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    Schweinfurt

    Corona: Wie sich der Krankenhausbetrieb verändert

    In Schweinfurts Krankenhäusern werden aktuell Corona-Infizierte behandelt. Wie sich der Betrieb dadurch ändert und wie sich die Krankenhäuser auf weitere Fälle vorbereiten.
    In den Krankenhäusern herrscht eine Besuchersperre. Für Palliativpatienten, Kinderkliniken und Schwangere soll es Sonderregelungen geben.
    In den Krankenhäusern herrscht eine Besuchersperre. Für Palliativpatienten, Kinderkliniken und Schwangere soll es Sonderregelungen geben. Foto: Soeren Stache/dpa

    Im Krankenhaus St. Josef Schweinfurt befinden sich aktuell (Stand Freitag 13 Uhr) sechs, im Leopoldina-Krankenhaus zwei positiv auf das Coronavirus getestete Personen in Behandlung. Die Erkrankten seien isoliert, zwei der Patienten werden im St. Josef Krankenhaus invasiv beatmet. Auch unter den Mitarbeitern gebe es vier bestätigte Infektionsfälle. Die Mitarbeiter seien "symptomarm" in häuslicher Quarantäne. Das teilte das Leopoldina-Krankenhaus am Freitag mit. Im Landkreis Schweinfurt sind nachweislich (Stand Freitag 15 Uhr) 39 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

    In einer gemeinsamen Erklärung schreiben die Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie dem Landkreis Haßberge außerdem, wie sie sich auf den Krisenfall vorbereiten. Demnach stehe die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten im Vordergrund, um "so viele Kapazitäten wie möglich, für eine große Zahl erwarteter Patienten mit voraussichtlich schweren Verläufen einer COVID-19 Infektion zu schaffen". Isolationsbereiche sowie Intensiv- beziehungsweise Beatmungsplätze sollen ausgeweitet werden. 

    Notaufnahmen uneingeschränkt verfügbar

    Alle Notaufnahmen seien für Notfälle wie gewohnt uneingeschränkt im Einsatz, heißt es in der Mitteilung. Auch für die notwendige medizinische Versorgung stehen die Krankenhäuser weiter zur Verfügung. Patienten müssten keine Angst haben, sich vor Ort anzustecken, da die Bereiche für infizierte Patieren strikt von den anderen Bereichen der Krankenhäuser getrennt seien.

    Grundsätzlich bestehe in allen Krankenhäusern Besuchsverbot. Für Palliativpatienten, Kinderkliniken und Schwangere wird es laut Mitteilung aber Sonderregelungen geben. Operationen und Eingriffe, die nicht unbedingt notwendig seien, wurden in allen Krankenhäusern verschoben, heißt es weiter. Auch ambulante Termine von Patienten werden, soweit möglich, verschoben. 

    Warten auf Materialen und Medikamente

    Die Lagerbestände von wichtigen medizinischen Verbrauchsmaterialien und Medikamenten seien zwar aufgestockt worden, allerdings warte man – wie alle deutschen Krankenhäuser – auf zusätzliche Lieferungen von Material und Technik, für deren Beschaffung und Verteilung der Bund das Management übernommen habe. Wie lange die Materialien und Medikamente noch ausreichen, sei aufgrund der nicht prognostizierbaren Fallzahlen nicht seriös zu sagen. "Wir erwarten hier Unterstützung von den öffentlichen Stellen, dem Bund und den Ländern. Unserer Information zu Folge sollen in der nächsten Woche erste Materiallieferungen anstehen", schreiben die Krankenhäuser.

    Auch für die personelle Situation gibt es einen Notfallplan. Um ausreichend Personalkapazitäten zur Verfügung zu haben, werde Personal, das aufgrund der weniger werdenden Regelpatienten zur Verfügung stehe, in andere Bereiche verschoben. Zudem schicken die Krankenhäuser Mitarbeiter, die nicht gebraucht werden, nach Hause, um im Falle weiterer Ansteckungen von Mitarbeitern, Ersatzpersonal zu haben. Den Klinikleitungen sei bewusst, dass eventuell auch unpopuläre Entscheidungen, wie zum Beispiel eine Urlaubssperre, getroffen werden müssten.

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