundstücken in der Gartenstraße und in einem Teilstück der Gartenstraße selbst. Weil die Straßen schmal sind und dann kaum mehr was übrig bleibt, wenn man sie für den Kanalaustausch aufreißt, macht ein Komplettneubau mehr Sinn als eine Wiederherstellung. Die Kosten für das Teilstück in der Gartenstraße schätzt Bauingenieur Müller auf 128 000 bis 145 000 Euro, je nach Ausführung in Asphaltbauweise oder Pflasterung. Für die beiden Stichstraßen müssen 146 000 bis 164 000 Euro locker gemacht werden. Auch hier kann es billiger werden, je nachdem wie viel der AZV am Straßenanteil bezahlt.

    "Rein rechnerisch" kann das Wasser nicht mehr aus den Kanaldeckeln kommen

    Annemarie Schuler will wissen, ob es nach dem Kanalaustausch auch wirklich keine Überschwemmungen mehr in der Untertorstraße geben wird. Müller versichert, dass "rein rechnerisch" bei Starkregen das Wasser nicht mehr aus den Kanaldeckeln herauskommen kann. Vor einem Jahrhundertregen sei man aber nicht gefeit. Wann geht es los? "Relativ schnell", sagt Müller. Und wie lange dauert es? Für die Frankenstraße rechnet der Planer mit einer Bauzeit von einem dreiviertel Jahr.

    Ebenfalls noch in diesem Jahr soll ein weiteres gemeindliches Bauprojekt im Euerbacher Weg beginnen. Dort müssen die Garagen und Balkone der Gemeindehäuser Nummer 13/15 saniert werden. Bürgermeister Oliver Brust legt die Kostenübersicht noch einmal vor, nachdem es darüber in der vergangenen Sitzung Unklarheiten gegeben hatte. Jetzt steht fest: Die Maßnahme wird billiger als geplant. Statt der kalkulierten Kosten von 251 220 Euro können die Aufträge für 231 000 Euro vergeben werden. Der Gemeinderat stimmt der Angebots- und Vergabesumme zu.

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