• aktualisiert:

    Schweinfurt

    Bosch-Rexroth: Veränderte strategische Ausrichtung bei Lineartechnik?

    Bei Bosch-Rexroth fanden am Dienstag in Schweinfurt und Volkach Info-Veranstaltungen des Betriebs statt. Wir haben nachgefragt, um was es dabei ging.
    Bosch-Rexroth in Schweinfurt: Bei einer Info-Veranstaltung am Dienstag informierte das Management die Belegschaft über Produkte, Techniken und Messeauftritte. Foto: Josef Lamber

    In Zeiten von Konjunktureintrübung und technischem Umbruch zur E-Mobilität wächst die Unsicherheit unter Beschäftigten der Automobil- und Industriezulieferer. So ging auch über die Info-Veranstaltungen von Bosch-Rexroth an den Standorten Schweinfurt und Volkach, an denen Produkte der Lineartechnik gefertigt werden, das Gerücht, es gehe hierbei um Arbeitsplätze.

    Das war nach Informationen dieser Redaktion nicht der Fall. Laut einer Bosch-Unternehmenssprecherin ging es bei der Veranstaltung um Produkte, Techniken, Messeausblick - Interna für die Belegschaft, jedenfalls nichts, was für die Öffentlichkeit bestimmt sei.

    "Es war eine reine Info-Veranstaltung der Arbeitgeberseite", sagt Andrea Sicke, Betriebsbetreuerin der IG Metall Schweinfurt, "von Personalabbau war keine Rede." Über konkrete unternehmerische Maßnahmen sei nichts gesagt worden.   

    Auf Expertise des Betriebsrats verzichtet

    Die Belegschaft informiert hatte Business-Unit-Leiter Ulf Lehmann, bei Bosch-Rexroth zuständig für die Lineartechnik weltweit. Nach Informationen dieser Redaktion habe er allgemein verkündet, der Bereich müsse "mechatronischer und innovativer" werden. Wie das geschehen soll, sei dabei nicht thematisiert worden.

    Schweinfurts IG-Metall-Chef Peter Kippes kritisiert, dass das Unternehmen von der in Schweinfurt bewährten Übung abrücke, eine Info-Veranstaltung für die Belegschaft gemeinsam mit dem Betriebsrat abzuhalten. Bosch-Rexroth sei da der Vorreiter. Kippes: "Ich verstehe nicht, weshalb der Arbeitgeber die Expertise des Betriebsrats nicht einbezieht."

    Die Lineartechnik-Sparte war in den vergangenen Jahren mehrfach von Stellenabbau und -verlagerung betroffen. Der Betriebsrat hatte teils heftige Vorwürfe an das zu oft wechselnde Management gerichtet und hausgemachte Fehler  insbesondere im Kundenservice moniert, die Aufträge und Umsatz kosten würden. Die Sparte Lineartechnik beschäftigt weltweit 2800 Mitarbeiter, davon 1800 in Deutschland: Im Werk Schweinfurt und der Verwaltung 1400, im Werk in Volkach 400.

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!