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    WERNECK

    Böhmische Musik verzaubert Herz und Gemüt

    Einen unbeschwerten Konzertabend boten die Hergolshäuser Musikanten den Fans und Freunden der Böhmischen Blasmusik vor d... Foto: Gerald Gerstner

    Mit einem gedächtnisvollen Ernst Mosch Intro als Warm-up begrüßten die Hergolshäuser Musikanten die Besucher zu ihrem 18. Böhmischen Open Air und stimmten im Wernecker Schlosspark auf einen „Abend mit schöner böhmischer Musik“ ein. Dass diese Blasmusik mit ihrem unverwechselbaren Klang beliebt ist, wie kaum eine andere, zeigten die vielen erwartungsvollen Zuhörer, die zu Füßen der Schlossterrasse den Park auf Stühlen, Bierbänken und mitgebrachten Sitzgelegenheiten bevölkerten.

    War das Open Air im letzten Jahr kurzfristig wetterbedingt ausgefallen, meinte es der Wettergott diesmal richtig gut, freute sich Musikvereins-Vorsitzende Katja Lutz angesichts angenehmer Temperaturen und strahlendblauem Abendhimmel. „Fahren sie mal runter, kommen sie zu sich“, lud sie die Besucher ein, die aus ganz Unterfranken und mitunter auch darüber hinaus nach Werneck gekommen waren. Gelegenheit dazu gaben in den folgenden gut drei Stunden viele stimmungsvolle Polkas und Walzer aus der Feder „Böhmischer Legenden“ und auch manch Neues von den Hergolshäuser Musikanten.

    Eine Prinzessin als Moderatorin des Abends

    Den Anfang machte mit Vaclav Vackars „Gruß an Böhmen“ ein absoluter Klassiker der Original Egerländer Musikanten. Hochkarätig ging es weiter: „Die Blasmusik gibt uns Schwung“, eine Polka von Elmar Wolf und die neuen Egerländer, Guido Henns Walzerlied „Ich liebe das Leben“ sowie sein Stück „Wenn Musikanten träumen“, die legendäre „Rosenduft“-Polka von Peter Schad, Julius Fuciks Klassiker „Florentiner-Marsch“ und die „Löffelmeister“-Polka von Michael Klostermann waren nur einige der stimmungsvollen Stück, die gefühlvoll und schmissig gespielt mit ihren schwungvollen Melodien Herz und Gemüt der Zuhörer ansprachen.

    Als Moderatorin führte erstmals die amtierende Schweinfurter Weinprinzessin Anna Paul charmant und unterhaltsam durch das Programm. Das hatte mit der Polka „Am Kiliansbrunnen“ von Erich Weber aus Gauaschach, „Unser stolzes Bayernland“ von Martin Nieß, Chef der Musikkapelle Unterwössen oder Lukas Bruckmeyers Polka „Ich bin so verliebt“ auch wieder weniger Bekanntes zu bieten. Von Michael Seufert, Hornist der Hergolshäuser Musikanten, kam die gemütliche Polka „Musikant ein Leben lang“.

    Eine Polka „Fürn Papa“

    Ein neuer Titel war „Die Böhmische Nacht“ von Klaus Rustler, der seine Frau bei einem Böhmischen Abend der Hergolshäuser kennenlernte. Gespielt wurde auch die Polka „Fürn Papa“, geschrieben von der 15-jährigen Pauline Walter zum 40. Geburtstag ihres Vaters, Vizedirigent der Hergolshäuser. Und auch Rudi Fischer präsentierte mit „Tempus fugit“, seinen neuesten Marsch.

    Ein paar spezielle Abstecher in andere Genres rundeten das von Rudi Fischer ausgefeilte Programm ab. Bei John Miles Rock-Klassiker „Music“, eine klangvolle Liebeserklärung an die Musik, überzeugte der musikalische Leiter und Dirigent der Hergolshäuser als ausdruckstarker Vokalsolist. Atmosphärisch passend war auch der Pop-Oldie „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel. Und in die Herzen der Zuhörer rappten sich die kleinen Dirigenten-Söhne Hannes und Leo mit Michl Müllers „Emmerle“, in einer von ihrem Papa arrangierten Version.

    Hein Blum und sein „Beautiful“

    Brillieren konnten die Musiker immer wieder bei hinreißenden Solis, von denen nur ein Slow für Flügelhorn erwähnt sein soll, mit dem Hein Blum, mit 72 Jahren ältester Aktiver der Hergolshäuser, im Stück „Beautiful“ verzauberte. Eine weitere Stärke der Hergolshäuser Musikanten sind ihre gesanglichen Qualitäten. Viele Stücke wären ohne die herzerfrischenden Duette von Renate König und Rudi Fischer als auch von Herbert König und Tina Walter nur halb so schön.

    Nach einer Feierabendserenade mit ebenso schönen wie bekannten Melodien, gefolgt von zwei Zugaben, entließen die Musiker das rundum zufriedene Publikum in die Sommernacht.

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