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    Schweinfurt

    Carus Allee: Vorplatz für neue FH ist bis Herbst 2020 fertig

    Bald keine Schotterwüste mehr: Der Vorplatz für das FH-Gebäude in den früheren Ledward Kasernen wird ebenfalls ab Juli umgebaut, wenn der Bau der Carus Allee beginnt. Foto: Oliver Schikora

    Wer mit offenen Augen durch die früheren amerikanischen, militärisch genutzten Liegenschaften wie die Ledward Kasernen, Askren Manor oder Yorktown fährt, staunt, wie schnell sich dort im Moment die Dinge verändern – überall wird gebaggert, gebuddelt, gehämmert und gebohrt, es entstehen neue Stadtteile. 

    Auch in der Ledward Kaserne, wo im östlichen Teil das erste der neuen Fachhochschul-Gebäude für den i-Campus im Rohbau fertig ist und zum Wintersemester 2020/21 die Studenten ein und aus gehen, wird sich in den nächsten Monaten so richtig etwas tun. Im Juli ist Baubeginn der Carus Allee, der 600 Meter langen und 37 Meter breiten Ost-West-Verbindung, die als hainartige grüne Lunge fungiert. Für einen wichtigen zusätzlichen Bestandteil, nämlich den Vorplatz vor dem FH-Haupteingang, gab der Bauausschuss grünes Licht.

    Die CSU drängt darauf, dass die Verwaltung den Freistaat Bayern in die Pflicht nimmt, auf seinen Flächen zwischen dem neuen FH-Gebäude und der Niederwerrner Straße auch zeitnah den Platz zu gestalten. Foto: Oliver Schikora

    Dass nun auch dort gebaut wird, war nicht selbstverständlich. Als die Verwaltung im Winter die Planungen der Landschaftsarchitekten Lohrer Hochrein aus München für die Carus Allee den Stadträten vorstellte, musste sie eingestehen, dass das ursprünglich auf sechs Millionen Euro geschätzte und mit vier Millionen Euro als nationales Projekt des Städtebaus vom Bundesbauministerium geförderte Projekt 1,2 Millionen Euro teurer würde, wenn man alles den Planungen entsprechend umsetzte.

    Einsparungen von 1,2 Millionen Euro waren nötig

    Also sollte gespart werden: 600 000 Euro, indem man bei der Planung der Carus Allee Abstriche machte (es gibt zum Beispiel den geplanten See nicht mehr), 600 000 Euro durch die zeitliche Verschiebung des FH-Vorplatz-Baus. Das aber löste Kritik der Stadträte, vor allem von der CSU-Fraktion aus, der es schließlich gelang, dass die Verwaltung mit der Städtebauförderung schnell Einigkeit über eine Förderung von rund 40 Prozent der förderfähigen Kosten erzielte.

    Grund für die Mehrkosten sind zum einen die Bodenverhältnisse, die offenbar weniger tragfähig sind als von den Planern vermutet sowie das Leitungsnetz in der Kaserne, über dessen Ausmaß man auch überrascht war. Die Leitungen – unter anderem für Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Fernwärme – müssen verlegt werden und zwar so, dass sie weder die weitere FH-Bebauung im nord-östlichen Teil der Kaserne sowie die geplante Nord-Süd-Achse stören noch die Gestaltung der Landesgartenschau 2026 im nord-westlichen Teil.

    Die Planskizze der Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH für den Campusplatz. Foto: Repro Oliver Schikora

    Der nun genehmigte Entwurfsplan für das 2200 Quadratmeter große Areal des Campusplatzes Süd sieht vor, das Umfeld des Haupteingangs des FH-Gebäudes gestalterisch aufzuwerten und sich der Formensprache mit Baumgruppen und grünen Inseln der Carus Allee anzupassen. Im Bereich der Verkehrsflächen gibt es eine Asphaltschicht, darum herum viel Grün mit Baumgruppen und Einzelbäumen, unter denen auch Sitzgruppen vorgesehen sind. Die Durchfahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste sind ebenfalls gewährleistet.

    Das Oberflächenwasser geht nicht in Kanal, sondern versickert 

    Stadtbaumeister Markus Sauer verwies auch darauf, dass grundsätzlich trotz der vielen geteerten Flächen auch im Bereich der Carus Allee alles Oberflächenwasser in der Kaserne versickern soll und nicht im Kanal landet. Das wird durch so genannte Rigolen gewährleistet, Bauwerke, die im Untergrund das Wasser sammeln und dann im Boden versickern lassen.

    Diese erzeugen weitere Mehrkosten von 550 000 Euro, auch der Platz selbst ist zehn Prozent teurer als bisher kommuniziert, nämlich 550 000 Euro. Die im Bereich des FH-Vorplatzes gebaute Rigole wird vom Volumen her so groß, dass sie das Wasser beim weiteren Ausbau der Campusachse Richtung Norden aufnehmen kann. Auch die privaten Bauträger müssen eigene Rigolen bauen.

    Grundsätzlich wurden die Pläne wohlwollend zur Kenntnis genommen. CSU-Rat Oliver Schulte erklärte, man müsse darauf drängen, dass auch der Freistaat seiner Verpflichtung nachkommt, zwischen dem neuen FH-Gebäude und der Niederwerrner Straße den Platz zu gestalten und zwar zeitnah. "Es wäre sehr schade, wenn neben der Carusallee und dem neuen FH-Gebäude dort noch jahrelang Baustelle wäre", so Schulte. Baureferent Ralf Brettin versicherte, die Verwaltung führe Gespräche mit dem Freistaat und dränge darauf, dass die Platzgestaltung schneller als bisher geplant vorgenommen werde.

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