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    GOCHSHEIM

    Breitbandversorgung: Es geht voran

    Die bayerische Staatsregierung sieht schnelles Internet möglichst flächendeckend als einen der entscheidenden Standortvorteile für den Freistaat. Dementsprechend wurde in den letzten Jahren der Ausbau der Breitbandversorgung großzügig gefördert.

    Gochsheim Bürgermeisterin Helga Fleischer hatte in der jüngsten Gemeinderatsitzung Roland Werb von der Firma Corwese eingeladen, um dem Gremium einen Überblick über die Versorgung mit schnellem Internet in den beiden Gemeindeteilen zu geben. Gleichzeitig sollte Werb Lösungsvorschläge unterbreiten für die Gebiete, die in der Gemeinde noch unterversorgt sind.

    „Man spricht von Unterversorgung bei einer Download-Geschwindigkeit von weniger als 30 Megabit“, klärte Werb die Gemeinderäte auf. In Gochsheim sei die Versorgung mit schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten fast fertig. Allein im Nordosten der Bereich des Hallenbades und der in der Nähe befindlichen Tennisanlage sowie ein Gartenbaubetrieb im Südosten Gochsheims und der Flugplatzbereich seien noch nicht angeschlossen. Im Gemeindeteil Weyer seien noch im Bereich zweier Aussiedlerhöfe im Süden und Südosten des Dorfes weiße Flecken. Einige im übrigen Gemeindebereich befindliche „Flecken“ würden durch die Telekom geschlossen, ohne dass sich die Verwaltung darum kümmern müsse.

    Die Schaffung der Infrastruktur für die aufgezählten Internetwüsteneien verursachten indes erhebliche Investitionskosten. Rund 88 000 Euro sei die Kostenschätzung für den Bereich Hallenbad/Tennisanlage. Weitere 182 000 Euro fielen für den Bereich im Südosten Weyers an. Die Bereitstellung der Infrastruktur für den Gartenbaubetrieb mache rund 113 000 Euro aus. Und last not least koste die Anbindung des Flugplatzes weitere 148 000 Euro. Mache summa summarum rund 533 000 Euro.

    Allerdings könne die Gemeinde eine 80-prozentige Förderung durch den Staat in Anspruch nehmen, so dass der Gemeindesäckel lediglich mit etwa 106 000 Euro belastet werde.

    Der Investitionszeitraum erstrecke sich auf vier Jahre. Der Grund für den langen Zeitraum liege vor allem in der Tatsache, dass der Tiefbaumarkt zurzeit „leergefegt“ sei.

    Werb wies darauf hin, dass die Gemeinde lediglich die Infrastruktur stelle, anschließen müssten die betreffenden Betriebe selbst.

    Neben diesem Förderprogramm könne Gochsheim von einer weiteren Fördermaßnahme profitieren. Der Staat habe ein Schulförderprogramm aufgelegt, das Investitionen in die Internetversorgung von Schulen ebenfalls mit 80 Prozent bezuschusse. Zwar sei die Förderung bei 50 000 Euro pro Schule gedeckelt. Aber Gochsheim habe mit der Grundschule und der Mittelschule Anspruch auf zwei Maßnahmen. So könne die gesamte geschätzte Investitionssumme von rund 75 000 Euro gefördert werden. Der Staat lege also 60 000 Euro auf, die Gemeinde müsse sich lediglich mit 15 000 Euro beteiligen. Ziel sei es, so Werb, dass jedes Klassenzimmer und außerdem die Verwaltung mit jeweils 30 Megabit Übertragungsgeschwindigkeit ausgestatten würden.

    Die Aufrüstung der Schulen habe zudem den Vorteil, dass die Leitung von dem in der Frankenstraße befindlichen Verteilerpunkt auch von Hallenbad und Tennisanlage genutzt werden könnte. Die Investitionskosten für die vollständige Versorgung der Gemeindeteile würden sich also auf 445 000 Euro reduzieren. Die Kommune müsste für beide Ausbauprojekte zusammen etwa 105 000 Euro aufbringen, verteilt auf vier Haushaltsjahre.

    Klaus Wörner zweifelte, ob der Aufwand gerechtfertigt sei, um „drei Nutzer“ anzuschließen. Manfred Deppert empfahl, zunächst den Bedarf bei den betroffenen Höfen und Unternehmen festzustellen. Auf seine weitere Nachfrage hin konnte Werb antworten, dass die Bereiche im Südosten und Osten Gochsheims von Schwebheim aus angeschlossen werden könnten, um Kosten zu sparen. Diese Möglichkeit sei bereits in seiner Schätzung beinhaltet.

    Frank Widmaier versuchte seine zweifelnden Mitgemeinderäte zu überzeugen, indem er für die Investitionen warb. Glasfaser sei „,die Technik‘, ich bin voll dabei“, begeisterte er sich.

    Fleischer bedankte sich für die Infos bei Werb. Die Beschlussfassung zum weiteren Ausbau der Breitbandversorgung in Gochsheim werde in einer der nächsten Sitzungen anstehen.

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