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    GEROLZHOFEN

    Beim Rhönschäfer im rauen Biosphärenreservat

    Beim Rhön-Schäfer: Einige Mitglieder der Bio-AG an der Realschule Gerolzhofen dürfen Lämmer in den Arm nehmen. Die Schülern lernten ein Wochenende lang viel über die Rhön.
    Beim Rhön-Schäfer: Einige Mitglieder der Bio-AG an der Realschule Gerolzhofen dürfen Lämmer in den Arm nehmen. Die Schülern lernten ein Wochenende lang viel über die Rhön. Foto: Realschulee

    „So früh am Sonntag und sogar freiwillig habe ich noch nie eine Gruppe von Schülern hier empfangen dürfen“, lautete die freundliche Begrüßung von Bildungsreferent Joachim Schneider im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach für die Bio-AG der Ludwig-Derleth Realschule.

    In dieses Informationszentrum waren die Schüler aus den Klassen 5 bis 10 zur Abschlussveranstaltung des Teamwochenendes in ihrem Wahlfach gekommen. Höhepunkt für die Gruppe war laut Pressemitteilung der Fußmarsch zum Schäfer Josef Kolb in Ginolfs, der mit seinen Rhönschafen die nachhaltige Bewirtschaftung der Naturschutzgebiete sicherstellt.

    Beim Füttern und Pflegen der Tiere packten die Schüler eifrig mit an, einige Schafe fraßen sogar aus der Hand. Besonders viel Spaß lösten die kleinen neugeborenen Lämmer aus. Auch im 21. Jahrhundert sind die natürliche Verhaltensbiologie und das Kindchenschema ein Garant für das Größerwerden.

    Das Kindchenschema tritt bei höheren Tierarten auf. Jungtiere senden durch ihre kindlichen Proportionen Schlüsselreize auf die Erwachsenen aus und initiieren damit Fürsorgeverhalten. Dadurch ist im Tierreich gewährleistet, dass sich die Eltern um ihre Jungen kümmern, sie beschützen und großziehen.

    Schülerfragen zu den Muttertieren und der Schafhaltung beantwortete der Schäfermeister geduldig und ansprechend.

    Auf dem Rückweg zur Bildungsstätte erläuterte Joachim Schneider das typische Rhönklima und die entsprechende Landschaft, Flora und Fauna im Biosphärenreservat. So ist das Biosphärenreservat bekannt für seine raue Witterung. Hauptsächlich in Gipfellagen der Hohen Rhön gibt es relativ hohe Niederschlagsmengen von etwa 1200 Millimeter im Jahr und niedrige Temperaturen, die weit unter denen in Mainfranken liegen. Die Südrhön und auch der größte Teil der Thüringer Vorder- und Kuppenrhön liegen im Regenschatten der Hochrhön und sind niederschlagsarm (zum Beispiel Ostheim mit 500 Millimeter Jahresniederschlag).

    Dass die Bio-AG handwerklich begabt ist, konnte sie beim Bau eines Insektenhotels an der Umweltbildungsstätte unter Beweis stellen.

    Beim Planspiel zum Ökologischen Fußabdruck entpuppten sich einige Jugendliche zum knallharten Manager, der die Weltbank sprengen wollte, oder zum hart arbeitenden Angestellten, der je nach den Ressourcen seines Landes mehr oder weniger wirtschaftlichen Erfolg verbuchte. Völlig frustriert erkannte so manches Gruppenmitglied nach langem Mühen, dass man in bestimmten wirtschaftlichen Strukturen keine Chance hat, auf die Beine zu kommen.

    Während der Zusammenfassung und Besprechung war Betroffenheit in der Gruppe zu spüren. Soziale Gerechtigkeit und Demokratie kann sich der Mensch eben nicht unbedingt frei aussuchen. Die Schüler der Bio-AG erkannten, großes Glück mit ihrem Geburtsland zu haben. Daraus resultiere aber auch Verantwortung im Umgang mit Mutter Erde. Diese Verantwortung führte Joachim Schneider am Wandmodell für den Ökologischen Fußabdruck noch einmal deutlich vor Augen.

    Um sich selbst bezüglich des Ökologischen Fußabdruckes einschätzen zu können, bekamen die Schüler einen Fragebogen über ihren Lebensstil und den damit verbundenen Ausstoß von Kohlendioxid.

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