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    Gerolzhofen

    Besuchergrenzen auch im Alten Rathaus

    Der hier noch zu erkennende Baum auf der Südseite des Alten Rathauses müsste gefällt werden, um im Rahmen des Brandschutzes einen Standort für eventuelle Rettungsmaßnahmen der Feuerwehr zu sichern. Foto: Klaus Vogt

    In die Sanierung des Alten Rathauses waren auch etliche Brandschutzmaßnahmen integriert. Trotzdem kommt es auch in diesem Gebäude zu Einschränkungen bei der Besucherzahl. Im Erdgeschoss, wo ein Entkommen im Brandfall relativ einfach, weil ebenerdig möglich ist, dürfen sich in Zukunft maximal 99 Personen gleichzeitig aufhalten. In den beiden Obergeschossen dürfen das höchstens 29 sein. Der Grund für diese Begrenzung ist, dass der zweite Rettungsweg ausschließlich über das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Gerolzhofen führt. Und da sind im Ernstfall die Kapazitäten begrenzt. Der erste Rettungsweg ist das Treppenhaus.

    Das berichtete Sandra Nagel am Montag im Stadtrat. Bei der vorgestellten Regelung gibt es auch eine Ausnahme. Ins zweite Obergeschoss dürfen auch mal 49 Personen, aber nur wenn vorher die Feuerwehr Bescheid bekommt. Ausnahmen kann es zum Beispiel bei Trauungen im Sitzungssaal geben. Wenn dazu mehr als 29 Gäste kommen, dürfen sich im ersten Obergeschoss (Museumsräume) keine  weiteren Personen aufhalten.

    Standorte für die Feuerwehr

    Im Notfall stellt die Feuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge entweder im Norden des Rathauses vor Hörgeräte Weitkamp und Stadtapotheke auf, im Süden vor dem Küchenanbau. Dort wurde bereits ein Baum Richtung NKD gefällt.

    Das hat auch für die Stadtfeste Folgen. Wenn sich hier gleichzeitig zum Marktplatzbetrieb auch Menschen in den Obergeschossen des Rathauses aufhalten, müssen die genannten Flächen für eventuelle Feuerwehreinsätze freigehalten werden. Geschieht das nicht, müssen die Obergeschosse abgesperrt und eine Nutzung untersagt werden. Das heißt, während der Feste können keine Museumsführungen, Hochzeiten, Stadtratssitzungen und Besprechungen im Alten Rathaus stattfinden. Diese Einschränkung gilt so lange, bis der Einsatzbereich für die Feuerwehr wieder zugänglich ist. Diese Bestimmungen treten ab sofort in Kraft. Sie sind mit der Feuerwehr und ihrem Kommandanten Roland Feller so abgesprochen.

    Neue Brandschutztüren

    Sandra Nagel listete auch die Brandschutzmaßnahmen auf, die während der Sanierung im Alten Rathaus installiert worden sind. Danach gibt es jetzt eine durchgängige Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege auf allen Stockwerken. Selbstschließende Brandschutztüren wurden im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen zwischen Hauptgebäude und den Aufzugfoyers eingebaut. Gleiches gilt für die Zugänge zum Sitzungssaal und zum Schulmuseum. Darüber hinaus gibt es jetzt Notausstiegsfenster auf der Nord- und Südseite beider Obergeschosse. Die Fluchttüren haben Panikbeschläge, das heißt, sie können von innen geöffnet werden, auch wenn sie abgeschlossen sind.

    Dazu kommt eine Rauchabzugsanlage, deren oberstes Fenster im Treppenraum des zweiten Obergeschosses mittels Handtasterauslösung am Treppenaufgang im Erdgeschoss und am Treppenaustritt im zweiten Obergeschoss ausgelöst werden kann. Schließlich wurden in allen Geschossen funkvernetzte Rauchwarnmelder installiert.

    Weitere Begehungen

    Mit dem Alten Rathaus und dem Bürgerspital wird es indes nicht getan sein beim Brandschutz in öffentlichen Gebäuden. Bürgermeister Thorsten Wozniak kündigte Brandschutzbegehungen auch in anderen städtischen Gebäuden wie dem Jugendhaus oder dem Kindergarten St. Martin an der Grabenstraße an. Es stehe zu befürchten, dass sich auch dort die "eine oder andere größere Maßnahme ergeben könnte." In Gerolzhofen sei die Infrastruktur nun mal sehr groß, was auch eine starke Herausforderung für die Feuerwehr bedeute.

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