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    Hambach

    Beim Göger blieb auch 2019 der Kopf drauf

    Das Hohe Kirchweihgericht hatte wieder einiges zu berichten, beim "Gögerausschlagen". Foto: Uwe Eichler

    Der Gockel schaute doch etwas besorgt ob des Hackebeils, das "Scharfrichter" Michael Hendges schwang auf der Bühne der Hamicher Kirchweih beim traditionellen "Gögerausschlagen". Seit etwa einem Jahrzehnt wird die Kirwa in dieser Form gefeiert.

    Auf dem Dorfplatz wurde natürlich kein Brathähnchen produziert:  Der Kopf blieb drauf. Denn "Hahnenschlagen" ist ein alter Kirchweihbrauch, verwandt mit dem Töpfeschlagen. Mancherorts werden bis heute (bereits verblichene) Vögel traktiert, mit Säbel oder Dreschflegel. Mit der Hinrichtung eines "Unglückshahns" sollte früher wohl mal der kornklauende "böse Geist" ausgetrieben werden, zur Erntezeit.

    Der Tierschutz musste bei der Kirchweihzeitung am Herrenbrünnle jedenfalls nicht einschreiten. Das Hohe Kirchweihgericht, dem außerdem Peter Halbig, Präsident des Faschingsvereins, und Hahnenhüter Markus Ziegler angehörten, hatte ganz andere Hühnchen zu rupfen, von wegen "böser Geist".

    Denn am Sonntagabend ging es vor vollen Reihen um die Verfehlungen, die sich die lokalen "Göger" unterm Jahr so haben zuschulden kommen lassen. Nicht von ungefähr haben die Hamicher ein schwarzes Federvieh im Wappen.

    Und "Wam ghört die Kirwa?", fragte Peter Halbig, im Fasching bekannt als Gemeindediener P-p-paul. "Unner!", so lautete der Schlachtruf. Denn merke: Die Hamicher bekommen das Bier, die "heißgeliebten" Dittelbrunner Nachbarn die Heringsschwänz.

    Behandelt wurde, unter anderem, der Fall von Pfarrer Stefan Mollner: Hochwürden soll 128 Meter zur Party im Auto zurückgelegt haben. Zur Strafe heißt es jetzt jeden Tag: 100 Meter laufen.

    Günter Fuchs, der als Dirigent der Hambacher Musikanten mit auf der Bühne saß, hatte einen Eindringling im Hühnerstall vermutet, aufgrund merkwürdiger Geräusche – und eine Lebendfalle aufgestellt, mit geköpftem Ei und Leberwurst. Am Ende stellte sich heraus: Die Geräusche kamen von der Schnur an einer Fahnenstange. Für das Kirchweihgericht gab es spontan ein Leberwurstbrot, vom Kapellmeister.

    Und der Jagdgenossenschaft fehlte 2019 das Waidmanns-Heil: Beim Ringstraßenfest blieb die versprochene Wildsau aus, dafür gab es Brathähnchen.

    Gefeiert wurde der Vorschlag eines Dittelbrunners, den umstrittenen Supermarkt vierstöckig zu bauen: Damit der südliche Nachbarort endlich mal auf Augenhöhe mit Hambach ist, rein baulich. Eine Samenspende des Bürgermeisters fand ebenfalls Anklang, für den Kindergarten, von wegen Bienchen und Blümchen.

    In jedem Fall war die Kirchweih der Spielvereinigung (SpVgg) Hambach gut besucht. Auch das Wetter spielte mit. Am Samstag brachten die Fichtenburschen ihre Bäume vor die Wirtshäuser, per Traktor. Beim Fußball-Lokalderby zwischen Hambach und Dittelbrunn verloren die Gastgeber mit 1: 3.

    Am Sonntag war der Festumzug der Vereine ungewöhnlich lang: Nightrunner, Volkssänger, Gartenbauverein, SpVgg, Gemeindevertreter aus nah und fern, der Musikverein und viele andere gaben sich ein Stelldichein, inklusive Landrat Florian Töpper. Bürgermeister Willi Warmuth zapfte das erste Fass, flankiert vom Sportvereins-Vorsitzenden Reinhold Geißler sowie von Klaus Fenzl (Brauerei Tucher). Und Heringsschwänz musste keiner schlucken, dafür wurden am Kirchweihmontag Makrelen gegrillt.

    Nur kurz aus dem Takt: Dirigent Günter Fuchs und die Hambacher Musikanten beim Festumzug. Foto: Uwe Eichler

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