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    Gerolzhofen

    Bis zu dreimaliges Rangieren ist zumutbar

    In einer kurzen Regenpause diskutierte das Verkehrsschau-Gremium eine bessere Verkehrsregelung an der Einmündung des Scarlinowegs in die Berliner Straße. Dabei waren (von links) Jürgen Kneißl vom Stadtbauamt, Barbara Häusler und Elke Knoch von der Kommunalen Verkehrsüberwachung, Bürgermeister Thorsten Wozniak, Elise Adamek vom Landratsamt Schweinfurt, Laura Schenk von der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen, Bauhofleiter Norbert Hackenberg und Hubert Kimmel, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Gerolzhofen. Foto: Norbert Finster

    Der Polizeibus von Hubert Kimmel und der Klein-Lkw von Bauhofleiter Norbert Hackenberg waren am Dienstag die Zentralen der Verkehrsschau. Denn teilweise schüttete es so stark, dass sich die Teilnehmer entschlossen, in den trockenen Fahrzeugen zu bleiben und die Diskussion über brisante Verkehrsstellen in der Stadt via Handy-Konferenz zu führen.

    An die 20 Stationen im Stadtgebiet suchte die Runde mit Vertretern der Stadt, der Polizei, der Kommunalen Verkehrsüberwachung, des Landratsamts und des Staatlichen Bauamts auf, um zu klären, ob Handlungsbedarf für eine Änderung der Verkehrsregelung besteht. Meist kamen die von Laura Schenk, Sachbearbeiterin für Ordnungsrecht und Straßenverkehr an der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen, vorgetragenen Anregungen von Bürgern, die sich mit bestehenden Verhältnissen in ihrer Umgebung unzufrieden fühlen.

    Schon mehrfach diskutiert wurde die Parksituation in der Schallfelder Straße an der Einmündung der Schwarzenbergstraße. Dort stellen Besucher des Ärztezentrums ihre Pkw ab. Allerdings manchmal so nahe an der Schwarzenbergstraße, dass Verkehrsteilnehmer, die herausfahren wollen, nichts mehr sehen und sich in die Schallfelder Straße vortasten müssen. Elise Adamek, Sachgebietsleiterin Straßenverkehr am Landratsamt Schweinfurt, meinte aber, diese Situation gebe es häufig. Es sei legal, an der Schallfelder Straße zu parken, allerdings nur bis zu einem Abstand von fünf Metern bis zur Einmündung. "Was ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist, muss man nicht noch einmal durch Schilder regulieren." Nun sollen die Damen der Kommunalen Verkehrsüberwachung öfter mal nachschauen, ob diese fünf Meter zur Schwarzenbergstraße eingehalten werden.

    Keinen Handlungsbedarf sah die Runde bei dem Schild, das am östlichen Ende der Weiße-Turm-Straße auf die verkehrsberuhigte Zone hinweist. Bauhofleiter Norbert Hackenberg meinte, das Schild stehe gut und wirke bei Gegenverkehr sogar wie eine Bremse. Anwohner hatten sich über zu schnelles Fahren in der Weiße-Turm-Straße beschwert.

    An der Hermann-Löns-Straße wird es jetzt zu Zählungen des Fahrzeug- und Fußgängerverkehrs durch die Stadt und das Staatliche Bauamt kommen. Danach soll entschieden werden, ob es zur Sicherung der Schulkinder, die jeden Tag von der Grundschule nach Hause oder zur Mittagsbetreuung in St.Regiswind laufen, in Form einer Fußgängerampel kommt. Weiter wurde vorgeschlagen, das Haderleins-Gässchen zur verkehrsberuhigten Zone zu machen, ebenfalls zum Schutz der Kinder. Doch auch dafür sah die Verkehrsschau keinen Anlass. Wenn Kinder in der Straße laufen, könne man eh nicht vorbeifahren.

    An der Einmündung des Scarlinowegs in der Berliner Straße wird ein durchgezogene weiße Linie aufgebracht mit Durchlässen zum Linksabbiegen in den Scarlinoweg und in eine private Zufahrt. Damit soll das Parken auf der Hochhausseite verhindert werden.

    Die Beschilderung an der Ecke Bahnhofstraße/Grabenstraße (kein Abbiegen in die Grabenstraße möglich, weil diese Einbahnstraße ist) empfand die Runde als eindeutig; auch hier bleibt alles, wie es ist. Da der Weg von der Entengasse über die Straße am Floriansbrunnen in Richtung Marktstraße ein von Schülern stark frequentierter Übergang ist, soll dort der Hinweis "Achtung Kinder" angebracht werden.

    Wenn der Geomed-Parkplatz in der Jahnstraße belegt ist, parken Krankenhausbesucher auf der Seite der Jahnstraße am alten TV-Platz. Dadurch kommen Autofahrer aus Anwesen auf der Gegenseite schlecht heraus. Das sei aber zumutbar, hieß es. Deswegen wird nichts verändert. Gleiches gilt für die Steingrabenstraße 24, wo ein Anwohner einen schraffierten Streifen will, um Parken zu verhindern. Grundsätzlich, so die Experten, sei bis zu dreimaliges Rangieren bei einer Ausfahrt aus dem eigenen Grundstück zumutbar.

    In der Dreimühlenstraße wird es vor dem gastronomischen Betrieb ebenfalls keine Veränderung geben. Dort wurde gefordert, die Parkzeit am Morgen nach hinten zu verlängern, weil Übernachtungsgäste sonst früh am Tag ihr Auto wegfahren müssen. Die Parkzeit kann wegen des Schulbusverkehrs am Morgen nicht ausgedehnt werden, war die Begründung.

    Vor der Sprachheilschule in der Dreimühlenstraße parken Lehrer auf einem Grünstreifen, der teils der Stadt gehört. Die Zufahrt über den Fuß- und Radweg sei nicht gesichert. Dementsprechende Hinweise müssten dann aber auch an allen anderen Hauszufahrten angebracht werden. Ob das so kommt, soll der Stadtrat entscheiden.

    In Rügshofen wird geklagt, dass an der Hauptstraße keine Rollstuhlfahrer oder Fußgänger mit Kinderwägen durchkommen, weil auf den vermeintlichen Gehsteigen geparkt wird. Vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass es sich nicht um Gehsteige, sondern um Mehrzweckstreifen handelt, auf denen bis an die Hausmauern heran geparkt werden darf. Fußgänger und Rollstuhlfahrer müssen auf die Straße ausweichen. An dieser Stelle wunderte sich Bürgermeister Thorsten Wozniak, warum in Rügshofen so viele Autos auf der Hauptstraße parken, obwohl doch in den Höfen genug Platz sein. Hubert Kimmel erinnerte aber daran, dass es beim Parken keine Hofpflicht gebe.

    Polizeioberkommissar Hubert Kimmel geleitet Schulkinder sicher über die Hermann-Löns-Straße. Doch nicht immer kann die Polizei das leisten. Um eventuell eine Fußgängerampel installieren zu können, führen Stadt und Staatliches Bauamt jetzt Verkehrszählungen durch. Foto: Norbert Finster

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