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    GOCHSHEIM

    Behinderte haben ein Sprachroh

    Behinderte Menschen haben in Gochsheim in Frank Widmaier ein Sprachrohr. Der Gemeinderat und Behindertenbeauftragte weiß wovon er spricht, wenn er über seine Tätigkeit berichtet. Schließlich ist der Informatiker auch körperlich gehandicapt.

    Er führte in einer Powerpoint-Präsentation seine Ratskolleginnen und -Kollegen durch seinen Drei-Jahre-Rückblick. Er erklärte die „Idee hinter dem Schwerbehindertenbeauftragten“. Behinderte Bürger hätten besondere Anfordernisse zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einer Gemeinde. Seine und die Aufgabe seines Vertreters Edwin Hußlein sei es, sich direkt um Menschen zu kümmern, die Hilfestellung benötigten. Zum anderen obliege es ihnen, aufgrund ihrer Erfahrung die Rahmenbedingungen zu verbessern.

    „Durch Maßnahmen für Menschen mit Behinderung profitieren auch andere Gruppen“, führte einen letzten Punkt an. So habe er vielfach positive Rückkoppelung von nicht behinderten Mitmenschen erfahren, die bauliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit ebenso positiv empfänden. Er führte einige bereits umgesetzte Maßnahmen auf, wie der elektrische Türöffner und Haltegriffe in den Toiletten in der Fritz-Zeilein-Halle, aber auch die geplante Verbesserung der Wege zwischen den Bereichen „B“ und „C“ im Friedhof. Ihm komme es auch darauf an, einzelnen Bürgern bei Problemen zu helfen. Per Telefon oder auch bei persönlichen Treffen gäben er und sein Vertreter Hilfestellung bei Förderanträgen und Umgang mit Behörden. „Die Leute nehmen wahr, dass wir was tun“, fasste Widmaier zusammen.

    Er berichtete darüber hinaus über allgemeine Aufgaben. Bei Teilnahmen an Treffen im Landratsamt gebe es Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Gemeinden. Im September 2016 habe er im Bundestag der ersten Lesung des Behindertenteilhabegesetzes beigewohnt. Gut laufe die „Aktion Gehsteig“. Dabei gehe es um die Unsitte von Autofahrern, auf dem Gehsteig zu parken. Die „gelben und roten Karten“, die uneinsichtigen Fahrzeuglenkern hinter den Scheibenwischer geklemmt werden können, gehen gut weg, freute er sich. „Anscheinend nehmen es sich manche Leute zu Herzen“, sah er einen Erfolg dieser Aktion.

    Beeindruckt zeigte er sich von der offenen Behindertenarbeit (OBA) in Schweinfurt. „Da gehen auch Gochsheimer mit ihren Kindern hin“, verriet er. Die „Arbeit im Geheimen“ helfe den Behinderten. Die Fraktionssprecher dankten Widmaier und lobten sein Engagement. CSU/Freie Bürger-Frontmann Dirk Hachtel bemerkte, dass es sich hierbei um ein immer wichtiger werdendes Thema in der Bevölkerung handele. Es sei wichtig, dass es mit Widmaier und Hußlein Ansprechpartner vor Ort gebe, die mit „offenen Augen“ durch die Gemeinde gingen.

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