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    Mühlhausen

    Brückenabriss startet im November

    Die ersten Arbeiten für den Neubau der A 7-Werntalbrücke bei Mühlhausen haben begonnen. Richtig los geht es im November. Foto: Anand Anders

    Die Schraudenbachbrücke auf der A 7 ist noch nicht fertiggestellt, da hat schon das nächste Bauprojekt auf der viel befahrenen Nord-Süd-Autobahn begonnen: Im März starteten die Bauarbeiten, um die Werntalbrücke bei Mühlhausen zu erneuern. Die Vorbereitungen für die Abrissarbeiten des ersten Brückenzwillings, die im November beginnen sollen, dauern sieben Monate.

    Zunächst werden sich die Einschränkungen für die Autofahrer in Grenzen halten. Wie es in einem Datenblatt der zuständigen Autobahndirektion Nordbayern heißt, muss als Erstes die Fahrbahn in Richtung Fulda verbreitert und instand gesetzt werden. Zudem bekommt die alte Brücke eine Hilfsunterstützung: Wie die Pressestelle der Autobahndirektion auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte, werden unter der Brücke in Richtung Fulda Gerüsttürme aufgebaut, um die Tragkraft des Bauwerks zu verstärken. Denn im November wird dann der komplette Verkehr mit vier Spuren auf die Brücke in Richtung Norden umgelegt und der Abriss seines westlichen Zwillings startet.

    Derzeit werden vor allem Zuwege und Baustraßen mit Anschluss an die Autobahn gebaut, damit Lkw die Baustelle zügig erreichen können. Auch über die B 26 rollt der Baustellen-Verkehr. Die Autobahndirektion geht davon aus, dass sich die Beeinträchtigungen für die benachbarten Orte Mühlhausen und Gänheim in Grenzen halten. Allerdings wird der Radweg zwischen beiden Dörfern gesperrt.

    Geplant ist, dass im November 2021 der neue Brückenteil in Richtung Würzburg fertiggestellt ist, über den dann der komplette Verkehr umgeleitet wird. Das Abriss- und Neubauprozedere wiederholt sich dann für den östlichen Brückenteil. Am Jahresende 2023 soll der Bau der Werntalbrücke beendet sein.

    Die Werntalbrücke, die die Wern, die B 26 und die Bahnstrecke Waigolshausen-Wernfeld überspannt, ist 450 Meter lang. Beim Neubau wird das so genannte Taktschiebeverfahren angewandt. Das heißt: Die Teilstücke werden an der immer gleichen Stelle gegossen und der Überbau wird dann Meter für Meter über die Pfeiler geschoben. Die Kosten betragen 60 Millionen Euro und damit viermal so viel wie beim Neubau der Schraudenbachbrücke.

    Als Grund für den Ersatz nennt die Autobahndirektion, dass der über 50 Jahre alte Bau in schlechtem Zustand sei und für die heutigen Verkehrsverhältnisse keine ausreichenden Tragreserven besitze. Bereits seit Monaten ist auf der Brücke die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 80 reduziert. 

    Wenn im November die Abrissarbeiten an der Werntalbrücke beginnen, soll dann auch die Schraudenbachbrücke fertiggestellt sein; damit entsteht kein zusätzliches Nadelöhr auf der A 7. Zwischen den Autobahnkreuzen Werneck und Biebelried gibt es aktuell vier laufende Brückenbauprojekte, die mitunter für Staus sorgen. Der Neubau der Schraudenbachbrücke wird mit etwa eineinhalb Jahren Verzögerung vollendet, nachdem im Juni 2016 das Traggerüst unter einem frisch betonierten Teilstück eingestürzt war. Dabei waren ein Arbeiter getötet und 14 zum Teil schwer verletzt worden. Im September 2018 hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei beteiligte Ingenieure erhoben. Wann der Prozess beginnt, ist derzeit noch nicht bekannt.

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