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    Poppenhausen

    Bürgermeisterwahl: "Poppenhausener Listen sind neutral"

    Sechs Ortsteillisten für die Gemeinderatswahl wenden sich gegen die Aussage, sie würden Bürgermeister Nätscher (CSU) unterstützen. Eine gewisse Nähe ist dennoch unübersehbar.
    Auf Neutralität pochen sechs der sieben Gemeinderatslisten von Poppenhausen. Sie unterstützen keinen der beiden Bürgermeisterbewerber, die in das Rathaus einziehen wollen.
    Auf Neutralität pochen sechs der sieben Gemeinderatslisten von Poppenhausen. Sie unterstützen keinen der beiden Bürgermeisterbewerber, die in das Rathaus einziehen wollen. Foto: Fuchs-Mauder

    "Die Gemeinderatslisten von Hain, Kützberg, Kronungen, Maibach, Pfersdorf und Poppenhausen stellen fest, dass die einzelnen Listen keinen der beiden Bürgermeisterkandidaten" von Poppenhausen, Ludwig Nätscher (CSU) und Guido Spahn (Freie Wähler), unterstützen. Vielmehr seien "die jeweiligen Gemeinderatslisten in den Ortsteilen absolut neutral und unabhängig". Das teilt Thilo Wolf (Wählergemeinschaft Kützberg) namens der genannten Vereinigungen mit. Anlass für diese Klarstellung ist die Berichterstattung dieser Redaktion über Nätscher, in der zu lesen war, dass sechs der sieben Gemeinderatslisten den Amtsinhaber unterstützen würden.

    Jedes Dorf hat eigene Liste

    Zum Hintergrund: In Poppenhausen ist es wie in einigen vergleichbaren Gemeinden Usus, dass jede Ortschaft eine eigene Kandidatenliste für den Gemeinderat aufstellt, wobei meistens die Parteizugehörigkeit der Bewerber gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt. Damit will man die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jedes Dorf später auch im Gemeinderat mit mindestens einem Ratsmitglied vertreten ist. Das ist in Poppenhausen bei sechs der sieben Listen so. Die Freien Wähler gehen einen anderen Weg: Bei ihnen kommen mit einer Ausnahme zwar alle Kandidaten aus Kützberg, dennoch versteht sich die Liste, wie Spitzenkandidat Guido Spahn gegenüber dieser Redaktion sagte, als überörtliches Angebot.

    Zu dieser Passage im Bericht über Bürgermeister Nätscher, gegen die sich Wolf und die Ortslisten jetzt wenden, hatte ein Gespräch zwischen Nätscher und dem Berichterstatter geführt, in dem der Bürgermeister unter anderem die enge Zusammenarbeit zwischen ihm und den Ortslisten betont hatte. Dadurch war der Eindruck entstanden, die Wählervereinigungen würden ihn unterstützen.

    Gemeinsame Veranstaltungen

    Zudem haben sich Kandidaten der jeweiligen Ortslisten im Februar bei gemeinsamen Veranstaltungen mit Nätscher in allen Ortschaften den Wählern vorgestellt; die Einladungen dazu hatte Nätscher ausgesprochen. Deswegen ist nicht nur in der Redaktion der Eindruck entstanden, es gebe eine enge Verflechtung zwischen den Ortslisten und Nätscher. Wie zu hören ist, gingen bislang auch viele in der Bevölkerung davon aus. Eine Nähe ergibt sich ebenfalls durch den Umstand, dass Nätscher als Bürgermeisterkandidat von der CSU nominiert ist. Die CSU bildet zusammen mit dem Bürgerverein die Poppenhausener Ortsteilliste für den Gemeinderat unter dem Namen "CSU-Bürgerverein". Nätscher bewirbt sich auf keiner Gemeinderatsliste. 

    In den vergangenen Tagen war ein Gemeinderatsmitglied als Vermittler zwischen den Beteiligten eingeschaltet worden, um das Thema aufzuarbeiten. Ergebnis war unter anderem Wolfs Stellungnahme.

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