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    DITTELBRUNN

    Bewölkte Stimmung in Sachen Solarenergie

    Es ging ums Geld, in der Juli-Sitzung des Gemeinderats. Gleich zu Beginn übernahm Vizebürgermeister Peter Härterich die Leitung, als über die künftige Dienstaufwandsentschädigung für den „Beamten auf Zeit“ Willi Warmuth beraten wurde – nach dessen Wiederwahl. Der Bürgermeister musste eine Zeit lang seinen Sitz räumen.

    Zwischen 228 und 749 Euro liegt in Kreisgemeinden die monatliche Entschädigung für den „Mehraufwand in der Lebensführung“. In Dittelbrunn werden momentan 518 Euro ans Gemeindeoberhaupt gezahlt. Am Ratstisch startete nun die politische „Auktion“: Für Annemarie Lutz (CSU) ist in vergleichbaren Gemeinden der Höchstsatz üblich. Werner Duske (SPD/SBD) hätte den Betrag nur etwas aufgerundet, auf maximal 550 Euro.

    Heike Munz von den Freien Wählern sah es ähnlich, sie störte sich mehr an der „schrecklich krummen Zahl“. In der Unabhängigen Fraktion gingen die Meinungen auseinander: Martin Kraus (CSU) strebte die rechnerische Mitte an, einen Betrag um die 625 Euro. Am Ende wurde die Entschädigung, rückwirkend zum Jahresbeginn, auf 600 Euro erhöht.

    „Benachteiligte Gebiete“

    Eine längere Debatte gab es bezüglich der Investoren-Anfrage, im Norden des Gemeindegebiets eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten: eventuell in Kooperation mit der Bürgerenergiegenossenschaft. Ins Auge gefasst wurde ein Gebiet südlich von Pfändhausen oder, alternativ, im Norden von Holzhausen. Das gleiche Areal könnte zusätzlich für eine Blühfläche verwendet werden.

    In Bayern ist es möglich, solche Anlagen auch in „benachteiligten Gebieten“ zu errichten: was in diesem Fall die relativ geringe Bodengüte meint. Gespräche mit zahlreichen Grundstückseigentümern laufen: Laut Luzia Weigand wurden 33 Eigentümer kontaktiert. Elena Lategahn wollte die genaue Größenordnung wissen: „Es schwirren schon Zahlen wie 300 000 Quadratmeter durch die Gemeinde“.

    Laut Bürgermeister geht es um maximal 180 000 Quadratmeter Gesamtfläche, die er später, gemäß Aktenvermerk, auf 13 Hektar korrigierte: Man habe dort schweren Lehm- und Gesteinsboden. Es gehe bei dem Projekt um eine Steigerung des Anteils an der Energiewende.

    „Ein Graus“

    Dennoch war die Stimmung bewölkt: „Man hätte zuerst mit uns reden können“, monierte Heike Prescher. Auch Jürgen Markert war wenig angetan. Trotz sicher nötiger Energiewende: Die Landschaft bei Pfändhausen, Richtung Wald, würde durch einen „Riesengürtel“ verschandelt: „ein Graus“.

    Es seien harte Worte, Photovoltaikanlagen als Graus zu bezeichnen, konterte Warmuth. Der Weg Richtung Wald sei in keinster Weise betroffen, auch von einem Gürtel könne nicht die Rede sein. Die genaue Flächengröße bestimmte die Gemeinde, mit Eigentümern sei man nur in Kontakt.

    Elena Lategahn (UF) stellte fest, dass sie eine Anlage nahe der Ortschaft ebenso skeptisch sah wie CSU-Nebenmann Martin Kraus: „In dem Fall muss ich ihm zustimmen.“ Pfändhausen habe schon das Windrad am Ort. Wolfgang Fuhl sah den kaum einsehbaren Bereich bei Holzhausen als geeignet an, ebenso Marion Hofmann.

    Lategahn schlug die Heeresstraße als Standort vor. Auch wenn anderswo tatsächlich bereits an Zukunfts-Straßen mit Photovoltaik-Belag geforscht wird: Ernst gemeint war das nicht. Peter Härterich sprach sich für einen Ortstermin des Gremiums bei Holzhausen aus, was einstimmig beschlossen wurde. Die Variante Pfändhausen-Süd kam vom Tisch.

    Innovatives Nahenergienetz

    Beim Neubaugebiet „Rannunger Höhe 2“ ist auf den zwölf Gebäuden an ein innovatives „Nahenergienetz“ gedacht, wo nicht nur Wärme, sondern auch Solarenergie im Verbund produziert und genutzt werden soll. Peter Härterich sieht „rechtliches Neuland“ bei den Details, Werner Duske will sich nicht auf die Energiegenossenschaft als einzig möglichen Betreiber „einschießen“. Die Verwaltung wird diese Idee nun prüfen.

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