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    Gerolzhofen

    Berufswahlseminar: lieber Beamter als Handwerker

    Am Dienstag fand in der Realschule Gerolzhofen ein Berufswahlseminar statt. Zahlreiche Referenten stellten den Schülern ihren Beruf vor. Die Schüler hatten ihre Favoriten.
    Wie viel Zucker steckt in bestimmten Lebensmitteln? Eine Antwort bekamen die Schülerinnen und Schüler von Vetreterinnen der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung. 
    Wie viel Zucker steckt in bestimmten Lebensmitteln? Eine Antwort bekamen die Schülerinnen und Schüler von Vetreterinnen der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung.  Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Arbeiten beim Zoll oder bei der Stadt Schweinfurt, bei der Landespolizei oder der Telekom, im Krankenhaus Schloss Werneck oder bei ZF: Darüber haben sich die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen von Realschule und Mittelschule in Gerolzhofen am Dienstag bei einem Berufswahlseminar informieren können. Sturmtief Sabine hatte dafür gesorgt, dass die vormals auf zwei Tage ausgelegte Veranstaltung nur an einem Tag stattfinden konnte.

    Lehrerin Barbara Müller und Berufsberaterin Stefanie Barthel haben dennoch ein Programm mit insgesamt 19 Vorträgen für die knapp 100 Schüler zusammengestellt, aus denen diese drei für sie interessante Berufe auswählen konnten. Den größten Zuspruch bekamen laut Barthel Berufe im öffentlichen Dienst, aber auch das Interesse an weiterführenden Schulen sei groß gewesen. 

    Haben das Berufswahlseminar an der Ludwig-Derleth-Realschule in Gerolzhofen gemeinsam organisiert: Lehrerin Barbara Müller (links) und Berufsberaterin Stefanie Barthel.
    Haben das Berufswahlseminar an der Ludwig-Derleth-Realschule in Gerolzhofen gemeinsam organisiert: Lehrerin Barbara Müller (links) und Berufsberaterin Stefanie Barthel. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Anna Klamet und Ayla Zietlow haben den Vortrag der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung besucht. Dass es in den sozialen Bereich gehen soll, steht für die beiden Schülerinnen fest. "Ich fand beides interessant, aber ich werde mich, denke ich, für keines von beidem entscheiden", sagt Anna Klamet, die sich zuvor einen Vortrag zur Altenpflege angehört hatte. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das das ganze Leben lang mache", sagt die Realschülerin.

    Schüler stecken in der Orientierungsphase

    Ihre Mitschülerin Ayla Zietlow zieht es in den sozialen Bereich, "weil ich gerne mit Menschen arbeite und gut mit Menschen umgehen kann", sagt sie. Sie könne sich aber auch vorstellen, vorher Abitur zu machen. In den Ferien will sie ein Praktikum machen. "Mir ist es wichtig, einen Job zu finden, den ich gerne mache." Dafür wolle sie aber auch noch andere Dinge ausprobieren. "Ich kann mir auch vorstellen, ins Radio zu gehen", so die Neuntklässlerin.

    Polizeihauptkommissar Carsten Weiß von der Einstellungsberatung Schweinfurt erklärte den Schülerinnen und Schülern, wie die Ausbildung bei der Polizei abläuft.
    Polizeihauptkommissar Carsten Weiß von der Einstellungsberatung Schweinfurt erklärte den Schülerinnen und Schülern, wie die Ausbildung bei der Polizei abläuft. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Über den Trend zu unbesetzten Lehrstellen weiß Berufsberaterin Stefanie Barthel Bescheid. Dennoch sieht sie eine positive Entwicklung: "Einige schwächere Schüler werden eingestellt, weil sie durch das Praktikum überzeugen können – besonders in handwerklichen Berufen." Sie erlebe es immer wieder, vor allem an der Mittelschule, dass die Schüler sich durch ein Praktikum eine Ausbildungsstelle sichern könnten, "was notentechnisch sonst nicht gegangen wäre", sagte sie.

    Großes Interesse an Polizeiberufen

    Bei der Polizei könne man sich über die Bewerberzahlen nicht beschweren, sagt Polizeihauptkommissar Carsten Weiß von der Einstellungsberatung Schweinfurt. Er besucht die Schulen im Landkreis und spricht über die Ausbildung bei der Polizei, was Interessenten mitbringen müssen und was in der Prüfung wichtig ist. Man müsse mindestens mittlere Reife mitbringen, um Polizist werden zu können, weiß der Polizist. Das Interesse der Schüler in Gerolzhofen war groß.

    Zwei Interessenten sind die Mittelschülerinnen Leonie Krauß und Emily Förster. Nachdem sich die Schülerinnen über die Arbeit beim Zoll informiert hatten, hörten sie sich den Vortrag von Carsten Weiß an. Beide Mädchen streben eine Beamtenlaufbahn an. "Hauptsache es ist ein sportlicher Beruf", sagt Leonie Krauß. "Am liebsten auch noch mit Tieren." Die Schülerin könnte sich einen Job bei der Hundestaffel gut vorstellen.

    Die Koordinatorinnen Müller und Barthel zeigten sich überrascht, wie unterschiedlich die Anmeldezahlen von Jahr zu Jahr sind. "Es ist jedes Jahr spannend zu sehen, für welche Vorträge sich die Schüler entscheiden", sagte Müller. Während im vergangenen Jahr das Interesse an einem handwerklichen Beruf sehr hoch war, hätten sich in diesem Jahr wiederum sehr wenige Schüler dafür angemeldet.

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