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    Grafenrheinfeld

    Benefiz-Konzerte: Emotionale Momente werden zur guten Tat

    Musette-Medley mit Anne Kox-Schindelin an der Harfe und Wolfgang A. Schöttner am Akkordeon. Foto: Daniela Schneider

    Die Kulturhalle versinkt im stimmungsvollen Lichtermeer; gemeinsam singen alle "Let's bring a smile", die selbst komponierte Hymne der Benefizkonzerte zugunsten der Würzburger Station Regenbogen – ein bewegendes Bild. Seit 15 Jahren finden diese hochkarätig besetzten  Konzerte statt. Einst in überschaubarem Rahmen in Schweinfurt begonnen, sind es mittlerweile drei Veranstaltungsorte geworden.

    Geld für Forschung und für die Versorgung der Patienten

    Mitorganisatorin Heike Gündisch serviert dem Jubiläum eine ganz besondere Enthüllung: 2019 wird die Rekordmarke geknackt – mehr als eine Million Euro sind in diesen fünfzehn Jahren an die Elterninitiative tumor- und leukämiekranker Kinder in Würzburg überreicht worden. Eine immens wichtige Unterstützung, wie Professor Dr. Matthias Eyrich und Claudia Roßberg (Elterninitiative) im Auftaktkonzert erklärten, die in die Forschung, aber auch die Patienten- und Elternversorgung fließt. In Grafenrheinfeld muss der Scheck an den drei ausverkauften Veranstaltungstagen mehrfach ausgebessert werden, dank unerwarteter Spenden stehen da am Ende 52 500 Euro – ein neuer Rekord.

    Große Gefühle in Grafenrheinfeld: "Perfect" mit Natascha Wright und Alfred McCrary. Foto: Daniela Schneider

    "Jedes Konzert ist ein Gewinn" brachte es Christine Bender stellvertretend für Landrat Florian Töpper, Schirmherr des Auftaktkonzertes, für die Station Regenbogen, aber auch die Zuhörer auf den Punkt. In einer immer verrückter werdenden Welt sei das zutiefst emotionale Konzerterlebnis ein Zeichen der Hoffnung für uneigennützige Menschlichkeit. Nicht umsonst spricht Walter Weinig, Vorsitzender vom Schweinfurter Förderverein für die Elterninitiative, von der "Benefiz-Familie". Seit Jahren ziehen da die gleichen Gesichter unentgeltlich an einem Strang – vor und hinter den Kulissen.

    Die Riege der Künstler, Helfer und Sponsoren verändert sich wenig, vergrößert sich aber jährlich. Jedes Konzert ist ein Wiedersehen mit guten Freunden. Mal war die eine Künstlerin schwanger, mal die andere. Mittlerweile sind die Kinder mit Spendenboxen unterwegs, in denen es gerne klappern, aber noch lieber rascheln darf. Kein Zuhörer, der sich dieser magisch-berührenden Stimmung entziehen kann, man wird die Gänsehaut einfach nicht los. Dafür sorgt auch die leidenschaftlich zu Werke gehende Künstlerriege auf der Bühne, der es immer wieder gelingt, überraschende Höhepunkte zu setzen. "Ihr könnt alle so toll miteinander" stellt Moderatorin Simone Pfeffer charmant wie immer fest. Vielleicht ist das ein Grund für diesen ganz besonderen Zauber.

    Gesangliche Frauenpower pur: Anke Katrin Glucharen, Natascha Wright und Heike Gündisch (von links). Foto: Daniela Schneider

    Großartig auch wieder das Programm. Mal sehr harmonisch, dann wieder rhythmisch ist diese Pop- und Klassik-Gala mit rockigen Passagen ein großartiges konzertantes Erlebnis. Beim Streichquartett "La Finesse" ( Daniela Reimertz, Birgit Förstner, Anna Maria Barth, Monika Beck) trifft Beethoven auf AC/DC. Tenor George Bitzios gibt den coolen Rocker und der junge Pianist Tristan Schulz, einst selbst Regenbogen-Patient, spielt sich ohne Notenblatt von der Mondscheinsonate bis zur zeitgenössischen Filmmusik durch ganz besondere Momente.

    Frauenpower in der Kehle 

    Solistische Auftritte, "alte" und neue Kombinationen begeisterten: Die geballte stimmliche Frauenpower von Heike Gündisch, Anke Katrin Glucharen und Natascha Wright bei "The Show must go on", die instrumentale B-Band: Matthias Köhler (Saxophon), Chris Adam (Gitarre), Stefan Hergenröder (Bass) und Chris Maldener (Drums) mit ihrem groovigen "Nightbirds".

    Einfach umwerfend: Erstmals traten Harfe (Anne Kox-Schindelin) und Akkordeon (Wolfgang A. Schöttner) in einen mitreißenden tänzerischen Walzer-Dialog. Alexander Pfriem hatte eine brillante "Roxanne" parat und Alfred McCrarys souliges "Change the world" hatte die Benefiz-Message schon im Titel, wie auch die letzte Zugabe "Hinterm Horizont".

    Lets bring a smile mit einem wunderbaren Ensemble. Foto: Daniela Schneider

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