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    GELDERSHEIM

    Bestands-Bücherei wird aufgepeppt

    Soll unter anderem einen barrierefreien Zugang erhalten: Die Gadenbücherei gleich neben Rathaus und Kirche. Foto: Uwe Eichler

    Das Projekt soll die Gemeinde preisgünstiger kommen als ein Neubau an der Schule: die Renovierung der alten Bücherei in den Kirchgaden.

    In der Ratssitzung wurde diese nun knapp, mit sieben zu sechs Stimmen, beschlossen, auf Antrag von SPD und Freie Wählern. Neben den Fraktionsmitgliedern wollen sich weitere ehrenamtliche Helfer beteiligen, bei der Schaffung eines barrierefreien Zugangs sowie der Erneuerung von Beleuchtung, Heizgeräten, Fußboden, Geländer und Regalen. „Außerdem wollen wir die Bücherei mit Farbe freundlich gestalten“, erläuterte Markus Vogel (FW) die Initiative. Dazu sollen 26 000 Euro im Haushalt eingestellt werden und der Bauhof teilweise mithelfen.

    Beim Reizthema „Bücherei“ kam es nicht überraschend zu einer längeren Debatte: „Was ist mit dem Dach und Gebälk?“, fragte Erich Hemmerich (CSU), der ein Gesamtkonzept vermisste. Laut Bürgermeister Oliver Brust ist das Dach im guten Zustand, nach seiner Information sei es erst vor etwa 20 Jahren gedeckt worden. Das Neueste sei es nicht, sagte Georg Huppmann, aber intakt.

    Monika Rödemer betonte, ebenfalls für die Freien Wähler, dass es um eine Renovierung des Bestehenden, keine Sanierung gehe, als Konsequenz des Bürgerentscheids. „Es soll auch nach außen schön aussehen“, widersprach Hemmerich. Martin Schlör vermutet für die Junge Liste ältere Ziegel. Der Bauhof sei aber am Limit angelangt, weitere Kosten könnten folgen. „Die Barrierefreiheit hört spätestens an der Tür auf“, vermutet Annemarie Schuler. Man fange, wie beim Rathaus, einfach an und bekäme ebenfalls Mehrkosten. Auch Thomas Lurz sah den Bauhof zu stark beansprucht, angesichts anderer Dinge auf der Liste.

    „Es geht um den Bestand“, betonte Brust, zudem um ein ehrenamtliches Verschönerungsprojekt, für das die Gemeinde eine Förderung geben werde. Ein Rollstuhlfahrer könne sich drinnen sicher drehen, meinte Georg Huppmann, oben sei nur die Kinderecke. Durch die Ankündigung der Renovierung, vor dem Bürgerentscheid, fühle man sich verpflichtet, dies auch umzusetzen, meinte Irmgard Pawlak für die SPD. „Wenn, dann sollte man es richtig machen“, forderte Thomas Hemmerich (Junge Liste) und das Haus vom „Keller bis zum Dach“ prüfen. In vier Wochen könne man dann entscheiden.

    Warum man keinen Heizungsverbund in den Gaden plane? Die neuen Stromheizkörper machten nur einen Bruchteil der Kosten aus, antwortete Brust, es gehe um eine kleine Einzelmaßnahme, die man nicht aufblähen sollte. Martin Schlör erinnerte an die hohen Stromkosten. Die hätte man in den Bestandsgaden ohnehin, Gas wäre in der Investition teurer, konterte Brust.

    Ein kleines Nachhutgefecht entwickelte sich noch um die Frage nach den Kosten des Bürgerbegehrens von FW und SPD, contra Bibliotheksneubau: Inklusive Erfrischung der Helfer und Arbeitszeiten stehen 4800 Euro auf der Rechnung. CSU und Junge Liste monierten, dass sie mehrfach nach dieser Zahl hätten fragen müssen. Ebenso könnte man nach den Kosten der kommenden Landtagswahl fragen, erwiderte der Bürgermeister: „Ein Bürgerbegehren ist ein legitimes, in der Verfassung vorgesehenes Mittel.“

    Ansonsten war Abkühlung angesagt: Für den Spielplatz an der Grundschule gibt es ein großes Sonnensegel (für knapp 6900 Euro plus Pfosten). 5350 Euro kostet das neue Mulchgerät für den Bauhof.

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