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    SCHWEINFURT

    Biene Maja und Schulzilein

    Allzu langweilig war's auch in dieser zweiten Ferienwoche nicht. Dafür haben – schon in der ersten Ferienwoche – die Sta... Foto: Thomas End) aussehen werden, sollte die Baumschutzverordnung tatsächlich abgeschafft werden.

    Wer hat sich wieder ins Zeug gelegt und ist beim Faschingszug am Dienstag mit den schönsten Motivwägen so närrisch durch Schweinfurt getuckert? Der Karnevalsverein Oberwerrn mit Despoten-Kritik und Schulz-Grabstein (Platz 3), die Zeller Kracken mit „Asterix und Obelix“ (Platz 2) und die Üchtelstüchter Gäßbock-Elf mit Orientflair von „1001 Nacht“. Die Kreativen kommen vom Land, die Schweinfurter Faschingsgesellschaften haben keinen Bock auf so was. Sie lassen ihre vorhandenen Garden aufmarschieren, jetzt halt auf der Straße statt im Sitzungssaal. Auch die Biene Maja und ihr leicht trotteliger Kumpel Willi haben ihren Bienenstock nicht in der Stadt, sondern auf dem Reichelshof.

    Hätte nicht eine der drei Schweinfurter Narrengesellschaften einen Bulldog mit Anhänger auftreiben und einen hübschen großen Baum basteln können, auf den die Herren Köhler und Funk im Schweiße ihres Angesichts mit einer großen Handsäge losgehen? Eines der heißesten Themen der letzten Monate wäre trefflich auf den Punkt gebracht worden. Der Wagen hätte nicht die schlechtesten Siegchancen gehabt. Aber wie mehrfach angemerkt: Den Städtern reichen ihr Prinzenpaar, Helau und Bonbonschmeißen.

    Gute-Laune-Fasching, bloß nicht anecken – auch wenn sich's noch so aufdrängt. Verglichen mit dem Prinzenwagen flogen sogar Biene Maja und Willi als gesellschaftspolitisch brisante Botschaft im Faschingszug mit.

    Tags drauf war dann Aschermittwoch, eine Art zweiter Faschingskehraus im Gewand des Politischen, je nachdem wie zünftig die Redner drauf sind. Dabei gilt die Regel: Die eigenen Leute sind die Guten und zu loben (CSU-Eck über Söder: „Clever und intelligent“). Die anderen sind die Loser, wie das abgestürzte SPD-„Schulzilein“ (CSU-Stichwortgeberin Stöckinger-von Lackum), die's nichts können oder aber Populisten (CSU-Eck über die Freien Wähler und ihr Volksbegehren gegen Straßenausbaubeiträge/„Strabs“). Aber die CSU kümmert sich jetzt selbst um „Strabs“ und wird Anliegerbeiträge durch Staatsgeld ersetzen, sagt der Herr Eck, was dann aber kein Populismus ist.

    Die Linken haben auch keine Experimente gemacht, sondern sind ihrer Devise treu geblieben: Immer drauf auf den politischen Hauptgegner, die SPD und ihren „Sankt Martin“, für den Klaus Ernst nur einen Ministersessel sieht, den „für Verarsche, Wortbruch und Wählerbetrug“. Hübsch ist auch das Bild von der „,vom Unterhosenmodel' Christian Lindner lancierten GroKo“, die wohl, wenn es wieder eine wird, weiterwursteln wird wie die alte. Und die SPD? Hat am Aschermittwoch gar nichts von sich gegeben, sondern die Traditionsveranstaltung einfach ausfallen lassen. Man ahnt auch warum. Sie hätte mit dem eigenen Spitzenpersonal ins Gericht gehen müssen, das es in wenigen Tagen geschafft hat, die Partei weiter zu verzwergen – auf derzeit 16 Prozent in den Umfragen.

    Und dann hat die Stadt Schweinfurt noch entdeckt, dass sie bisher einige Sträßlein und Wege zuordnungsmäßig glatt „vergessen“ hat. Deshalb widmete sie schnell 93 Straßenmeter an der Pfanne, 130 Meter am Oberen Marienbach und 33 Meter in der Hadergasse in öffentlichen Grund um, um im Fall der Fälle von Anliegern Straßenausbaubeiträge kassieren zu können. Die Bau-Stadträte stimmten zu. Man weiß ja nicht, ob die „Strabs“ wirklich abgeschafft wird.

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