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    Lülsfeld

    Bund Naturschutz lobt die ÜZ

     Erneuerbare Energien sind auch in Bayern realisierbar. Und die Überlandzentrale (ÜZ) Mainfranken führe den Realbeweis vor, meint der Bund Naturschutz in Bayern und fordert nun von der Bayerischen Staatsregierung, die Ergebnisse aus Unterfranken für ganz Bayern umzusetzen.

    Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, und Gerd Bock, Geschäftsführender Vorstand der ÜZ Mainfranken, luden in der vergangenen Woche die Presse zu einem Gespräch nach Nürnberg ein.  Das Thema: "Wie erreichen wir 100 Prozent Versorgung mit erneuerbare Energien in Bayern?" Die ÜZ beweise bereits heute, wie dies für den ländlichen Raum in Bayern tatsächlich geht.    „Die Region der ÜZ Mainfranken stellt ein reales Beispiel der Machbarkeit und Funktionstüchtigkeit der dezentralen Energiewende auf Basis erneuerbarer Energien dar", so Mergner und Bock. Im ländlichen Netzgebiet der Überlandzentrale seien neben den Haushaltskunden vor allem Handwerksbetriebe und Mittelständler Nutzer dieser nachhaltigen Energieversorgung. "Im Netzbereich der Überlandzentrale gibt es keine Betriebe der Großindustrie – wir sehen hier also ein vorbildliches Beispiel für den ländlichen Raum in Bayern."

    Seit 2016 werde im Verteilnetz der ÜZ Mainfranken über 100 Prozent erneuerbarer Energien-Strom erzeugt und damit mehr, als in Summe über das Jahr im Netzbereich benötigt wird. Die Volatilität der Stromerzeugung aus Wind und Sonne führe dazu, dass in über 58 Prozent der Jahresstunden Strom ins vorgelagerte Höchstspannungsnetz eingespeist wird zum Verbrauch in den großen, benachbarten Städten. Zu rund 75 Prozent der Jahresstunden werde die Versorgung mit Strom im eigenen Netzbereich aus erneuerbaren Energien gedeckt“, so Mergner und Bock weiter.

    „Was wir brauchen, ist der schnelle Einstieg in die Bepreisung der Emissionen von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid - in den Sektoren Verkehr und Wärme, denn die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien wird dort heute behindert. Eine solche Bepreisung muss eingebunden sein in ein Bündel ergänzender Regulierungen und staatlicher Fördermaßnahmen. Zur erfolgreichen Einführung einer Treibhausgas-Bepreisung sind Abgabesätze erforderlich, die eine tatsächliche Lenkungswirkung entfalten, und auch das Angebot von Alternativen,“ sagte Mergner.

    Wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Energiewende in den ländlichen Regionen Bayerns mit vorwiegend dezentralen, regionalen Elementen sei, dass das System der Stromerzeugung mit dem Verbraucherverhalten automatisiert synchronisiert werden müsse. Es müsse auch eine Umkehr von bedarfsorientierter auf angebotsorientierte Nutzung erfolgen. Die Halbierung unserer Energieverbräuche und der Umbau auf 100 Prozent erneuerbare Energien ist aus Sicht des Bund Naturschutz der heute einzig sichtbare nachhaltige Weg, um die Ziele der Vereinbarungen der Klimakonferenz von Paris 2015 einzuhalten.

    Bearbeitet von Klaus Vogt

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