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    GRAFENRHEINFELD

    Bund Naturschutz klagt gegen AKW-Abriss

    Erklärungsbedarf in eigener Sache sehen die Initiativen der Atomkraftgegner in Schweinfurt. Jahrzehntelang haben sie für das Aus des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) gekämpft. Seit 2015 steht es still. Inzwischen klagt aber der Bund Naturschutz (BUND) gegen den begonnen Rückbau.

    Den vermeintlichen Widerspruch erklärt BUND-Kreisvorsitzender Edo Günther: Es gehe darum, den Abriss sicherer und transparenter zu machen, als Betreiber Preussen-Elektra und die bayerischen Genehmigungsbehörden es vorhätten. Rechtsanwalt Ulrich Wollenteit sieht das größte Manko im Versäumnis, dass im Genehmigungsverfahren nicht der Schutz gegen terroristische Angriffe habe nachgewiesen werden müssen. Dies sei aber notwendig, weil sich der Zustand der Anlage beim Rückbau ständig verändere.

    Kritisch sehen die Atomkraftgegner auch den Neubau der Bereitstellungshalle (BeHa) für schwach- und mittelradioaktiven Müll, der beim Abriss anfällt. Sie fordern größtmögliche Sicherheit, weil sie erwarten, dass Schacht Konrad in Niedersachsen, wo der Abfall endgelagert werden soll, nicht wie geplant 2027 zur Verfügung stehen werde. Das bereits vorhandene Zwischenlager für hochradioaktive Brennstoffe (Bella) bleibt unabhängig vom Rückbau des AKW in Grafenrheinfeld mindestens bis 2046 bestehen.

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