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    Handthal

    Bedrohter Wald: Eindringliche Resolution der Forstleute

    Im westlichen Landkreis Würzburg wie hier bei Greußenheim sind die Buchenschäden besonders gravierend. Auch Baumarten, die seit Jahrtausenden von Natur aus in Unterfranken wachsen und bislang als sehr resistent galten, vertrocknen oder verbrennen örtlich schlicht. Foto: Stephan Thierfelder

    Ein Teilnehmer bringt die alarmierende Situation so auf den Punkt: „Wir sind am Anfang einer irren Entwicklung.“ Ein anderer formuliert es drastischer: „Wir sehen die Kampfzonen bereits jetzt, 2019, nicht erst im fernen Klimawandel.“ Der 11. Unterfränkische Gemeinde- und Körperschaftswaldtag im Steigerwald-Zentrum in Handthal (Lkr. Schweinfurt) in dieser Woche stand ganz im Zeichen des Themas Klimawandel - und  er endete mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution. Darin heißt es: „Örtlich ist die Situation in Unterfranken so zugespitzt, dass es künftig nicht mehr um eine Bewirtschaftung des Waldes gehen wird, sondern rein um dessen Erhalt.“

    Was die Waldbesitzer und Forstleute bei der gemeinsamen Veranstaltung der Bezirksgruppe Unterfranken im Bayerischen Forstverein sowie des Bezirksverbandes Unterfranken des Bayerischen Gemeindetages so umtreibt, ist die dramatischen Dimension der Symptome, die sie weder aus dem Lehrbuch noch der langen Praxis kennen.

    Was die Forstleute beunruhigt: Auch die robuste Buche betroffen

    Mit den trocken-heißen Jahren 2015 und 2018 haben kurz hintereinander zwei Extremereignisse auf den unterfränkischen Wald eingewirkt. Neu ist, dass es im Vergleich zu früher keine Erholungspause mehr gab. Die bereits 2018 auffälligen Schäden sind jetzt noch viel deutlicher in den Wäldern sichtbar. Besonders beunruhigend: Auch Baumarten, die seit Jahrhunderten in Unterfranken wachsen und denen bisher mit Blick auf den Klimawandel ein geringes Risiko attestiert wurde, sind örtlich schlicht vertrocknet oder verbrannt. Dies gilt gerade für die Buche.

    So heißt es dann auch schon fast flehentlich in der Resolution der Förster und Waldbesitzer: „Wir brauchen neue Waldstrategien jetzt!“. Die unterfränkischen Gemeinden und Körperschaften sowie der Forstverein appellieren an Öffentlichkeit und Entscheidungsträger, das dramatische Schadensausmaß der neuen Entwicklungen bewusst wahrzunehmen und daraus energisch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Fachverwaltungen und Forschungseinrichtungen müssten umgehend aktualisierte Zukunftskonzepte für den Wald im Klimawandel entwickeln.

    Appell an alle: Wald vor der Haustüre schützen

    Mit ihrem Weckruf zur Rettung des unterfränkischen Waldes fordern die Forstleute von Gesellschaft und Politik, die notwendigen Ressourcen für Schadensaufarbeitung, Wiederaufbau und Umbau in klimastabile Wälder  bereitzustellen. Und schließlich wendet sich die Resolution auch an alle Bürger, mit einem klimafreundlichen persönlichen Lebensstil den Wald vor der Haustüre als Teil der eigenen Lebensgrundlagen zu schützen.

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