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    Schweinfurt

    Betrugsversuch: Falscher Polizist am Telefon

    Ein Unbekannter wollte am Sonntag eine Bergl-Bewohnerin ausspionieren. Wie die 53-Jährige den Schwindel erkannte.
    Betrüger geben sich am Hörer längst nicht mehr nur als Enkel, sondern immer öfter dreist als Polizisten oder Staatsanwälte aus.  Foto: Martin Gerten

    "Es klang alles ganz echt." Als am Sonntagabend bei Gitta Padberg am Bergl das Telefon läutete, meldete sich "die Polizei". Der Anrufer habe sie vor vier Einbrechern gewarnt, die am Bergl unterwegs seien, erzählt Padberg. Zwei habe man schon gefasst und bei diesen eine Liste gefunden, auf der ihr Name stehe und dass sie 10 000 Euro zuhause haben soll. "Das stimmt gar nicht", habe sie gleich gekontert und dem Mann am Telefon einen viel niedrigeren Betrag genannt.

    Stutzig wurde die 53-Jährige, als der Anrufer sie dann nach Schmuck und anderen Wertsachen  fragte. Auch wollte er wissen, ob sie einen Safe besitze und bei welcher Bank sie Geld abhebe. "Das kam mir komisch vor." Gitta Padberg informierte deshalb am nächsten Tag die Polizei und erfuhr, dass ein "falscher Polizist" sie angerufen hatte und ausspionieren wollte. 

    Fast wöchentlich gehen bei der Schweinfurter Polizeiinspektion solche Meldungen ein, und leider fallen immer noch manche Menschen auf die Betrugsmasche herein. Auch Gitta Padberg glaubte zuerst, die Polizei sei am Apparat, weil der Anrufer "sehr professionell" gewirkt habe. Hellhörig sei sie geworden, weil er so genau über ihre Lebensgewohnheiten Bescheid gewusst habe. Deshalb habe sie ihm auch nicht die Wahrheit gesagt, wieviel Geld sie tatsächlich zuhause habe.

    Die 53-Jährige ermittelte nach dem Telefonat erst einmal auf eigene Faust und überprüfte bei einem Spaziergang mit ihrem Hund, ob tatsächlich – wie vom Anrufer behauptet – zwei Polizeiautos am Bergl zur Sicherheit der Bewohner stationiert seien. "Da war nix." Angst habe sie nicht gehabt, zuhause aber sofort die Tür abgesperrt und tags darauf die echte Polizei informiert. Die warnt noch einmal eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Wer sicher gehen wolle, ob er tatsächlich von der Polizei angerufen worden sei, könne dies sofort mit einem Rückruf überprüfen.

    Im Video erklärt. So schützen Sie sich vor den "Enkeltrick" Betrügern:

    Quelle Video: UniCredit S.p.A. in Kooperation mit der Polizei

     

    So schützen Sie sich vor Betrügern
    Trickbetrüger geben sich am Telefon oft als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus. Dabei nutzen sie laut Polizei eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Nummernanzeige ihrer Opfer die Notrufnummer 110, die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder des Bundeskrimimalamts (BKA) erscheinen lässt. Unter Umständen melden sich die Täter immer wieder bei ihren Opfern und setzen diese unter Druck. Die Polizei rät, am Telefon keine Details zu persönlichen Finanzen preis zu geben. Zudem sollte niemals Geld an unbekannte Personen übergeben werden. Die Polizei rät grundsätzlich, keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen und sich von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis zeigen zu lassen. Beim geringsten Zweifel sollte die Behörde angerufen werden, von der die angebliche Amtsperson kommt. "Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten", so die Polizei auf der Informationsseite zu Betrugsfällen unter www.polizei-beratung.de

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