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    OBERWERRN

    Beim Sportverein gehts nun an die Substanz

    Trotz neuem Tribünendach: Das Führungsteam des SVO – mit dem Ehrenvorsitzenden Peter Wenzel (vorne rechts) – will nicht ... Foto: Uwe Eichler

    Es tut sich was – an der in die Jahre gekommenen Halle des SV Oberwerrn: Insbesondere der Boden des 40 Jahre alten Gebäudes befindet sich im schlechten Zustand, die Spielfeld-Begrenzungen lösen sich ab.

    Auf 700 000 Euro Kosten schätzt der Verein den Sanierungsbedarf. Bei einem Sondertreffen wurde nun die Bildung eines Rücklagenkontos beschlossen. Ende Mai hat zudem der Kunstrasenplatz Schäden hinnehmen müssen – bei sintflutartigen Regenfällen – und müsste ebenfalls saniert werden.

    Auch Hauptfeld und Tartanbahn waren betroffen. Erst 2010 war der Platz geschaffen worden, für 135 000 Euro, mit 25 Prozent Gemeindezuschuss. Vor allem in der schlechten Jahreszeit werde er stark frequentiert, von Sportlern aus der gesamten Gemeinde, heißt es in der Vorstandsrunde.

    „Wir können das alles nur durch Ehrenamtliche schultern“, sagt Peter Wenzel, Ehrenvorsitzender des 1934 gegründeten Sportvereins. So war es allerdings schon immer. „Am Anfang war ein Loch“, erinnert sich Wenzel an die Vereinsgeschichte: 1937 wurde der Platz an der Sternstraße eingeweiht, nach dem Krieg eine alte Wernecker Baracke abgebaut und – zum 25. Gründungsjubiläum – als erstes Sportheim aufgestellt.

    Strom seit 1969

    Ursprünglich sollte die SVO-Arena mal auf der Wernwiese entstehen, das wurde aber wegen der Hochwassergefahr verworfen. Nach und nach kamen Umkleideräume an die Baracke, ebenso eine Wasserversorgung, mit Duschen und Toiletten. Seit 1969 gibt es Strom, wenig später wurden zwei Flutlichtmasten eingeweiht.

    Es folgte der zweite Sportplatz, 1981 das heutige Sportheim. Mit viel Eigenleistung entstanden Fertigbauhalle, die (griechische) Gaststätte. In den 1990ern folgte der Parkplatz, 2000 ein Anbau an die Halle, mit Sitzungszimmer, Jugendraum, Umkleide und Trikot- oder Ballraum. In diesem Jahr entstand auch der rührige Seniorenarbeitskreis „SAK“.

    Tribüne überdacht

    Mittlerweile gibt ein Blockheizkraftwerk zur Stromgewinnung sowie einen barrierefreien Zugang zum Sportplatz. Zuletzt, nach der Sanierung der Tribüne, wurde noch die Überdachung der Außenbewirtung fertiggestellt: just an dem 25. Mai, als der große Regen herabprasselte

    Bis heute sind es Ehrenamtliche wie Platzbetreuer und Ehrenmitglied Klaus „Hetzo“ Hetzel, die den Laden am Laufen halten, jeder in seinem Bereich. Bürokratie, etwa beim Datenschutz, macht dem Verein ebenso zu schaffen wie der demographische Wandel: „Allein 2017 hat der Seniorenarbeitskreis fünf Mitglieder verloren“, sagt Peter Wenzel. 2011 trat er nicht mehr zur Wiederwahl als erster Vorsitzender an.

    Es kam zu einem erweiterten Vorstand. Schon seit einigen Jahren fehlt ein Geschäftsführer. Martin Madei ist im „Triumvirat“ zuständig für den Sport, Gerd Engert Finanzchef, Klaus Theobald hütet die Anlagen.

    Der Ehrenvorsitzende fürchtet beim Provisorium den Gewöhnungseffekt: „Können könntens viele, machen tuts keiner.“ „Irgendwann ist der harte Kern weg“, befürchet auch Gerd Engert. Schön, wenn sich das ändern würde, trotz Fusionen und Spielegemeinschaften. Sicher ist nur: Bis 2080 ist das Gelände für den Verein gesichert, dank Erbbaurecht.

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